Reaktion

Faymann bestätigt Wunsch der Sozialdemokraten nach EU-Außenminister

29. Oktober 2009, 13:54

Bundeskanzler dementiert Kandidat Gusenbauer

Brüssel - Bundeskanzler Werner Faymann hat vor Beginn des EU-Gipfels am Donnerstag in Brüssel bestätigt, dass die sozialdemokratische Parteifamilie den Wunsch für die Besetzung des künftigen Hohen Beauftragten für die EU-Außenpolitik (EU-Außenminister, Anm.) geäußert habe. Allerdings sei die Sache "nicht ausdiskutiert". Konkret auf seinen Vorgänger als Regierungschef, Alfred Gusenbauer, angesprochen, dementierte Faymann, dass dieser ein Kandidat wäre.

Faymann betonte, dass es keine Liste gebe. Es seien drei bis vier Namen im Gespräch für den Hohen Repräsentanten. Man könne nicht ausschließen, dass der britische Außenminister David Miliband gute Chancen habe.

Auf die Frage, dass aufgrund eines Personalpakets, wonach die Sozialdemokraten den EU-Außenminister und die Konservativen den EU-Ratspräsidenten stellen, der frühere britische Premierminister Tony Blair aus dem Rennen sei, sagte Faymann: "Ja, das ist heute einer der Diskussionspunkte." Ein Kandidat der Sozialdemokraten für die Funktion des Hohen Beauftragten sollte eher eine Nähe zu US-Präsident Barack Obama und nicht zum früheren amerikanischen Präsidenten George W. Bush und dem von ihm begonnenen Irak-Krieg haben.

Auf steigende Chancen für den den früheren Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in der Funktion des EU-Ratspräsidenten angesprochen, winkte Faymann ab: "Das habe ich bisher nur in Österreich gehört." Er sei aber nicht bei den Beratungen der Konservativen zum EU-Gipfel dabei. Es würde ihn aber überraschen, wenn es dort eine andere Meinung gebe.

Zum Lissabon-Vertrag und der Verzögerung durch den tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus angesprochen, sagte Faymann, die schwedische Ratspräsidentschaft habe zuletzt eine Opt-Out-Formulierung von der Grundrechtecharta ins Spiel gebracht, die beim Beitritt Kroatiens greifen könnte. "Wenn die Tschechen etwas möchten, was in zwei bis drei Jahren zu beschließen sein wird", so brauche er das zwar nicht unbedingt, aber es wäre eine Möglichkeit.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn bestätigte ebenfalls die kolportierte Aufteilung der künftigen Spitzenposten in der EU zwischen Konservativen und Sozialdemokraten. Vor der Sitzung der Europäischen Sozialdemokraten in Brüssel Donnerstagnachmittag kurz vor dem Start des EU-Gipfels sagte Asselborn: "Das stimmt, dass die Konservativen sich auf einen Posten fokussieren werden und meiner Meinung nach sollten wir das Gewicht auf den europäischen Außenminister legen." Angesprochen auf eine Kandidatenliste winkte Asselborn zwar nicht ab, wollte aber keine Namen nennen. Ebenso wie Faymann zeigte sich Asselborn kritisch gegenüber Blair. Er habe schon früher immer gegen eine Kandidatur Blairs gesprochen, der mit Bush und dem Irak-Krieg verbunden sei und man sollte im Zeitalter von Barack Obama nicht dorthin zurückkehren. Befragt, ob innerhalb der sozialdemokratischen Parteien dies eine Einzelmeinung sei, sagte Asselborn: "Das finde ich nicht so." (APA)

Kommentar posten
14 Postings
Zala Manda
00
30.10.2009, 18:32
was nun?

entweder es muss eine Geschlechtsumwandlung her (-> Alfreda Gusenbauer) oder Benitas Parteibuch chamäleontisiert ins Rote;

oder beides: Genossin Wolfhilde Schüssel

Sonst is halt Essig mit Ösipräsi oder Ösiaußi
- macht aber eigentlich auch nix, oder?

Orakel1
01
29.10.2009, 17:59
Dass sich jetzt wichtig macht mit sog. Wünschen und....

...Meinungen, ist nur noch peinlich. Peinlich deswegen weil er kein einziges Fettnäpfchen ausgelassen hat, um sich als Moderator auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Er hat den politischen Sinn der EU noch nie begriffen. Ein Trauerspiel, das sich der BK zu Lasten der Republik geleistet hat.

Er springt auf einen fahrenden Zug auf, der längst ohne ihn abgefahren ist.

Hans Klade
00
30.10.2009, 17:35

Wenn Faymann nur einen Funken Anstand hätte, würde er es als seine Pflicht erkennen, sich für Gusenbauer als Kandidaten für den EU-Außenminister einzusetzen. Gusenbauer würde alle Voraussetzungen dafür erfüllen. Alle anderen Staatschefs setzen sich für Politiker ihrer Partei ein. Nur Faymann windet sich wieder wie ein Aal.Letzten Endes wird er wieder für eine schleimige, unwürdige Lösung sein. Wie will Faymann so weiter fuhrwerken? Will er so bis 2013 Politik machen? Sein Verhalten wird bereits jetzt mit jedem Tag seiner Tätigkeit unerträglicher.

asdf 1234
00
31.10.2009, 18:17
Sie vergessen offenbar, dass je früher ein Kandidat -

egal, wer auch immer - genannt wird, umso grüßer die Gefahr, dass der Kandidat vorzeitig "verbrannt" wird. Egal, ob rot oder schwarz.

TrifterSepp
 
00
29.10.2009, 16:55

Wichtig: Nur kein Kandidat aus einem Blockier-Land wie England.

Peter Hammer 06
01
29.10.2009, 16:27
Es gebe da einen, mehrsprachig,gscheit.....

...beginnt mit G., ist aber kein Freund von W.F. Schade!

Ernst Dorfner
01
29.10.2009, 15:30
Mein Gott, soviel Arbeit, ...

..die alle zu verhindern, die er nicht mag, der W:F.

Wahl 09
12
29.10.2009, 14:19

"Faymann bestätigt Wunsch der Sozialdemokraten nach EU-Außenminister"

der kann den hals wohl auch nicht vollkriegen. jetzt hat er eh schon den hahn bekommen...

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
01
29.10.2009, 16:25

Gemeint sind ja die europäischen Sozialdemokraten.
Nachdem, was sich in Österreich abgespielt hat, wird man sich's genau überlegen jemand von hier zu holen.

Stellen Sie sich (rein hypothetisch) vor, die EVP will Schüssel zum Präsidenten machen. Faymann würde innerhalb der europäischen Sozialdemokraten wahrscheinlich sofort versuchen Stimmung für Molterer, Andi Khol oder Martin Bartenstein zu machen.

asdf 1234
00
29.10.2009, 16:22
Meine Güte! Net bös sein, aber könnt es vielleicht sein, dass

Faymann die PES gemeint hat? Also die europ. Sozialdemokraten?

Walter Kaiser
00
29.10.2009, 15:06
Falls Sie das nicht wissen: Hahn war ein ÖVP Kandidat ...

... bei dem die SPÖ zugestimmt hat.

Orakel1
01
29.10.2009, 18:03
Zugestimmt? Er hat auf sein Vorschlagsrecht im Rahmen...

..eines Kuhhandels längst verzichtet. Und dies ist ein Beleg dafür, dass ihm die EU völlig gleichgültig ist und ihm jeglicher politische Instinkt abgeht.

Am Schluß war dem Vizekanzler ganz recht, dass er ein Alibi hatte Molterer nicht zu nehmen.

asdf 1234
00
29.10.2009, 17:23
Sorry, hier ist aber nicht vom disgn. österreichischem

EU-Kommisar die Rede.

Walter Kaiser
00
29.10.2009, 19:47
Lesens nach, ICH hab den Hahn nicht ins Spiel gebracht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.