Formel 1 beglückt die reichste Stadt der Welt

29. Oktober 2009, 18:25
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WM-Finale am Sonntag in Abu Dhabi

Abu Dhabi - Der Engländer Jenson Button im BrawnGP steht als Weltmeister der Formel 1 fest, sein Vize ist noch zu ermitteln beim finalen Grand Prix der Saison. Vor der Premiere in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat der Deutsche Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zwei Punkte Vorsprung auf Buttons brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello. "Die Saison war für mich schon jetzt wie ein Märchen, der Vize-Titel wäre viel mehr, als ich mir jemals erträumt hätte" , sagt Barrichello, der 2010 vermutlich mit Williams-Pilot Nico Rosberg das Cockpit tauschen wird. Button hat bei Brawn schon verlängert. Vettel, der sich noch immer darüber ärgert, den Titel verpasst zu haben: "Ich bin ja in der Formel 1, um zu gewinnen." Und das, davon ist Red-Bull-Teamchef Christian Horner überzeugt, wird der 22-Jährige schon noch tun: "Er hat ganz klar die Fähigkeit, Weltmeister zu werden, entweder 2010 oder 2011."

Der GP in der Glitzerwelt findet unter Flutlicht statt, wird in der Dämmerung gestartet (17 Uhr Ortszeit, 14 MESZ) und endet in der Dunkelheit. Der vom deutschen Rennstreckenarchitekten Hermann Tilke entworfene Yas-Marina-Kurs ist 5,55 km lang, hat 21 Kurven, wird so wie Interlagos und Istanbul gegen den Uhrzeigersinn gefahren und protzt mit der längsten Geraden der WM 2009 - 1173 Meter. Der Topspeed dürfte rund 320 km/h betragen.

Viel Arbeit, viel Beton

Die Strecke führt sogar durch ein Hotel, nämlich durch das Yas am Hafen von Yas Island, einer vorgelagerten Insel der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Ungewöhnlich ist auch ein Tunnel am Ende der Boxengasse. Und endlich gastiert die Geldmaschine Formel1, die angesichts der Wirtschaftskrise ins Stottern geraten ist, in der reichsten Stadt der Welt. Die 420.000 permanenten Einwohner von Abu Dhabi City bringen es auf ein durchschnittliches Vermögen von 11,4 Millionen Euro. Die Temperaturen werden verhältnismäßig angenehm sein, zu dieser Jahreszeit hat es durchschnittlich 24,4 Grad Celsius.

Das Formel-1-Projekt wurde im Februar 2007 gestartet. 14.000 Arbeiter wurden beschäftigt, sie leisteten 35 Millionen Arbeitsstunden. 1,6 Millionen Kubikmeter Erde sind bewegt worden, 720.000 Quadratmeter zubetoniert. 50.000 Fans - das Rennen ist ausverkauft - werden das Spektakel am Sonntag verfolgen, die VIPs vom 60 m hohen Sun Tower. Abu Dhabi bleibt vertragsgemäß bis 2016 im WM-Kalender. (sid, APA, bez, DER STANDARD Printausgabe, 30.10.2009)

 

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    Zimmer mit Aussicht. In Abu Dhabi glühen sie mitten durch das Yas-Marina-Hotel.

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    Der neue Kurs in Abu Dhabi beeindruckt mit seiner imposanten Architektur.

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