Free einziger Bieter im Rennen um französische Mobilfunklizenz

30. Oktober 2009, 08:22
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Regulierungsbehörde will bis Weihnachten entscheiden - Beschwerde der Konkurrenten gegen zu billige Abgabe der Lizenz

Im umstrittenen Vergabeverfahren für eine vierte Mobilfunklizenz in Frankreich ist das Internetunternehmen Free wie erwartet als einziger Bieter übriggeblieben. Die Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikation und Post (ARCEP) teilte am Donnerstag mit, nur Free habe bis zur Bieterfrist um Mitternacht ein Angebot eingereicht. In den vergangenen Wochen hatten sich alle Mitinteressenten nach und nach zurückzogen. Die Regulierungsbehörde will nun noch vor Weihnachten eine Entscheidung treffen.

Beschwerde

Die etablierten Anbieter SFR und Bouygues Telecom hatten gegen das Vergabeverfahren beim Staatsrat als höchstem französischen Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Sie werfen der Regierung vor, die Lizenz zu billig abzugeben und damit den wahrscheinlichen Käufer Free zu bevorzugen. Der Internetanbieter Free gehört zur Iliad-Gruppe, die vergangenes Jahr von Telecom Italia den französischen Teil der Internet-Firma Alice übernommen hatte.

Lizenzen

Frankreich hatte im Jahr 2000 drei Lizenzen für den schnellen UMTS-Mobilfunk an die Betreiber SFR, Orange und Bouygues Telecom für jeweils 619 Mio. Euro verkauft. Die vierte Lizenz soll nun lediglich 240 Mio. Euro kosten.

Der Staat begründet das damit, dass diese Lizenz nur ein Drittel des Frequenzspektrums der anderen Lizenzen umfasst. Die etablierten Anbieter sind aber der Meinung, dass der Newcomer unabhängig davon für den Markteintritt so viel bezahlen müsse wie sie. SFR und auch die France-Télécom-Tochter Orange haben bereits in Brüssel gegen das Vorgehen Beschwerde eingelegt. (APA)

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