"Irgendwelche Studenten"

29. Oktober 2009, 18:15
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Ja, aber sie haben die Sache ins Rollen gebracht - Hahn betreibt Realitätsverweigerung

Hochschulminister Johannes "Gio" Hahn will zunächst nicht "mit irgendwelchen Studentengruppen" sprechen. Also nicht mit Vertretern der Audimax-Besetzer, die immerhin ein paar tausend oder sogar zehntausend bei der Demo in Wien Mittwochabend auf die Beine gebracht haben.

Hahn spricht stattdessen mit den offiziellen, auch offiziell gewählten, mit dem sozialpartnerschaftlichen Gütesiegel ausgestatteten Funktionären der Österreichischen Hochschülerschaft. Nächste Woche will er dann doch mit den "Irgendwelchen" reden. Irgendwann. Wenn die Luft aus der Besetzung draußen ist, möglicherweise. Einerseits verständlich: Die Audimax-Besetzer treiben einen Kult der Anonymität und Basisdemokratie, und vielleicht sind auch ein paar Tortenwerfer darunter (mag sich Hahn denken). Andererseits macht die ÖH in der ganzen Sache nicht den Eindruck einer hellwachen Studentenvertretung. Sie sind Trittbrettfahrer. Der Punkt ist aber, dass Hahn hier wenig Krisenmanagement, Flexibilität und psychologisches Know-how zeigt.

"Irgendwelche Studentengruppen"? Ja, aber sie haben die Sache ins Rollen gebracht. Hahn betreibt Realitätsverweigerung. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 30.10.2009)

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