Sicherheitsrat berät hinter verschlossenen Türen

29. Oktober 2009, 21:20
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Vereinte Nationen überprüfen Mission nach Anschlag - Angriffe auf Helfer steigen

New York - Nach dem Terroranschlag auf ein UN-Gästehaus in Kabul hat der Weltsicherheitsrat in New York noch für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung zur Lage in Afghanistan einberufen. Der amtierende Ratspräsident Le Luong Minh (Vietnam) bat die anderen 14 Mitgliedsländer für 2030 MEZ zu einer Beratung hinter geschlossenen Türen.

Anschließend wollte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Presse informieren, wie seine Sprecherin ankündigte. Bei dem Angriff waren laut Ban fünf ausländische Mitarbeiter getötet und weitere neun verletzt worden.

Strikte Sicherheitsanweisungen

Einen Tag nach dem Anschlag der Taliban auf ein UNO-Gästehaus in Kabul haben die Vereinten Nationen strikte Sicherheitsanweisungen für ihre Mitarbeiter in Afghanistan ausgegeben. Dies bedeutete unter anderem, dass sie ihre Unterkünfte nicht verlassen durften, wie ein Betroffener am Donnerstag mitteilte. Der Sprecher der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA), Aleem Siddique, erklärte, die Arbeit der Weltorganisation in dem Land gehe weiter. Etwaige Konsequenzen müssten allerdings noch geprüft werden.

Nach einem Bombenanschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad im August 2003, bei dem 22 Menschen getötet wurden, hatten sich die Vereinten Nationen für mehrere Jahre aus dem Irak zurückgezogen. Deshalb gab es Spekulationen über einen ähnlichen Schritt in Afghanistan. Siddique betonte, die Vorbereitungen der Präsidenten-Stichwahl am 7. November seien schon sehr weit gediehen und würden auf jeden Fall fortgesetzt. Allerdings gab es Hinweise, dass das UNO-Personal in Kabul verringert werden könnte.

Die Taliban erklärten, sie hätten alle gewarnt, die an der geplanten Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karzai und dem Ex-Außenminister Abdullah Abdullah mitarbeiteten. "Das war unser erster Angriff", warnte ein Sprecher. Bei dem Überfall auf das UN-Gästehaus wurden elf Menschen getötet - fünf Mitarbeiter der Vereinten Nationen, zwei afghanische Wachleute und eine Zivilperson sowie die drei Attentäter.

Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Zugleich stellte sich das Gremium hinter die UNO-Mission in Afghanistan. Keine terroristische Tat könne das Land vom Pfad des Friedens, der Demokratie und des Wiederaufbau abbringen, hieß es in einer am UN-Sitz in New York veröffentlichten Erklärung.

Ein Netzwerk von mehr als 100 afghanischen und internationalen Hilfsorganisationen beklagte, dass die Angriffe auf Helfer die höchste Quote seit sechs Jahren erreicht hätten. Seit Jahresbeginn seien schon mindestens 23 Mitarbeiter von Hilfsgruppen getötet worden, erklärte die Agentur zur Koordination der Hilfe für Afghanistan. Dies habe viele Organisationen zur Einschränkung ihrer Arbeit gezwungen. Die Leidtragenden seien Zivilpersonen, die auf Unterstützung angewiesen seien. (APA)

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