Meischberger

"Millionenprovision war marktkonform"

30. Oktober 2009, 12:40

Der in die Kritik geratene Lobbyist Walter Meischberger verteidigt seine Leistungen: "An meiner Arbeit war nichts Verwerfliches"

Wien - Zur Buwog-Affäre nimmt der frühere FPÖ-Generalsekretär und Lobbyist Walter Meischberger, der wegen seiner millionenschweren Provision und gleichzeitiger Nähe zum ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist, in der aktuellen Ausgabe des Wochenmagazins "Format" Stellung. Seine Lobbying-Leistung im Zuge des Verkaufs der Bundeswohnungen bezeichnet er darin als "korrekt und marktüblich". Anders sieht er deren steuerliche Abwicklung: "Mit meiner Selbstanzeige habe ich Einsicht bewiesen."

Gemeinsam mit dem PR-Berater Peter Hochegger hatte Meischberger für Vermittlungstätigkeiten bei der Privatisierung von vier gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften an die Immofinanz zusammen 9,6 Mio. Euro Provision kassiert, die beide laut Selbstanzeigen nicht versteuert haben. "Es läuft ein Verfahren, und ich werde viel Geld an das Finanzamt zahlen müssen. Somit trage ich Konsequenzen", so Meischberger in dem Interview.

Kein "Tippgeber"

Im Zuge der Privatisierung der Wohnungen habe es "keinen 'Tippgeber' aus dem Finanzministerium gegeben", und auch nicht den in den Medien vielzitierten "alles entscheidenden Tipp". Das sei gar nicht notwendig gewesen und weder vom Konsortium noch von Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics eingefordert worden.

Von einer Besprechung der finalen Angebote für die Wohnungen im "Gelben Salon" des Finanzministeriums, bei der der Finanzierungsrahmen der Bieterkonkurrenz in Höhe von 960 Mio. Euro durchgesickert sein soll, habe er erstmals im "Format" gelesen und daher könne er nichts weitergegeben haben.

Hochegger behauptete indes laut "Format", dass er von Meischberger erfahren habe, dass deutlich unter 960 Mio. Euro nichts gehe. Dazu Meischberger: "Das ist unwahr. Ich sagte, dass deutlich unter einer Milliarde nichts geht. Das war das Ergebnis meiner Analyse."

Mit seinem damaligen Lobbying-Partner Hochegger hat Meischberger inzwischen gebrochen. "Er ist, wie er ist, ein Opportunist, wie ein Fähnchen im Wind. Er ist überall gerade dort anzutreffen, wo er Auftrag, Geld oder Einfluss vermutet."

Verhältnis zu Grasser "getrübt"

Das Verhältnis Meischbergers zu Grasser, der beim Buwog-Deal im Jahr 2004 Finanzminister war und als dessen Trauzeuge er fungierte, sei "getrübt". Grasser sei sehr verärgert darüber, dass "die an sich vorbildhafte Buwog-Privatisierung nun negativ in den Medien abgehandelt" werde. Grasser habe nichts von Meischbergers Aktionen gewusst.

"Ich war mir bei der Übernahme dieses Auftrages bewusst, dass es sich dabei um einen schmalen Grat zwischen Freundschaft und Beruf handelt." Meischberger habe sich dann aber entschieden, es trotzdem zu machen und sich dabei "selbst auferlegt, diese beiden Dinge streng zu trennen", um niemanden in einen Interessenskonflikt zu bringen. Er habe Grasser kein einziges Mal in dieser Sache angesprochen.

Zur Provisionshöhe meinte Meischberger, dass diese im Lobbying-Geschäft "immer in ihrer Höhe schwer begreifbar", aber "immer im Verhältnis dem Gewinn des Auftraggebers angepasst" sei. Außerdem gebe es diese hohen Honorare nur auf Erfolgsbasis - "du kriegst nichts, wenn du scheiterst". Die Vermittlungsleistung sei professionell erbracht worden und hätte auf ganz legalem Wege zum Erfolg geführt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 71
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Zivilgeselle
00
2.11.2009, 16:28
Korruption oder Lobbying

Lobbying muss sich international (DE, EU, USA) längst registrieren lassen.
Es ist nicht "üblich" Lobbying über jahrelange Scheinhonorare zu tarnen und nicht zu versteuern.

Des Meischis Wochenhonorar steht im Verdacht der lupenreinen Korruption. Wenn er seine Informaten nicht sofort nennt, besteht Verdunkelungsgefahr.

Die StA verteidigt wieder einmal ein politisches Netzwerk, wie bei den Rumpold Honoraren. Die Politblindheit erkennt den Tatverdacht nicht und hat keine Ahnung was Lobbying von Korruption unterscheidet.
Lobbying hat mit legalen Informationen und dem Gemeinwohl zu tun und Korruption ist das Gegenteil.

Max Kahlenberg
00
1.11.2009, 22:59
M. und G.: Einkommen umgekehrt proportional zum IQ. Ein Wunder !

Oder anders: "Willkommen (in) Österreich"...

hotta
00
1.11.2009, 16:17
Arm

Eigentlich sollten uns Typen wie Meischberger leid tun. Ohne Bodenhaftung und Bezug zu Anständigkeit leben zu müssen, ist kein Honiglecken. Die ständige Sorge um die (unversteuerten) Millionen und die Furcht von Finanzern erwischt zu werden, das alles schafft keine Lebensqulität.

gk76
00
1.11.2009, 08:51
Meischberger und Analyse ?! LOL

der meint wohl die Anal Lisi vom Südring :o)

Chaton bleu
 
01
1.11.2009, 03:50
steuerhinterziehung mit gefängnis ahnden--

wobei die länge des freiheitsentzuges direkt proportional ist zum betrag.

diese ist dann "immer in ihrer Höhe schwer begreifbar", aber "immer im Verhältnis der hinterzogenen Steuer angepasst".

Yaketi Yak
03
1.11.2009, 03:22
Amtliche Bestätigung

Ich bestätige, daß solche Provisionen absolut marktüblich sind.

Gez.: Kater Karlo, Entenhausen

rohrspatz
00
1.11.2009, 17:11
:-))

danke

schlaumayer
01
31.10.2009, 17:59
Parteienfinanzierung

Der Vorgang beim BUWOG-Deal entspricht dem Üblichen bei der Abwicklung von öffentlichen Geschäften. Ein (meist parteinaher) Vermittler kassiert eine Provision, die dann diskret an Parteien oder Parteiorganisationen weitergeleitet wird.

Wie wurde z. Bsp. der erste Wahlkampf des BZÖ finanziert? Gab es da nicht zufällig zeitgleich das Eurofightergeschäft mit hohen Provisionen? Wo sind diese hingekommen?

Dass die Strahlemänner der Nicht-Altparteien noch schlimmer sind als die Ersteren, haben sich die meisten leider nicht vorstellen können. Der "kleine Mann" weiß es heute noch nicht, Hauptsache die bösen Ausländer werden von ihm ferngehalten.

aereo
00
31.10.2009, 17:46

Merkt euch ein par Namen, merkt euch die Parteizugehörigkeiten.
Nur so kann man einen kleinen Effekt erzielen. Denn Selbstverantwortung gibts keine

Warnung! Strache kann Ihr Hirn gefährden!
01
31.10.2009, 17:18
Ja Marktkonform schon aber nicht mit dieser anscheind linken Art!

Wo ist das Geld?
Wie ist es verteilt worden?
Vielleicht kann man sich das aber ohnehin denken!
Werbungen müssen ja finanziert werden?!

Jim Kirk
02
31.10.2009, 17:05
Marktkonform heisst nichts anderes als

weils alle anderen auch tun.

TheLaw
01
31.10.2009, 16:49
Ich WETTE! Das Bürscherl kann das Wort "Marktkonform" nicht einmal richtig SCHREIBEN. Wetten!

smonti 47
03
31.10.2009, 16:14
Schmarotzer!!!!!

So was gibts halt nur in Austria!!Null Ahnung und fett kassieren.
Das richtige Parteibuch ermöglicht alles

vince end it
02
31.10.2009, 15:24

die höhe der prov. ist bei einem geschäft dieser grössenordnung vielleicht marktüblich, wie sie zustandegekommen ist nicht!

evolution hunter
010
31.10.2009, 14:33
Man kann nur hoffen,...

dass den Anhängern der FPÖ wenigstens jetzt klar geworden ist, welche "ehrenwerte Gesellschaft" sich da tummelt. Das dritte Lager ist die österreichische Camorra, ein Sammelbecken für den Abschaum in diesem Land, Opportunisten und Verräter. Wenn man sich Figuren wie Rumpold, Meischberger, Westenthaler, Strache, Kickl, etc. ansieht, dann kriegt man auch eine Vorstellung davon, wie jene Leute wohl gewesen sind, die vor rund 70 Jahren das Regime stützten...

susi strolcher
02
31.10.2009, 17:11
leider nicht

diese herren werden jetzt alle dem bzö und der övp umgehängt, und strache und co (also die mit den deutschnationalen verbindungen), stellen sich als jene dar, die mit diesen prinzipienlosen verrätern nichts zu tun haben wollten. die existenz des bzö nützt der fpö mehr, als sie ihr stimmen wegnimmt. die sind sozusagen die auslagerungsdatei für all den während der regierungsbeteiligung begangenen unfug.

sturmy
01
31.10.2009, 13:59
na, net getrübt, diese Bübchen umgibt seit beginn ihres wirken dichter undurchschaubarer Nebel..

kingkade21
07
31.10.2009, 13:29
Vom Tankstellenpächter zum Immo-Experten

Respekt vor Ihren Analysen Herr Meischberger – ... und für wie blöd halten Sie eigentlich alle anderen?

santamonica
02
31.10.2009, 13:13
nein, sollte heissen der schwere betrug war politikkonform

und sich dann, nach auffliegen der illegalen zahlungen bei der finanzbehörde schnell selbst anzeigen

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
07
31.10.2009, 12:59
Der heilige Meischberger entbehrt einer gewissen Komik nicht.


Ich möcht jetzt nur darum bitten, das er die schriftlichen Unterlagen seiner "Analyse" der Öffentlichkeit zugänglich macht. Bei so einem komplexen Deal sind das ja sicher 80 Zentimeter Beneordner - und die wird er ja wohl kaum verschlampt haben.

Oder doch?

Also welche Leistungen? Haben wir schon bei Rumpi gefragt und keine Antwort erhalten. "Schwer begreifbar": Na, dann eben detailliert aufschlüsseln, wir nehmen uns gern die Zeit und hören zu.

TheLaw
01
31.10.2009, 17:18
Wie LANGE wollen Sie WARTEN? Der bringt doch niemals 80 cm Beneordner zusammen. Niemals! Wetten! Detailliert auch noch? LOL. Nie!

Jim Kirk
02
31.10.2009, 17:03

Um sich ein-zwei Zahlen zu merken braucht man keine 80cm Bene Ordner ;-)

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
03
31.10.2009, 12:37
was sollen sich ehrbare bürgerinnen und bürger...

...denken, wenn sie solche mutmaßlichen betrüger tagaus, tagein ertragen müssen. jene bürgerInnen, die um ihre jobs bangen oder "freigestellt" wurden, ihren lebensunterhalt oft nur mit vielen entbehrungen bewerkstelligen können und diesen belastungen vielleicht nur mehr mit alkohol oder tabletten "herr werden".

auf der anderen seite: der typ sitzt höchstwahrscheinlich in seiner villa in döbling, genießt alle annehmlichkeiten und lacht sich ins fäustchen, weil ihm ohnehin nichts passieren wird. zumindest nichts, was mit freiheitsentzug konform gehen würde.

aber wer behauptet schon, die welt wäre gerecht...

Mario Ahner
07
31.10.2009, 11:38

Natürlich. Bar auf die Hand, wofür ehrliche Menschen 300 Jahre arbeiten müssen. M., halts Maul und verarsch uns nicht auch noch!

Mr. Bubbles
04
31.10.2009, 11:05

genauso marktkonform wie ins-häfen-gehn.

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