Handballer erstmals in der Heimhalle der Heim-EM

29. Oktober 2009, 19:31
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In Linz steigt für Österreichs Hand­ballteam ab heute gleichsam die Generalprobe für die EM im Jänner 2010. Die Teams aus Slowenien, der Schweiz und der Ukraine nehmen die Prüfungen ab

Linz - Nicht ganz drei Monate vor Anheben der Europameisterschaft am 19. Jänner 2010 spielen Österreichs Herren erstmals quasi in der Heim-EM-Heimhalle, also in der Linzer Intersport Arena. Slowenien (heute, Freitag, 18), die Schweiz (Samstag, 20.20) und die Ukraine (Sonntag, 16.20, alle ORFSport Plus) sind die Gegner im Vier-Nationen-Turnier, das der Mannschaft von Teamchef Dagur Sigurdsson nur in zweiter Linie zur Annäherung an die 6000 Zuseher fassende Spielstätte ihrer EM-Vorrundengruppe B (mit Dänemark, Island und Serbien) dient. "Prinzipiell schauen alle Hallen ähnlich aus. Aber es ist schon wichtig, dass wir uns an die Halle gewöhnen können" , sagt Teamchef Sigurdsson dennoch.

Mehr liegt dem Isländer die Automatisierung des längst feststehenden Spielsystems, das Auffrischen von Spielzügen und die Verinnerlichung der Abwehrarbeit am Herzen. Die Gegner können Defizite locker aufzeigen. Slowenien, 2004 bei der eigenen Heim-EM Zweiter, zählt Sirgudsson zu den besten acht Auswahlen der Welt, sei also folglich der dickste Brocken. Mit der Schweiz sehen sich die Österreicher auf Augenhöhe, wie stark EM-Teilnehmer Ukraine ist, hänge letztlich davon ab, welche Kaderspieler tatsächlich nach Linz kommen.

Sigurdsson selbst kann so ziemlich die stärkste österreichische Mannschaft aufbieten, allen voran die Spitzenlegionäre aus Deutschland, Konrad Wilczynski und Viktor Szilagyi. Beide sind in blendender Verfassung. Kapitän und Regisseur Szilagyi (31) hat in der laufenden Saison für Gummersbach in acht Spielen schon 53 Tore erzielt, womit er in der deutschen Schützenliste an dritter Stelle liegt.

Wilczynski, der unter Sigurdsson auch bei den Füchsen Berlin wirkt, hat es in sieben Spielen auf 29 Treffer gebracht. Der 27-jährigen Flügelspieler, der bisher in Länderspielen 348 Mal traf und 2007/08 überraschend deutscher Schützenkönig war, sei körperlich gut in Schuss und spritziger als in der vergangenen Saison, sagt Sigurdsson.

Fraglich ist, ob Mare Hojc in Linz sein Debüt für Österreich geben kann. Der gebürtige Slowene, 2007/08 für Bregenz Spieler der Saison in der österreichischen Bundesliga und inzwischen ebenfalls in Deutschland bei Balingen-Weilstetten unter Vertrag, laboriert an einer Schulterverletzung. Der Coach hält große Stücke auf den 27-Jährigen: "Er ist stark im Eins-gegen-Eins-Spiel. Er kann wichtig für uns werden."

Wilczynski ist überzeugt, dass Österreich das Linzer Turnier gewinnen kann. "Dass wir es gewinnen müssen, davon würde ich aber nicht sprechen" . Er erwartet eher allgemein, "dass wir noch besser zusammenfinden" . (APA, krud, DER STANDARD Printausgabe, 30.10.2009)

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    Viktor Szilagyi (li)  ist mit 53 Torena aus 8 Spielen aktueller Dritter der Torschützenliste der deutschen Bundesliga.

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