Musharraf in Sorge um Pakistan

29. Oktober 2009, 17:31
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Ex-Präsident fordert alle Seiten auf, Lösung zu finden

New York - Der ehemalige Staatschef von Pakistan, Pervez Musharraf, erscheint in einer Flughafenlounge des New Yorker Airports Newark Mittwoch am Abend. Nicht mehr wie einst in militärischer Kampfmontur, ist Musharraf heute als Privatmann in einem braunen Anzug gekleidet, begleitet von seiner Frau und einem Bodyguard.

Musharraf war von 2001 bis 2008 Präsident von Pakistan und war auf Anfrage des Standard bereit, über die momentane Krise in dem Landes zu sprechen. Die pakistanische Armee kämpft derzeit in Südwasiristan gegen die Taliban, bei Terroranschlägen starben in den vergangenen Wochen hunderte Menschen.

"Ich sehe die derzeitige Entwicklung in Pakistan mit sehr großer Sorge. Alle Seiten, Politiker aller Parteien, wie Glaubensgemeinschaften sind gefordert, eine Lösung zu finden", sagte er.

Auf die Frage, ob die gegenwärtige Instabilität Pakistans Auswirkungen auf die angrenzenden Nachbarländer hat, gibt sich Musharraf verschlossen. "Ich werde Ihnen heute nicht mehr erzählen, welche Maßnahmen notwendig sind, um wieder Stabilität zu bekommen."

Außenministerin Hillary Clinton setzte unterdessen ihren Besuch in Pakistan fort. Am Donnerstag besuchte sie die Stadt Lahore im Nordwesten des Landes. "Sie stehen an der Front, aber wir stehen an ihrer Seite", sagte Clinton bei einer Rede vor Studenten.

Clinton sprach von einem "neuen Kapitel" in den Beziehungen der beiden Länder und sagte der pakistanischenRegierung weitere Finanzhilfe zu. Demnach soll das Land neben 125 Millionen Dollar für die Verbesserung der Versorgung mit Elektrizität und 85 Millionen für den Kampf gegen die Armut 45 weitere Millionen an Bildungshilfen erhalten. Zudem sicherte die US-Außenministerin mehr als 100 Millionen Dollar für die Polizei an der Grenze zu Afghanistan zu.

Am Mittwoch, dem Tag vor Clintons Ankunft in Pakistan, waren bei einem Anschlag in Peshawar mindestens 90 Menschen getötet worden. Die US-Außenministerin will noch bis Freitag in Pakistan Gespräche mit politischen und militärischen Verantwortlichen führen. Sie ist die hochrangigste Vertreterin der US-Regierung, die Pakistan besucht, seit Präsident Barack Obama die Atommacht in den Mittelpunkt des Kampfes gegen den Terror gerückt hat. (kh, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 30.10.2009)

 

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