Beileid per SMS? - Bestattung Wien gibt Benimmtipps

30. Oktober 2009, 12:55
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Schäfer-Elmayer erklärt in neuem Ratgeber richtiges Verhalten im Trauerfall - Fingerabdruck von Toten als Schmuckstück

Kondolieren per SMS? Jeans beim Begräbnis? Rosen als Grabschmuck? Antworten auf diese nicht unheiklen Verhaltensfragen im Trauerfall gibt ein neuer Ratgeber der Bestattung Wien. Erarbeitet wurde die kostenlose Broschüre gemeinsam mit Benimmexperten Thomas Schäfer-Elmayer. Gleichzeitig stellte Geschäftsführer Christian Fertinger am Freitag ein neues Angebot vor: Künftig können sich Hinterbliebene den Fingerabdruck des Verstorbenen in Gold oder Silber prägen lassen.

"Ein E-Mail kann man sehr wohl schreiben, es ersetzt aber nicht den Trauerbrief oder ein persönliches Telefonat"

In Sachen passende Beileidsbekundung empfiehlt Schäfer-Elmayer, nach Erhalt einer Parte jedenfalls mit einem Trauerbrief zu antworten, der idealerweise "von Hand und mit Tinte" und auf "persönlichem Briefpapier" geschrieben werden sollte. Um die richtigen Worte zu finden, sind im handlichen Ratgeber zwei Musterbriefe abgedruckt. "Ein E-Mail kann man sehr wohl schreiben, es ersetzt aber nicht den Trauerbrief oder ein persönliches Telefonat", ergänzte der Knigge-Spezialist in der heutigen Pressekonferenz. Das Verschicken einer SMS komme aber keinesfalls infrage.

Was die korrekte Kleidung beim Begräbnis betrifft, lässt Schäfer-Elmayer Jeans oder Turnschuhe nicht gelten. Dies drücke Respektlosigkeit aus und störe die Atmosphäre, welche für die Betroffenen sehr wichtig sei. Männern legt der hauptberufliche Tanzschulchef das Tragen eines schwarzen bzw. dunklen Anzugs, weißen Hemdes und schwarzer Schuhe nahe. Frauen sollten dunkelfarbige, hochgeschlossene Kleider oder Hosenanzüge anziehen, wobei gilt: "Keine Dekolletes, nackten Schultern oder unbedeckten Arme."

Strenge

Weniger streng verhält sich die Angelegenheit, wenn es um die Wahl des Grabschmucks geht, da es eine "typische Trauerblume" nicht gebe. Rosen seien demnach ebenso erlaubt wie Nelken, Schlüsselblumen oder Chrysanthemen. Laut Schäfer-Elmayer kann man sich bei der Wahl an den Vorlieben des Verstorbenen orientieren.

Neben der Benimmfibel, die ab sofort unter der Telefonnummer 0800/555800 beziehbar ist, hat die Bestattung Wien noch ein weiteres Angebot entwickelt: So können sich Hinterbliebene als Erinnerung an die geliebte Person künftig deren Fingerabdruck in Edelmetall verewigen lassen. Das ovale Schmuckstück ist rund 25 mal 15 Millimeter groß, vier Millimeter dick und ab 198 Euro erhältlich. Neben Silber und Gold kann das Andenken auch in Platin oder Bronze geliefert werden, so Fertinger. Das Produkt könne als Anhänger um den Hals getragen oder etwa zu einem Amulett oder Siegelring weiterverarbeitet werden, hieß es. (APA)

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