Tadel für Griechenland und Portugal

29. Oktober 2009, 18:33
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Ratingagentur Moody’s warnt vor hohen Defiziten – Cayman Islands in Schuldenkrise

Wien - Die internationale Ratingagentur Moody's hat Investoren am Donnerstag vor den steigenden Defiziten in Griechenland und Portugal gewarnt. Besonders Griechenland würde das Budget 2009 deutlich belasten. Arnaud Mares, Vizepräsident der Abteilung Sovereign Risk: "Die Verschlechterung der Fiskalposition wirft ernste Fragen über die Nachhaltigkeit der griechischen Staatsfinanzen auf." Die neue griechische Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Neuverschuldung 2009 bei 12,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts liegen werde.

Mares geht weiter davon aus, dass Griechenland es kaum schaffen werde, diese Schulden alleine mit höherem Wachstum abzubauen. Das Rating der Anleihen werden daher von Moody's revidiert, wie Mares ankündigte. Die Ratingagentur Fitch hat bereits vergangene Woche die Bonität Griechenlands gesenkt.

Moody's hat zudem auch die Aussichten für portugiesische Schuldpapiere auf negativ heruntergestuft. Die Wirtschaftskrise hätte die strukturellen Probleme in Portugal verstärkt und zudem würde es bei den Politikern an der Motivation mangeln, diese strukturellen Herausforderungen anzugehen, so die Moody's-Ökonomen.

Die Refinanzierung für die beiden Staaten ist am internationalen Kapitalmarkt bereits deutlich teurer als für viele andere Mitgliedsländer der Eurozone. Während Deutschland auf zehnjährige Staatsanleihen Zinsen in der Höhe von 3,31 Prozent zahlt, liegen die Zinskosten bei Griechenland (4,7 Prozent) und Portugal (3,81 Prozent) deutlich darüber.

Die Cayman Islands haben im Vergleich zu den Euro-Staaten bereits sehr viel größere Probleme. Nach massiven Steuerausfällen aufgrund der Finanzkrise ist der Schuldenstand auf 86 Prozent der Steuereinnahmen oder 69 Millionen Euro gestiegen. Im August hat die Regierung Zahlungen an Lieferanten ausgesetzt.

Der Inselstaat hat nun einen Kredit über 42 Mio. Euro erhalten, um die Fiskalkrise zu überwinden. Zudem werden erstmals in der Geschichte Steuern auf Einkommen und Gewinne überlegt.(Lukas Sustala, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 30.10.2009)

 

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