Eine "neue Landkarte technologischer Exzellenz"

29. Oktober 2009, 15:36
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"COMET" bewilligt Spitzenforschung an künftig insgesamt fünf K2-Zentren - weitere vier K1-Zentren empfohlen

Wien - Die Entscheidung über die Forschungskompetenzzentren in Österreich unter dem vom Infrastruktur- und Wirtschaftsministerium initiierten Programm "COMET" ist gefallen. Anzahl und Standorte der neuen Institute sind damit festgelegt: Künftig wird an fünf sogenannten K2-Zentren Spitzenforschung betrieben. Zu den drei bereits zuvor bewilligten Einrichtungen gesellen sich zwei neue, durch die zweite Ausschreibung ausgewählte Konsortien, teilte Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

Mit der Juryentscheidung über die weiteren Kompetenzzentren - neben den zwei neuen K2-Spitzenforschungszentren wurden auch vier neue, etwas kleinformatigere K1-Zentren bestimmt - habe man das Ziel von "COMET" erreicht, "mit dem Jahr 2010 eine neue Landkarte technologischer Exzellenz und Kompetenz in Österreich zu zeichnen", so Bures. Auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) begrüßte in einer Aussendung die aktuellen Jury-Förderempfehlungen. Über das Förderprogramm entstünden "Top-Arbeitsplätze, die Österreich auch für Forscher aus aller Welt und Betriebsansiedlungen von internationalen Unternehmen interessant machen".

Die zwei Forschungsinstitute

Industrielle Biotechnologie sowie Tribologie (Reibungslehre) sind die Schwerpunkte der neu gewählten, zu gründenden K2-Spitzenforschungsinstitute: Das "Austrian Center of Industrial Biotechnology" (ACIB) wird mit Hauptstandort in Graz und weiteren Standorten in Tirol und Wien realisiert. Ziel ist es, Verfahren zur Herstellung von Produkten, die mit Hilfe von biologischen Organismen gewonnen werden, zu verbessern.

Das "Excellence Center of Tribology" (XTribology) wird in Wiener Neustadt mit weiteren Standorten in Vorarlberg und Wien umgesetzt. Ziel ist die Realisierung von neuartigen Werk- und Schmierstoffen zur Optimierung des Reibungsniveaus und der Reduktion von Verschleiß, Materialeinsatz und Energiebedarf - und damit einhergehend weniger Umweltbelastung.

K2-Kompetenzzentren sollen das Potenzial mitbringen, sich in der Weltspitze des jeweiligen Forschungsgebiets etablieren zu können. Die Projekte mit einer Laufzeit von zehn Jahren müssen internationale Unternehmen und Wissenschafter einbinden.

K1-Zentren

Das dritte eingereichte, aber von der Jury nicht abgesegnete Tiroler K2-Zentrum "alpS - Centre for Climate Change Adaption Technologies" erhielt die Einladung, einen Antrag für ein K1-Zentrum zu stellen und könnte als solches noch im Laufe des kommenden Jahres starten.

Die K1-Zentren entsprechen in ihrer Dimension den Kompetenzzentren der ausgelaufenen Programmlinien Kplus, K_ind und K_net. In dieser Kategorie wurden folgende Konsortien von der Jury zur Förderung empfohlen: Unter dem Akronym "ACMIT" das "Austrian Center for Medical Innovation and Technology" (Niederösterreich), unter "PCCL - K1" das "Competence Center in Polymer Engineering and Science" (Steiermark), unter "SBA 2" das "Secure Business Austria 2" (Wien) und unter "Wood Comet" das Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie (Oberösterreich).

Hintergrund

Vor zwei Jahren startete das Programm COMET (Competence Centres for excellent technologies) mit der ersten Ausschreibungsrunde, damals wurden drei K2-Zentren und elf K1-Zentren beschlossen. Mit den neuen Juryempfehlungen wurde die Anzahl auf insgesamt fünf K2- und 15 K1-Zentren aufgestockt. In der zweiten "COMET"-Runde werden vom Bund Förderzusagen von 90 Mio. Euro vergeben, 45 Mio. Euro kommen von den Ländern und rund 130 Mio. Euro von den beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Über die gesamte Laufzeit und Förderperiode des von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelten COMET-Programms (2006-2019) fließen rund 500 Mio. Euro an Bundesförderungen. Mit den weiteren Mitteln der Bundesländer, Unternehmen und Forschungseinrichtungen würden in Summe im Rahmen des Programm 1,5 Mrd. Euro in die industrienahe Forschung investiert, so Bures. Mit den Kompetenzzentren würden unmittelbar rund 1.500 Arbeitsplätze "auf hohem Niveau" für die Forscher geschaffen und abgesichert.

K-Projekte noch offen

Ganz abgeschlossen ist die Initiative COMET noch nicht: Offen sind noch Entscheidungen für sogenannte K-Projekte, kleinere Initiativen mit Netzwerkcharakter. Im Frühjahr 2009 ist hier eine dritte Ausschreibung angelaufen, die Entscheidung darüber fällt Ende Februar 2010. Bisher wurden zehn K-Projekte bewilligt. (APA)

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