Sieben Stimmen für ein Halleluja

29. Oktober 2009, 17:44
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Five Blind Boys Of Alabama am Freitag beim Salzburger Jazzherbst

Vor siebzig Jahren gründen fünf blinde Männer im amerikanischen Südstaat Alabama eine Gesangsgruppe namens Happyland Singers. Neun Jahre später werden daraus die Five Blind Boys Of Alabama, die mit Chören wie den Five Blind Boys Of Mississippi, Sensational Nightingales oder den Soul Stirrers (bei denen Sam Cooke seine Karriere startete) nicht nur den Herren im Himmel lobpreisen, sondern mit Rhythm and Gospel auch ein Fundament für den teuflischen Rock 'n' Roll legen.

Wem der Glaube fehlt, der soll sich die klassischen Einspielungen für das Speciality-Label zu Gemüte führen! Die Kompatibilität mit Rock und Pop zeigen zudem die Aufnahmen der (inzwischen um "Five" erleichterten) Blind Boys Of Alabama in den vergangenen Jahren. Tom Waits, Solomon Burke, Aaron Neville, Ben Harper, Richard Thompson oder Lou Reed (für dessen Poe-Vertonung The Raven) holten die Call-and-Response-Prediger ins Studio und auf Live-Bühnen, um mit deren entspanntem Backgroundgesang einer gern strapazierten Bibelmetaphorik das authentisch-erdige Blues- und Gospelgewand zu besorgen.

Einst bedienten sich u. a. Led Zeppelin beim Repertoire der Blind Boys, neuerdings covern diese ihre weltlichen Kollegen: Aretha Franklin, Curtis Mayfield, Stevie Wonder, Prince, Ben Harper, Jimmy Cliff, George Clinton - und Amazing Grace singen sie zur Melodie von House of the Rising Sun. Am Freitag sind sie live zu erleben, allerdings nicht mehr mit allen Originalmitgliedern. (dog / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.10.2009)

 

Jazz-Herbst Salzburg, Congress, Salzburg, 01/504 85 00. 19.30

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