Sicherheit und Sauberkeit als Werbe-Plus

29. Oktober 2009, 10:31
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Umfrage unter 11.000 Reisenden: Saubere und sichere Öffis Motiv für Wien-Besuch - Liberale Ladenschlusszeiten erwünscht

Wien - Ein junges Paar, das sich innig vor der romantisch illuminierten Wiener Hofburg küsst, daneben in roten Lettern der Satz: „In diesem Moment wird in einer der sichersten Städte Europas schon wieder ein Herz gestohlen. Schade, dass es nicht Ihres ist."

Der Satz sei eigentlich ein „werbetechnisches Nono", sagt Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner, „trotzdem haben wir uns dafür entschieden." Meist sei es verdächtig, wenn jemand damit werbe, „besonders sicher" zu sein - „dann ist meist das Gegenteil der Fall". Nicht so in Wien, betont der Tourismus-Direktor. Da sei „Sicherheit tatsächlich einer der Haupt-Pluspunkte der Stadt - zumindest in Touristen-Augen.

Sauberkeit und Sicherheit

Wien Tourismus hat nicht nur ein Konzept für das Jahr 2015 vorgelegt, sondern auch eine Umfrage unter 11.000 Reisenden aus neun Ländern gemacht. Die Studie belege klar, was für Wien-Touristen wichtig sei: Dass sich (vor allem) Frauen nicht fürchten müssen, wenn sie nach Einbruch der Dunkelheit mit Öffis fahren; dass diese nicht zugemüllt seien; dass Graffitis weggeputzt werden. Kettner hat aufgrund dieser Ergebnisse 550 Experten aus der Reisebranche zusammengetrommelt und mit ihnen diskutiert, ob die Stadt nun doch mit Sicherheit werben solle: „Das Ergebnis war eindeutig positiv."

Dass die rote Stadtregierung ebenfalls einen „Sicherheits-Schwerpunkt" ausgerufen hat, sei „Zufall, aber erwünscht", meint Kettner. Dass es bald wieder mehr Polizei in Wien geben soll, sei für den Tourismus jedenfalls gut.

Liberale Ladenschlusszeiten erwünscht

Andere Forderungen des Tourismus-Chefs werden bei der Politik vermutlich auf geringeres Echo stoßen: Kettner fordert liberale Ladenschlusszeiten und zehn Millionen Euro mehr Budget für den Tourismus-Partner Österreich Werbung. (stui, DER STANDARD Printausgabe 29.10.2009)

 

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