US-Gesandter bei Gedenkveranstaltung für Rabin
Jerusalem - Der US-Gesandte George Mitchell setzt sich
weiter für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen in Nahost ein.
Mitchell traf am Donnerstag zu einer neuen Vermittlungsrunde in der
Region ein. Am Nachmittag nahm er in Jerusalem an einer
Gedenkveranstaltung für den vor 14 Jahren ermordeten israelischen
Ministerpräsidenten Izchak Rabin teil. Anschließend waren Gespräche
mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak, am Freitag mit
Regierungschef Benjamin Netanjahu geplant.
Nach israelischen Medienberichten bereitet Mitchell einen Besuch
von US-Außenministerin Hillary Clinton in Israel und den
Palästinensergebieten vor, der am Samstagabend beginnen soll. Dafür
gab es jedoch am Donnerstag von der US-Botschaft in Tel Aviv noch
keine offizielle Bestätigung. Mitchell selbst bleibt bis Montag in
der Region und will auch Gespräche mit palästinensischen
Repräsentanten führen.
Neue Runde
Die USA wollen noch in diesem Herbst eine neue Runde von Nahost-
Gesprächen in Gang bringen. Die Palästinenser fordern jedoch als
Vorbedingung für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen einen
vollständigen israelischen Siedlungsstopp. Dies lehnt Netanjahu
bislang ab. Mitchell betonte vergangenen Monat, es könne keine
Vorbedingungen für eine neue Gesprächsrunde geben.
Barak äußerte sich unterdessen positiv über die Möglichkeit einer
Wiederaufnahme indirekter Friedensgespräche mit Syrien. Barak sagte
dem israelischen Rundfunk, er begrüße entsprechende Äußerungen des
syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Eine Friedensregelung sei
sowohl in Israels als auch in Syriens Interesse.
Assad hatte am Mittwoch in der kroatischen Hauptstadt Zagreb
gesagt, es gebe in Syrien "nationale Unterstützung" für eine
Fortsetzung indirekter Friedensgespräche mit Israel. Er lobte die
türkischen Vermittlungsbemühungen im vergangenen Jahr und rief
europäische Länder auf, sich diesen anzuschließen. Die Gespräche
sollten da fortgesetzt werden, wo sie letztes Jahr mit der vorherigen
Regierung Israels abgebrochen wurden. (APA)