Österreichs Industrie erhöht Wachstumstempo

29. Oktober 2009, 12:32
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Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober gestiegen - Internationale Nachfrage kurbelt Konjunktur an

Wien - Die österreichische Industrie verspürt momentan wieder Rückenwind: "Kräftig steigende Aufträge, insbesondere aus dem Ausland, treiben die Erholung der österreichischen Industriekonjunktur voran", fasst Helmut Bernkopf, Bank Austria Vorstand Corporate & Investment Banking, die Ergebnisse des aktuellen Bank Austria EinkaufsManagerIndex zusammen. Die Auftragspolster wachsen, die Einkaufsmenge nimmt zu und die Lieferzeiten verlängern sich aufgrund steigender Auslastung. Lediglich die Beschäftigung sinkt weiter deutlich, heißt es heute Donnerstag in einer Bank Austria-Aussendung. Für die erste Jahreshälfte 2010 wird wieder Gegenwind für die Industriekonjunktur erwartet.

"Der saisonbereinigte EinkaufsManagerIndex (EMI) der Bank Austria ist im Oktober auf 51,1 Punkte gestiegen, nachdem im Vormonat, erstmalig seit März 2008, wieder die Wachstumsgrenze überschritten wurde. Die Erholung der österreichischen Industrie setzt sich fort und gewinnt diesen Herbst sogar noch an Stärke", erläutert BA-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Ein EMI über 50,0 weist auf ein Wachstum zum Vormonat hin. Der Schwung für die heimische Industriekonjunktur kommt aus dem Ausland. Die Frühindikatoren zeigen eine Wiederbelebung der Weltwirtschaft an, angeführt von China bzw. dem asiatischen Raum. Auch in den USA, im Euroraum und in Zentral- und Osteuropa ist der Aufwärtstrend spürbar.

Globale Erholung beflügelt

Die globale Erholung beflügelt die Nachfrage nach österreichischen Industrieprodukten: Die Neuaufträge sind im Oktober bereits den vierten Monat in Folge gestiegen. Der Anstieg war diesmal besonders stark, weil die Exportaufträge mit 57,3 Punkten den höchsten Wert seit Jahreswechsel 2006/2007 erreichen. Durch den steigenden Zuwachs an Auftragseingängen hat der Auftragsbestand in den heimischen Industriebetrieben im Oktober abermals zugenommen, wobei das Tempo sogar erstmals wieder Vorkrisenniveau erreichte.

Die verbesserte Auftragslage schlägt sich nun deutlich im Produktionsprozess der Industriebetriebe nieder. Während in der Lagerhaltung weiterhin fest auf die Kostenbremse gedrückt wird und die Vorratsstände reduziert werden, ist erstmals seit 1,5 Jahren die Einkaufsmenge substanziell erhöht worden. "Um die gestiegene Nachfrage abdecken zu können, ist die Produktionsleistung im Oktober abermals stark ausgeweitet worden. Der Produktionsindex zeigt mit einem Wert von 54,3 ein beachtliches Wachstumstempo an, das letztmalig im Jänner 2008 erreicht worden ist", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria bestehen für die österreichische Industrie kurzfristig günstige Aussichten. "Die Unternehmen werden die Produktion in den kommenden Monaten weiter an die steigende Nachfrage anpassen und die leeren Lager auffüllen müssen. Daher stehen die Zeichen derzeit auf eine solide Fortsetzung des exportgetriebenen Aufschwungs in der Industrie, der vorerst recht kräftige Produktionszuwächse im Monatsvergleich erwarten lässt", meint Pudschedl.

Zunehmender Gegenwind

Für das Frühjahr 2010 deutet das bestehende Umfeld jedoch wieder auf zunehmenden Gegenwind für die heimische Industrie hin. Die laufende Erholung der globalen Industrienachfrage fußt auf einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. In Österreich liegt die Industrieproduktion in den ersten acht Monaten um durchschnittlich mehr als 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zudem wird der derzeitige Aufwind kräftig von temporären Faktoren unterstützt.

Die weltweiten Fiskalprogramme und die Unterstützung durch den Lagerzyklus werden im Jahr 2010 kontinuierlich auslaufen. Die Industriedynamik werde sich daher im Verlauf des kommenden Jahres wieder spürbar abbremsen, zumal sich neben der sich verschärfenden Beschäftigungssituation auch durch die Rohstoffpreis- und Wechselkursentwicklung zum US-Dollar zusätzliche Konjunkturrisiken auftun. Nach Einschätzung der BA-Ökonomen dürfte jedoch erst ein Kurs des Euro zum US-Dollar über 1,70 zur echten Gefahr für das Wachstum werden.

Nach einem zweistelligen Rückgang im Jahr 2009 werde sich dann 2010 aufgrund der tiefen Vergleichsbasis zum Vorjahr dennoch ein Plus der Industrieproduktion um rund 5 Prozent im Jahresdurchschnitt ergeben. Die Produktionsleistung der österreichischen Industrie werde damit aber Ende 2010 noch deutlich unter dem Wert von vor Ausbruch der Konjunkturkrise liegen, also unter der Produktion von Herbst 2008, so die Prognose der Bank-Experten.(APA)

 

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