Immer mehr Jugendliche spielen an Automaten

29. Oktober 2009, 14:31
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Jugendliche mit Migrationshintergrund gehören zur Hochrisikogruppe

Wien - Immer mehr Jugendliche verspielen ihr Geld an Glücksspielautomaten. Das berichtet das Monatsmagazin Datum in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.
Betroffen seien vor allem männliche Jugendliche aus sozial schwachen Familien und Kinder von Einwanderern. Laut Statistik der Spielsuchthilfe, der ältesten Spieler-Betreuungseinrichtung in Österreich, hat jeder dritte Spielsüchtige vor seinem 19. Geburtstag zu spielen begonnen. Die meisten an einem der rund 15.700 Automaten in Österreich, die als "Kleines Glücksspiel" vom staatlichen Glücksspielmonopol ausgenommen sind.

Vor allem in Wien nimmt die Automatenanzahl ständig zu. Derzeit stehen in der Bundeshauptstadt laut Datum rund 3.500 legale Glücksspielautomaten. In den traditionellen Einwandererbezirken der Hauptstadt sammeln die meisten Teenager schon früh Erfahrung mit Glücksspiel. Die Entwicklung wird von Jugendarbeitern und Lokalpolitikern im Bezirk seit einiger Zeit mit Sorge beobachtet.

Hermine Moospointner (SPÖ), die Bezirksvorstehern in Favoriten, will die Automaten verbieten lassen - obwohl die Stadt Wien jährlich rund 55 Millionen Euro an Steuereinnahmen aus dem kleinen Glücksspiel einnimmt. Auf dieses Geld könne sie verzichten, sagt die Bezirkschefin. "Für mich ist das nicht akzeptabel", sagt Moospointer dem Monatsmagazin, weil das legale Glücksspiel "nicht nur Jugendliche, sondern auch deren Eltern verführt."

Nur in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten ist das "Kleine Glücksspiel" derzeit erlaubt. Die Bundesregierung arbeitet seit mehr als einem Jahr an einer Gesetzesnovelle, die es auch in den übrigen Bundesländern legal machen würde. (red, derStandard.at, 29.10.2009)

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  • Immer mehr Jugendliche verspielen ihr Geld an Glücksspielautomaten.
    foto: corn

    Immer mehr Jugendliche verspielen ihr Geld an Glücksspielautomaten.

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