Swiss mit Gewinneinbruch

29. Oktober 2009, 16:31
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Dennoch relativ gutes Ergebnis im Branchenvergleich

Zürich - Der eisige Gegenwind der Wirtschaftskrise bläst der Swiss weiterhin voll ins Gesicht. Die Fluggesellschaft hat in den ersten neun Monaten einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Auch der Umsatz ging zurück. Dennoch kann sich das Ergebnis im Vergleich zur Konkurrenz sehen lassen.

Der operative Gewinn sackte von Jänner bis Ende September um 70 Prozent auf 113 Mio. Franken (74,8 Mio. Euro) ab. Der Betriebsertrag schmolz um 18 Prozent auf 3,236 Mrd. Franken.

Wegen der Wirtschaftskrise würden immer weniger Passagiere Erste Klasse oder Businessklasse buchen und dafür Economy fliegen, erklärte die Fluggesellschaft am Donnerstag in einem Communiqué. Zudem sei der Preiskampf immer härter geworden.

"Die anhaltende Krise hat diesen Trend weiter beschleunigt", hiess es weiter. "Ich sehe das Licht am Ende des Tunnels noch nicht. Viele Firmen halten immer noch an ihren restriktiveren Reiseregeln fest", sagte der neue Swiss-Chef Harry Hohmeister in einem Interview mit der "Basler Zeitung" (BaZ) vom Donnerstag.

Auch das Frachtgeschäft sei unbefriedigend verlaufen. Sorgen bereite ihm ebenfalls der Anstieg des Ölpreises, sagte Hohmeister.

Trotzdem habe die Swiss im Wettbewerbsvergleich ein gutes Ergebnis erreicht, betonte Hohmeister. Der Mutterkonzern Lufthansa schrieb in den ersten neun Monaten wegen der anhaltend schwachen Nachfrage erneut rote Zahlen.

Unter dem Strich belief sich der Lufthansa-Verlust auf 32 Mio. Euro nach einem Gewinn von 529 Mio. Euro vor Jahresfrist. Das operative Ergebnis stürzte von 954 Mio. Euro auf 226 Mio. Euro ab. "Wir müssen hart kämpfen, um am Ende des Jahres schwarze Zahlen präsentieren zu können", sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber in Frankfurt.

Die österreichische Fluggesellschaft AUA, die seit September zum Lufthansa-Konzern gehört, hat in den ersten neun Monaten einen Verlust von 242,3 Mio. Euro eingeflogen.

Auch die großen US-Airlines weisen teils happige Defizite aus. Angesichts der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg rechnet der Branchenverband IATA damit, dass die Fluglinien in diesem Jahr insgesamt Verluste von 11 Mrd. Dollar einfliegen.

Druck auf Kosten

Dank dem Druck auf die Kosten habe die Swiss die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bisher weitgehend unter Kontrolle. Die Swiss spüre die Krise zwar genauso wie andere Fluggesellschaften auch, sagte Hohmeister der "BaZ": "Wir sind nur möglicherweise in der Krisenbewältigung besser."

Die Fluggesellschaft habe ihre Kapazitäten vor allem im Interkontinentalverkehr der gesunkenen Nachfrage angepasst und einzelne Flugfrequenzen reduziert. In den ersten neun Monaten wurde das Angebot gegenüber dem ursprünglichen Flugplan um 5 Prozent gekürzt. Der Langstreckenverkehr wurde dabei um 7 Prozent gestutzt, die Europaflüge um 3 Prozent.

Die Auslastung auf den Interkontinentalflügen sank durchschnittlich um 2,9 Punkte auf 81,6 Prozent, während sie auf den Europastrecken um 1,3 Punkte auf 74,5 Prozent zulegte. Die Swiss beförderte von Jänner bis September 10,3 Mio. Passagiere. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zudem wolle die Swiss insbesondere bei den Kosten ansetzen, die den Flugbetrieb und den Kunden nicht direkt tangierten. "Wir müssen langfristig in den administrativen Bereichen deutlich schlanker werden", sagte Hohmeister in einem gleichentags erschienenen Interview mit dem "Tages-Anzeiger".

"Aber über Entlassungen reden wir hoffentlich auch mittelfristig nicht", sagte der Swiss-Chef weiter. Die Schweizer Airline beschäftigte Ende September 7.383 Mitarbeitende. Das sind 46 mehr als Ende vergangenes Jahr.(APA)

 

 

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