Bestzeiten für McLaren

30. Oktober 2009, 12:22
5 Postings

Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen sorgen am Freitag für die Bestmarken am neuen Kurs in Abu Dhabi

Abu Dhabi - Die "Silberpfeile" haben auf dem hell erleuchteten Yas Marina Circuit für das erste Glanzlicht gesorgt. Doch für Staunen in Abu Dhabi sorgte der spektakuläre Kurs selbst. "Die Strecke übertrifft wirklich alles, was bisher da war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch mal getoppt werden kann", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nach dem ersten Freien Training auf der nagelneuen Strecke am Freitag. "Abu Dhabi hat einen neuen Standard in der Formel 1 gesetzt. Es ist absolut unglaublich", betonte Teamchef Ross Brawn. Und selbst Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone konnte das "Wunder", das auf Yas Island Wirklichkeit wurde, kaum fassen. "Ich hätte nie gedacht, dass es so würde wie jetzt", sagte der 79 Jahre alte Brite.

"Macht echt Spaß"

Auch die Vorfreude der Fahrer wurde nicht enttäuscht. "Die Strecke macht echt Spaß zu fahren", meinte der Deutsche Williams-Pilot Nico Rosberg. Die Tagesbestzeit am Freitag schnappte sich Heikki Kovalainen. Der Finne, dessen Verbleib bei McLaren-Mercedes äußerst fraglich ist, erzielte in 1:41,307 Minuten die Tagesbestzeit auf dem 5,554 Kilometer langen Kurs. Zweitschnellster war in der zweiten Session in der Dämmerlicht-Fahrt Teamkollege Lewis Hamilton. Am Mittag hatte der Engländer noch die schnellste Runde gedreht. "Für uns scheint dieser Kurs wie maßgeschneidert", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wenn wir unsere heutige Form bestätigen können, sind wir am Sonntag bei der Abu Dhabi-Premiere ein Sieganwärter."

Der WM-Zweite Sebastian Vettel, der sich auch mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden will, reihte sich unterm Strich als Vierter hinter Weltmeister Jenson Button ein. Der deutsche Red-Bull-Pilot will seinen Zwei-Punkte-Vorsprung gegenüber Buttons brasilianischem Brawn-Teamkollegen Rubens Barrichello verteidigen und wenigstens mit dem Vize-Titel nach Hause reisen. Die Krone hatte sich Button vor zwei Wochen in Brasilien bereits gesichert.

Der in Abu Dhabi verletzungsbedingt fehlende Deutsche Timo Glock erklärte am Rande, dass eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit Toyota unwahrscheinlich ist. Er führt mit seinem Management ebenso wie Landsmann Nick Heidfeld Gespräche mit mehreren Teams. Williams will nach dem Weggang von Rosberg die neuen Fahrer am kommenden Montag bekanntgeben. Vermutlich wird mit Nico Hülkenberg wieder ein Deutscher eines der beiden freiwerdenden Cockpits besetzen. Fix ist, dass Williams künftig mit Cosworth-Motoren fahren wird.

Die Titel-Entscheidungen - Brawn steht als Konstrukteurs-Champion ebenfalls fest - sind schon gefallen. Und dennoch stellt das Finale ein Highlight in der Formel 1 dar, denn die Wüste ist im PS-Wahn. Ein 800 PS starker Formel-1-Bolide als Polizeiwagen - kein Problem. Eine Rennstrecke durch ein Fünf-Sterne-Hotel - kein Problem. Ein Tunnel als Boxenausfahrt - auch kein Problem. Abu Dhabi macht es möglich. "Beeindruckend", ist wohl eines der meistgebrauchten Worte der Fahrer, wenn sie auf die neue Strecke, entworfen vom deutschen Formel-1-Architekten Hermann Tilke, angesprochen werden. Entstanden ist sie auf Yas Island. Die Insel soll für angeblich insgesamt 27 Milliarden Euro in einen gigantischen Freizeitpark verwandelt werden.

Was die Scheichs auf Sand haben bauen lassen, sprengt alles bisher Dagewesene. 5,55 Kilometer lang ist der Kurs, passenderweise muss er im Rennen am Sonntag (14.00 Uhr MEZ/ORF 1, RTL und Sky) 55 Mal umrundet werden. 1,173 Kilometer lang ist die Gerade. Vom einen Ende sehen die Piloten nicht mal das andere. Weltmeister Jenson Button und die Kollegen-Karawane werden ihre Boliden dort auf bis zu 320 Stundenkilometer beschleunigen. "Auf der Geraden muss ich mir eine Zeitung mitnehmen", scherzte schon Williams-Pilot Rosberg aus Wiesbaden. Es ist der längste Geradeaus-Abschnitt im Formel-1-Kalender.

Kurz danach rasen die Fahrer unter einer Brücke durch, die die beiden Teile der spektakulären Fünf-Sterne-Nobelherberge Yas Hotel verbindet. Ein Prunkbau, der abends blau und violett leuchtet. Ebenfalls ein Novum: Die Boxenausfahrt führt durch einen Tunnel. Nach Tanken und Reifenwechsel geht es leicht bergab, dann gibt es in der Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung einen scharfen Linksknick, ab durch den Tunnel, dann leicht nach rechts und einen ordentlichen Anstieg hoch zurück auf die Piste. (APA)

Freitag-Training in Abu Dhabi Zweites Freies Training:

1. Heikki Kovalainen FIN McLaren      1:41,307 
2. Lewis Hamilton GBR McLaren 1:41,504
3. Jenson Button GBR Brawn GP 1:41,541
4. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:41,591
5. Kamui Kobayashi JPN Toyota 1:41,636
6. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso 1:41,683
7. Mark Webber AUS Red Bull 1:41,684
8. Rubens Barrichello BRA Brawn GP 1:41,831
9. Nico Rosberg GER Williams 1:41,931
10. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:41,987
11. Adrian Sutil GER Force India 1:42,180
12. Kazuki Nakajima JPN Williams 1:42,245
13. Nick Heidfeld GER BMW-Sauber 1:42,278
14. Jarno Trulli ITA Toyota 1:42,409
15. Vitantonio Liuzzi ITA Force India 1:42,530
16. Fernando Alonso ESP Renault 1:42,782
17. Giancarlo Fisichella ITA Ferrari 1:42,932
18. Romain Grosjean FRA Renault 1:43,021
19. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 1:43,022
20. Robert Kubica POL BMW-Sauber 1:43,708

Erstes Freies Training:

1. Lewis Hamilton GBR McLaren         1:43,939 
2. Jenson Button GBR Brawn GP 1:44,035
3. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:44,153
4. Rubens Barrichello BRA Brawn GP 1:44,207
5. Nick Heidfeld GER BMW-Sauber 1:44,667
6. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso 1:44,687
7. Adrian Sutil GER Force India 1:44,688
8. Mark Webber AUS Red Bull 1:44,805
9. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 1:44,955
10. Jarno Trulli ITA Toyota 1:44,985
11. Robert Kubica POL BMW-Sauber 1:44,988
12. Heikki Kovalainen FIN McLaren 1:45,123
13 Nico Rosberg GER Williams 1:45,649
14. Kazuki Nakajima JPN Williams 1:45,679
15. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:45,704
16. Fernando Alonso ESP Renault 1:45,865
17. Vitantonio Liuzzi ITA Force India 1:46,239
18. Giancarlo Fisichella ITA Ferrari 1:46,267
19. Kamui Kobayashi JPN Toyota 1:46,364
20. Romain Grosjean FRA Renault 1:46,411
  • Ein Ferrari in Abu Dhabi.
    foto: epa/jens buettner

    Ein Ferrari in Abu Dhabi.

Share if you care.