Erpressung: Promi-Paparazzo soll ins Gefängnis

30. Oktober 2009, 11:41
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35-Jähriger wird beschuldigt, Prominente mit "Meuchel-Fotos" erpresst zu haben

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat sieben Jahre und zwei Monate Haft für einen bekannten italienischen Fotografen beantragt. Der 35-Jährige wird beschuldigt, Prominente mit "Meuchel-Fotos" erpresst zu haben. Dies hatte auch den italienischen Regierungschef und TV-Zar Silvio Berlusconi einiges an Kleingeld gekostet. Der Premierminister hatte 20.000 Euro für kompromittierende Bilder von seiner Tochter Barbara gezahlt.

Der Paparazzo soll Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Sport und dem Show-Business mit Fotos erpresst haben, die er in kompromittierenden Situationen machte. So wurden Starlets beim Koksen oder intimen Treffen "geblitzt". Barbara Berlusconi wurde beschwipst mit einem jungen Mann am Eingang einer Mailänder Disco abgelichtet.

Unternehmerssohn erpresst

Auch der Spross der Unternehmerfamilie Agnelli, Lapo Elkann, der im Oktober 2005 nach einem Abend mit Drogen ins Koma fiel, wurde erpresst. Der Angeklagte hatte ein Interview mit einem Transvestiten gemacht, der den Abend mit dem jungen Manager verbracht hatte. Der Fotograf forderte 200.000 Euro von den Agnellis und drohte, das Interview sonst an einen TV-Sender zu verkaufen. Elkann sagte vor Gericht gegen den 35-Jährigen aus.

Aufgedeckt wurde der Paparazzo-Skandal vom Staatsanwalt der süditalienischen Stadt Potenza, Henry John Woodcock, der 2006 den italienischen Prinzen Vittorio Emanuele von Savoyen wegen Zuhälterei verhaften ließ. (APA)

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