Meinl im "Falter" beschäftigt Juristen

29. Oktober 2009, 17:32
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Lara Theiss fordert Gegendarstellung von "Österreich" - Meinl-Sprecher widerspricht ihrer Darstellung

Unten die ursprüngliche Story, hier ein zweiter Anlauf in Schritten und längeren Formulierungen, nach weiteren Gesprächen zudem ergänzt:

a) Lara Theiss hat eine Serie für die "Krone bunt" über Meinl geschrieben.

b) Julius Meinl V. gab Lara Theiss in der Steiermark ein Interview.

c) Das Interview erschien diese Woche im "Falter". Das Interview gibt das Gespräch laut "Falter"-Chef Armin Thurnher und dem stellvertretendem "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk wörtlich wieder. Klenk sagt, er hat sich von der Authentizität überzeugt und selbst das Band gehört. Das Interview war nicht von Meinl autorisiert.

d) "Österreich" berichtete, Theiss habe das Interview vorher der "Krone", "Österreich" und "News" angeboten. "Österreich" berichtete weiters, Theiss habe das Gespräch für die "Krone"-Serie geführt.

e) Theiss sagte dem STANDARD, sie beabsichtige, von "Österreich" eine Gegendarstellung zu fordern, und habe sich zu diesem Zweck schon mit Juristen in Verbindung gesetzt. Inhalt der Gegendarstellung: 1. Sie habe das Interview nie "News" angeboten. 2. Sie habe das Gespräch mit Meinl nicht für die "Krone"-Serie geführt, sondern ein Monat nach der Serie.

f) Theiss bestätigte, dass die "Krone" das Interview abgelehnt habe, weil der schon die Serie ausführlich genug erschien. Auch "Österreich" habe sie das Interview angeboten. Sie sagt: "Österreich"-Wolfgang Fellner habe das Interview mit der Begründung abgelehnt, er veröffentliche keine nicht autorisierten Interviews. Aber, so Theiss weiter: Theiss und Fellner verhandelten darüber, ob Theiss künftig große Sonntagsinterviews für "Österreich" führt.

g) Theiss erklärte zudem, Meinl habe sich keine Autorisierung des Interviews ausbedungen.

h) Meinls Sprecher Herbert Langsner erklärte dem STANDARD: Meinl habe Theiss das Interview für die "Krone"-Serie gegeben.

i) Meinls Sprecher Langsner sagte zudem: Für den Fall, dass das Gespräch als Interview veröffentlicht wird, habe man sehr wohl eine Autorisierung verlangt.

j) Meinls Sprecher Langsner erklärte weiters: Meinl habe nicht vor, gegen die Veröffentlichung des Gesprächs im "Falter" vorzugehen. Er wollte nicht kommentieren, was DER STANDARD aus anderen Quellen hörte: Meinl und Langsner seien mit dem Interview durchaus zufrieden.

k) "Falter"-Vize Klenk sagte zur Veröffentlichung des Gesprächs ohne Autorisierung: Das Gespräch sei vollinhaltlich wiedergegeben, also sei eine Autorisierung nicht nötig. Im angelsächsischen Raum seien Autorisierungen im Übrigen unüblich.

l) Lara Theiss erklärt dem STANDARD, sie habe mehrfach erfolglos versucht, "Österreich"-Chef Wolfgang Fellner von der bevorstehenden Publikation des Interviews im "Falter" zu informieren. Nach dessen Erscheinen habe sie Fellner erreicht. Er habe ihr erklärt, er müsse nach der Publikation im "Falter" Sonntags-Interviews für "Österreich" doch noch gründlich überdenken.

m) STANDARD-Redakteur Harald Fidler schreibt darüber eine - nach Ansicht einiger Userinnen und User - unverständliche Kurzmeldung, die er auch noch unaufmerksam online ergänzt, weshalb plötzlich Hans Dichand als "Österreich"-Chef dasteht, was sich beide Seiten nun wirklich nicht verdient haben. Der Fidler (also ich:)) bedauert. (fid)

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Die ursprüngliche Version (mit dem richtigen "Österreich"-Chef):

Meinl im "Falter" bringt Juristen zu "Österreich"

Lara Theiss fordert Gegendarstellung von "Österreich" - Meinl-Sprecher widerspricht

Das Interview mit Julius Meinl V. von Lara Theiss im "Falter" beschäftigt Juristen: Theiss sagt dem STANDARD, sie fordere von "Österreich" eine Gegendarstellung. Thema: Sie habe das Interview weder "News" angeboten, noch stamme es aus ihrer "Krone"-Serie über Meinl.

Meinl-Sprecher Herbert Langsner sagt, das Gespräch sei für die Serie geführt worden; bei Verwertung als Interview habe man sich Autorisierung ausbedungen. Theiss verneint das; das Interview erschien ohne Autorisierung.

Florian Klenk, stellvertretender Chefredakteur des "Falter", erklärt das mit der wortwörtlichen Wiedergabe des Gesprächs.  Im angelsächsischen Raum seien Autorisierungen unüblich.

Meinl will laut Langsner nicht auf die Wiedegabe ohne Autorisierung reagieren.

Theiss erklärt zudem, sie habe das Interview zuvor der "Krone" und "Österreich"-Chef Wolfgang Fellner angeboten. Beide hätten schließlich abgelehnt, der "Krone"-Führung sei die Serie über Meinl ausführlich genug gewesen. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 30.10.2009, online ergänzt)

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