Tiefe Hirnstimulation bessert Tourette-Syndrom

30. Oktober 2009, 09:13
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Nach intracranieller Elektrodenimplantation deutliche Besserung der Tics

New York - Die Tiefe Hirnstimulation kann offenbar die Symptome des Tourette-Syndroms deutlich lindern. Hinweise darauf gibt eine kleine englische Studie an 15 Patienten, die an einer schweren Form der Störung litten.

Das meist im Kindesalter beginnende Tourette-Syndrom fällt durch sogenannte Tics auf wie etwa unwillkürliche Zuckungen oder Lautäußerungen. Bei vielen Patienten geht die Erkrankung einher mit Zwangsstörungen, Depressionen oder dem Aufmerksamkeitdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Die Tiefe Hirnstimulation wird schon seit vielen Jahren gegen bestimmte Parkinson-Symptome wie etwa Zittern eingesetzt. Dabei pflanzen Ärzte in bestimmte Hirnareale Elektroden ein, deren Impulse die unkontrollierten Bewegungen bessern sollen.

Die 15 Tourette-Patienten litten an Zwangsstörungen und hatten vor der Hirnstimulation weder von Medikamenten noch von Verhaltenstherapien profitiert. Zwei Jahre nach Einsetzen des Hirnschrittmachers hatten ihre Tics im Durchschnitt um die Hälfte nachgelassen. Auch Zwangsstörungen, Ängstlichkeit und Depressivität besserten sich merklich, wie die Neurologen der Universität Birmingham im Fachblatt "Neurology" schreiben. Da die Teilnehmerzahl mit 15 Patienten sehr gering war, müsse das Resultat aber in größeren Studien überprüft werden. (APA)

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