Achterbahn

29. Oktober 2009, 19:47
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Der US-Wirtschaft steht eine unfreiwillig aufregende Achterbahnfahrt ins Haus - Von Andreas Schnauder

Jetzt ist es amtlich - das Ende der Rezession in den USA. Mit einem Plus der Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent im dritten Quartal meldete Washington ein eindrucksvolles Comeback. Das ist die gute Nachricht, die beim zweiten Hinsehen keine mehr ist. Nicht nur, weil die in den USA mit Vorliebe publizierte annualisierte Wachstumsrate ihre Tücken hat: Die 3,5 Prozent Plus auf Jahressicht sind nämlich nicht mehr als eine kaum wahrnehmbare Steigerung von 0,86 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal.

Die massiven Konjunkturhilfen, die teilweise erst im Sommer lanciert wurden, relativieren die Zahl zusätzlich. Es gab ja nicht nur „cash for clunkers" - die US-Version der Verschrottungsprämie -, sondern zahlreiche andere Stützungsmaßnahmen, die in der Zwischenzeit ausgelaufen sind oder deren Ende bevorsteht. Diese Maßnahmen haben das Wachstum künstlich nach oben getrieben. Die Autohilfen ließen die Verkäufe dauerhafter Güter - in erster Linie Pkws - um fast ein Viertel wachsen. Jetzt hat es sich nicht nur ausgeclunkert, auch Stützungsprogramme für den Wohnungsmarkt laufen aus.

Und gerade an der Immobilienfront scheint das Schlimmste noch lange nicht vorüber zu sein.
Was nach dem Ende der Hilfen kommt, kann man nur erahnen. Dass die private Nachfrage an die Stelle der staatlichen Interventionen tritt, erscheint reichlich optimistisch. Die steigende Arbeitslosigkeit wird sicher nicht ohne Auswirkung auf den Konsum bleiben. Der US-Wirtschaft steht somit eine unfreiwillig aufregende Achterbahnfahrt ins Haus.(DER STANDARD; Print-Ausgabe, 30.10.2009)

 

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