Madoff-Opfer verloren 21 Milliarden Dollar

29. Oktober 2009, 17:35
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Bislang waren die Verluste der Investoren, die dem Milliarden­betrüger auf den Leim gegangen sind, auf 13 Milliarden Dollar geschätzt worden

New York / Wien - Die Opfer des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff haben nach neuen Erkenntnissen erheblich mehr Geld verloren als bisher angenommen. Die Investoren büßten insgesamt 21,2 Mrd. Dollar (14,3 Mrd. Euro) durch Anlagen bei Madoff ein, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. Bisher waren die Verluste auf 13 Mrd. Dollar geschätzt worden. Der Verwalter soll das Vermögen und die Besitztümer Madoffs auflösen, um die Geprellten zu entschädigen. Daraus konnten bisher aber erst 1,5 Mrd. Dollar gezogen werden.

Madoff hatte über Jahre hinweg mithilfe eines komplexen Pyramidensystems tausende Anleger um Milliarden Dollar betrogen. Ende Juni wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, niemals auch nur einen Cent der ihm anvertrauten Summen angelegt zu haben. Vergangene Woche verstarb der Großinvestor Jeffry Picower, der sieben Mrd. Dollar aus Madoff-Veranlagungen abgecasht haben soll. Die Familie bestreitet jegliches Zusammenspiel mit dem Verurteilten.

Brenzliger für Bank Medici

Immer brenzliger wird die Angelegenheit für die Wiener Bank Medici, die dick im Geschäft mit Madoff war. Konkret hat der Masseverwalter die von Medici vertriebenen und eng mit der Bank verflochtene Fondsgesellschaft belangt. Diese Woche ging ein Antrag von Herald beim New Yorker Bankruptcy Court ein, wonach der Fonds - "im Unterschied zu anderen Investoren" - keinerlei Rückflüsse von Madoffs Investmentfirma erhalten habe. Im Gegenteil - die auf Cayman Island sitzende Firma habe eine Milliarde Dollar durch Madoff verloren.

Die Anträge des Masseverwalters sollten daher abgelehnt werden. Die Großbank HSBC wies ebenfalls alle Vorwürfe zurück. Sie habe lediglich als Zahlstelle "zwischen Bernard L. Madoff Investment Securities LLC und Herald Fund" agiert. (as/Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.10.2009)

 

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