"K2"-Forschungszentren zu Biotechnologie und Tribologie

29. Oktober 2009, 15:45
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Medizinische Technologie, Polymerchemie, Informations- und Holztechnologien sind Schwerpunkte

Wien - Die jüngst im Rahmen des Förderprogramms "COMET" bewilligten, künftigen Spitzenforschungsinstitute werden zu industriellen Biotechnologien und Tribologie forschen: Bei diesen "K2-Zentren" mit einer Laufzeit von zehn Jahren und hoher internationaler Sichtbarkeit und Vernetzung setzten sich Konsortien aus der Steiermark und Niederösterreich durch. Bei den bewilligten "K1-Zentren" mit einer Laufzeit von sieben Jahren stehen medizinische Technologien, Polymerchemie, Informations- und Holztechnologien im Vordergrund. Im folgenden ein kurzer Überblick über die neuen Zentren:

Der Antrag auf das genehmigte K2-Zentrum "ACIB - Austrian Center of Industrial Biotechnology" wurde von einem Konsortium um das Angewandte Biokatalyse Kompetenzzentrum in Graz eingebracht. Ziel ist es, Verfahren zur Herstellung von Produkten, die mit Hilfe von biologischen Organismen gewonnen werden, zu verbessern. Standorte des Zentrums sind - neben Graz - auch in Wien und Innsbruck (Tirol) vorgesehen. U. a. ist auch das heute eröffnete "Vienna Institute of BioTechnology" (VIBT) der Universität für Bodenkultur (Boku) beteiligt.

Der zweite erfolgreiche Antrag für ein K2-Zentrum stammt aus Niederösterreich: Ein Konsortium um das in Wiener Neustadt angesiedelte Zentrum für Tribologie (Reibungslehre) "AC2T research GmbH" wird ein "European Excellence Centre of Tribology" - kurz: XTribology - aufbauen. Neben Niederösterreich sind laut Angaben der Forschungsförderungsgesellschaft FFG auch Standorte in Wien und Vorarlberg geplant.

Konsortium

Die auf zehn Jahre angelegten K2-Zentren erhalten zwischen 40 und 55 Prozent öffentliche Förderung, die maximale Bundesförderung beträgt fünf Mio. Euro pro Jahr. Das Konsortium muss mindestens einen wissenschaftlichen Partner und mindestens fünf Unternehmenspartner umfassen.

Im Gegensatz zu den K2-Projekten haben K1-Projekte eine Laufzeit von sieben Jahren. Diese Programmlinie fördert laut FFG die Einrichtung von Kompetenzzentren, "die im Rahmen eines von Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam definierten Programms Forschung von akademischer und wirtschaftlicher Relevanz betreiben". Sie erhalten zwischen 35 und 50 Prozent öffentliche Förderung, die maximale Bundesförderung beträgt 1,5 Mio. Euro pro Jahr.

Im Rahmen der zweiten Ausschreibung von "COMET" wurden folgende vier K1-Zentren bewilligt: unter dem Akronym "ACMIT" das "Austrian Center for Medical Innovation and Technology" (Niederösterreich), unter "PCCL - K1" das "Competence Center in Polymer Engineering and Science" (Steiermark), unter "SBA 2" das "Secure Business Austria 2" (Wien) und unter "Wood Comet" das Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie (Oberösterreich).

Erleichterung in der Steiermark 

Nach dem am Donnerstag in Wien bekanntgegeben Zuschlag für K1- und K2-Zentren im Rahmen des Förderprogrammes "COMET" herrscht in der Steiermark Erleichterung: An der Montanuniversität Leoben spricht man von einem "Riesenimpuls für die Kunststofftechnik" nach der Zusage der Weiterführung des Kompetenzzentrums Polymer Competence Center Leoben (PCCL) durch die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Nach dem kurzfristigen Ausstieg der Kepler-Uni Linz als wissenschaftliche Partnerin und dem Abgang des Kunststoffherstellers Borealis hatte man in Leoben gefürchtet, dass es möglicherweise keine Verlängerung gebe.

Das K1-Projekt "PCCL - K1" (Competence Center in Polymer Engineering and Science) hat ein Volumen von 20 Mio. Euro und forscht im Bereich der Kunststofftechnik sowie der Polymerwissenschaften. "Hier ist eine richtungsweisende Entscheidung für die Weiterentwicklung der Kunststofftechnik am Standort Leoben gefallen", befand der Rektor der Montanuni, Wolfhard Wegscheider. "Ganz besonders erleichtert" über die Entscheidung zeigte sich Wirtschafts- und Innovationslandesrat Christian Buchmann (V). Das "PCCL-K1" ist das fünfte K1-Zentrum in der Steiermark. (APA)

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