Atomgetrieben zum Mars

29. Oktober 2009 17:16
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    Foto: apa/esa/esoc

    Russland visiert den Mars mit einem atomgetriebenen Raumschiff an.

Russland will ein atomgetriebenes Raumschiff entwickeln und interplanetare Reisen ermöglichen

Moskau - Die Amerikaner wollen zurück zum Mond, die Russen nehmen den Mars ins Visier: Ihr Projekt für den Bau eines atomgetriebenen Raumschiffs soll bemannte Flüge tief ins All ermöglichen, zum Mars und anderen Planeten. Die rein technische Seite stellte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Anatoli Perminow, bereits am Mittwoch vor. Konkrete Ziele nannte er da noch nicht. Am Donnerstag schob er sie dann auf der Webseite seiner Behörde nach.

Bereits 2012 könnte das erste Design des neuen Raumschiffs fertig sein, erklärte Perminow. Dann werde es weitere neun Jahre dauern und 17 Milliarden Rubel (400 Millionen Euro) brauchen, das Raumschiff zu bauen.

Unterstützung

Das Vorhaben hat die Unterstützung von Präsident Dmitri Medwedew, der die Regierung am Mittwoch aufforderte, dessen Finanzierung sicherzustellen. Perminow sagte zu den Zielen in seiner Web-Erklärung: "Das Projekt soll großangelegte Erkundungsprogramme im All umsetzen, darunter eine bemannte Mission zum Mars, interplanetare Reisen sowie Aufbau und Betrieb von Außenstellen auf Planeten."

Wettrennen?

Perminows Konkretisierungen kamen einen Tag nach dem erfolgreichen Test einer NASA-Mondrakete, die den USA eine bemannte Rückkehr zum Mond ermöglichen soll. Das sieht fast nach einem neuen Wettlauf im All aus. Experten weisen aber auch darauf hin, dass beide Seiten in den vergangenen Jahren wenig für die Entwicklung von Raumschiffen getan haben.

So wird im kommenden Jahr das US-Shuttle-Programm eingestellt, ohne dass eine neue Baureihe für Flüge etwa zur Internationalen Weltraumstation (ISS) zur Verfügung steht. Die NASA ist dann für die Beförderung von Astronauten ganz auf die russischen Sojus-Raketen und -Kapseln angewiesen - einer seit 40 Jahren bewährten, aber auch kaum veränderten Technologie.

Einschätzung

Amerikanische wie russische Experten sehen in einem atomgetriebenen Raumschiff die richtige Wahl für bemannte Flüge tief ins All. Ein leitender NASA-Ingenieur für die Entwicklung von atomgesteuerten Antrieben für Raumschiffe, Stanley Borowski, sagte, die Nukleartechnologie biete für Flüge etwa zum Mars viele Vorteile. So hätten atomgetriebene Raketen die doppelte Reichweite konventioneller Antriebe.

Russland hat bereits Erfahrungen mit atomgetriebenen Satelliten im All. Die Militärsatelliten der Sowjetunion produzierten allerdings nur wenige Kilowatt Strom und hatten eine Lebensdauer von gut einem Jahr. Das neue russische Vorzeigeprojekt im All sieht einen Atomreaktor mit einer Leistung im Megawattbereich vor.

Ein Moskauer Experte des russischen Raumfahrtprogramms, Igor Lissow, erklärte: "Das wird ziemlich effizient sein für einen Flug zum Mars." Seit den 60er Jahren forschten russische Ingenieure an Atomantrieben für Weltraummissionen. Diese Erfahrung werde nützlich sein: "Es wird ein beträchtlich stärkerer Atomreaktor benötigt, aber die Aufgabe ist ziemlich realistisch", sagte Lissow. (APA/AP)

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Autobahnraser
09.11.2009 15:32
Triumph der Logik !

Wieder ein Beweis dafür, was uns Menschen wirklich am Herzen liegt.

Auf der Erde gibt's ohnehin nix mehr zu tun, auf zum Mars !

tante koal huaba
09.11.2009 09:59
keinen Atommüll

auf den Mars bitte, denn Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück !

Irgendein Jürgen
31.10.2009 20:52
Zum Thema Sicherheit

Die bisherigen atombetriebenen Satelliten wurden am Stück in unsere Umlaufbahn geschossen. Aus Gewichtsgründen waren die Sicherheitsmaßnahmen natürlich äußerst dürftig, einer dieser Satelliten ist eh schon vom Himmel geplumpst und strahlt gerade etwas in meinem Tee.

Das Marsraumschiff müsste sowieso erst in der Erdumlaufbahn zusammengebastelt werden. Die wenigen Kilo Uran könnte man seperat hochschicken, was genügend Spielraum für Abschirmung, Hitzeschild und Rettungsmaßnahmen erlauben würde. Selbst dann wäre die Nutzlast noch recht gering, und man könnte die zuverlässigste verfügbare Rakete für diese Aufgabe wählen. Besondere Bedenken hätte ich in diesem Fall keine, da bereiten mir die umliegenden AKW mehr Kopfzerbrechen.

Reinhold Loecker
30.10.2009 18:25
Ein Problem weniger

Schön, das Antriebsproblem hätte man gelöst.

Jetzt muß man nur noch das Problem lösen, daß der Mensch die kosmische Strahlung, die auf so ein Raumschiff trifft, über einen längeren Zeitraum nicht aushält. Es gibt nämlich im Moment noch keine wirksame Abschirmung dagegen.

mag2412
11.11.2009 13:54
doch

den reaktorraum, der is ja mit blei ummantelt

;-)

Glod
02.11.2009 09:51
Natürlich gibt es eine wirksame Abschirmung dagegen. Ein paar Zentimeter Stahl reichen.

Das würde natürlich ein Gewichtsproblem erzeugen, aber es wird derzeit an Plasmaschilden geforscht, die die Strahlung abblocken und sehr viel weniger wiegen sollen.
http://www.wissenschaft.de/wissensch... 67551.html

Sie wollen in den nächsten Jahren einen Satelliten starten, um das Konzept zu überprüfen.
(Wird wohl vom Budget abhängen)

Alles was zu einem Marsflug fehlt, ist Geld.
Wenn die USA und/oder Europa sich für ein neues Apollo Projekt entscheiden und das ensprechende Geld locker machen, könnte bis spätestens 2025 ein Menschlein am Mars stehen.

Ich bin kein Experte, aber ich schätze das ganze würde irgendwas zwischen 50 und 100 Milliarden Euro kosten.
Also (zB) 1-2 Jahresbudgets der EU Agrarförderung.

Irgendein Jürgen
31.10.2009 20:38

Wer auf nem Reaktor zum Mars fliegt wird sich wohl weniger Sorgen um kosmische Strahlung machen. Schließlich glaube ich kaum, dass dieser durch riesige Blei- und Betonmäntel vom Wohnbereich getrennt werden kann.

Es gibt übrigens die Überlegung, bewusst Astronauten über 50 für derartite Missionen auszuwählen. Das Krebsrisiko bleibt das gleiche, nur sind die Astronauten wahrscheinlich schon tot bevor dies zu tragen kommt.

samuel vimes
02.11.2009 13:35
muss man auch nicht...

antrieb und 'wohnbereich' kann man so weit auseinander bauen, wie man gerade material zur verfügung hat und wenn man sich ja ohnehin gegen die kosmische strahlung schützen muss/will, hat man auch gleich einen schutz gegen die reaktorstrahlung...

wobei da reicht sogar ein dickes blatt papier, denn ein reaktor gibt alpha strahlung (neutronen) ab und die lassen sich recht leicht blocken... ;-)

M L3
02.11.2009 14:14
Da muß ein Fehler sein, erstens Neutronen != Alpha

Alphastrahlen sind Heliumkerne, die werden den Reaktor wohl kaum verlassen, weil sie eben so leicht abzuschirmen sind. Da kommt sicher noch genug Gamma heraus, weil diese Strahlung am schwersten abzuschirmen ist. Für Alpha reicht wirklich dickes Papier und für Beta etwas Alufolie oder Blech.

samuel vimes
02.11.2009 16:52
stimmt...

hab mich da vertan... wird wohl beta-strahlung sein, die aber genau so leicht abzuschirmen ist....

wollte eigentlich nur darafu hinweisen, dass die AKWs auf diesem planeten ihre stahl- und betonhüllen nicht wegen der möglicherweise austretenden strahlung haben... ;-)

GAGA3
31.10.2009 10:30

Ich glaube nicht, dass die kosmische Strahlung akut die Gesundheit beeinflusst; dass die Kosmonauten einige Jahre nach ihrer Mission an Krebs erkranken werden, damit müssen sie halt rechnen, wie ihnen sowieso klar sein muss, dass eine Marsmission lebensgefährlich ist.

joergipoergi
30.10.2009 18:07
Kann mir mal einer erklären

wie das mit dem Antrieb da im Vacuum aussieht? Ich versteh nicht viel von Kernenergie, aber so weit ich das verstanden habe, wird damit Hitze produziert. Wie wandle ich die in bewegung um?? Irgendwas brauch ich ja, um mich abzustossen. Weiss da jemand genaueres?

Der rote Pate
31.10.2009 10:26
Ein Astronaut strampelt, weil er mit einer Backe am Ofen sitzt mit der anderem im Weltallschatten. So ist die Temparatur im Schitt erträglicher!

Fredl Wurbala
30.10.2009 19:32
conan der barbier
31.10.2009 06:01

ionenantrieb hat mit nuklearen prozessen nix zu tun

Fredl Wurbala
31.10.2009 10:15

Kann aber zur Stromgewinnung genutzt werden - der wiederum für den Ionenantrieb benötigt wird.

M L3
31.10.2009 11:12
Das ist eine Möglichkeit

Eine andere ist, mit der Hitze des Reaktors ein Gas (zB Wasserstoff) extrem zu erhitzen, sodaß es sich ordentlich ausdehnt und aus der Düse ausgestoßen wird.

samuel vimes
02.11.2009 13:27
und von wo soll der ganze wasserstoff da herkommen?

da kann man ja gleich mit konventionellen verbrennungsmotoren zum mars fliegen....

Dyne
30.10.2009 16:10

Tschernobyl on Mars ?

Die armen grünen MännchenInnen !!!

hansi goldach
 
30.10.2009 15:12

will man auf dem mars landen oder nur schnell
vorbeifliegen? man soll berücksichtigen dass das
abbremsen bei einem schnellen flug - logisch -
mehr treibstoff braucht. diesen muss man mitnehmen.
was wiederum die kraft der startrakete bestimmt.
zudem liegt der mars, von der sonne aus, ausserhalb
der erdbahn. die gravitation muss in rechnungen
berücksichtigt werden. hierzu die ganzen berech-
nungen anzustellen wird mathematisch vom feinsten
sein.

Juergen Hoffmann
 
01.11.2009 16:34

die fliegen ja nach GPS...

phoenixx78
30.10.2009 18:23

um gottes willen, das ham sie sicher vergessen.. sofort nach moskau telefonieren, damit sie das ja nicht vergessen...

Erich_1
30.10.2009 15:18

Du tust ja grad als ob da Amateure arbeiten.

Was du schreibst is eh klar. Die sind ja nicht auf der Nudelsuppn dahergeschwommen.

h 90
30.10.2009 17:42

denke auch die werden sich das vorher ausrechnen und bisserl mehr Treibstoff mitnehmen als notwendig um einmal beim Mars schnell vorbeizufliegen und sich nicht darauf verlassen dass wo am Weg eine Tankstelle ist.

aRoma
30.10.2009 16:55
stimmt

außer irgendwelche britischen Russen verwechseln wieder Yard und Meter.

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