Roboter als Helfer in der Krankenpflege

29. Oktober 2009, 14:48
1 Posting

In Zukunft könnten Roboter im Haushalt helfen oder menschliche Krankenpfleger entlasten

Wien - Frühestens in "10 bis 30 Jahren" könnte es soweit sein, dass Roboter menschliche Krankenpfleger entlasten oder entscheidend im Haushalt helfen. Das erklärten Experten bei einer "science-Lounge" zum Thema "Wenn Roboter Menschen ersetzen. Technischer Fortschritt oder Gesellschaft ohne Herz" in Wien. Ob es überhaupt wünschenswert ist, dass Maschinen dereinst zu Partnern von Menschen werden, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Abgesehen von einzelnen Hightech-Anstrengungen etwa von japanischen Autoherstellern einerseits und vergleichsweise einfachen Geräten wie autonomen Rasenmähern stehen die Roboter-Forscher bis heute vor ziemlichen Problemen, räumte Markus Vincze vom Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der Technischen Universität (TU) Wien ein. Am weitesten gediehen sind dabei noch das Hör- und Sprechvermögen der autonom handelnden Maschinen.

Seh- und Aufnahmevermögen überfordert

Mit dem Sehen haben die Wissenschafter schon ihre liebe Not. Erhält eine Maschine etwa den Auftrag, den Inhalt eines Einkaufskorbes in der Küche zu verstauen, so funktioniert es mit einigen wenigen Gegenständen, erklärte Vincze. Ein voller Korb überfordert dagegen Seh- und Aufnahmevermögen des Roboters. Auch das Gehen bereitet menschenähnlichen Geräten - sogenannten Androiden - nach wie vor Probleme. Stiegensteigen sei eine echte Herausforderung, da dürfe man sich bei Präsentationen nicht täuschen lassen, oft würden die Roboter noch von Menschenhirnen effektiv ferngesteuert.

Roboter statt Auto

Ein Grund, warum die Entwicklung bezüglich autonomer Roboter vergleichsweise langsam vonstattengeht, ist für Vincze nicht zuletzt der hohe Preis. Dieses Problem möchte Robert Trappl vom Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) unkonventionell lösen: Ältere Menschen sollten sich anstatt eines letzten Autos lieber einen Roboter kaufen, so der Wissenschafter. So wäre das Preisproblem sicher rascher in den Griff zu bekommen.

Differenziert sieht Trappl auch immer wieder geäußerte Bedenken, dass eine Maschine kein geeigneter Partner für einen Menschen sein könne. So könne es schon heute interessanter sein, mit einem intelligenten Computer zu konversieren, anstatt etwa mit einem Hund. Man dürfe bei Vergleichen nicht immer von Idealvorstellungen ausgehen, nämlich wohlmeinender Mensch kontra Maschine. Beim Vergleich "bösartiger menschlicher Krankenpfleger" versus "Roboter" sehe die Sache schon wieder etwas anders aus, argumentierte Trappl. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Roboter, die in der Krankenpflege oder im Haushalt helfen, wir es in den kommenden Jahren noch nicht geben

Share if you care.