1x1 der Uni-Proteste

28. Oktober 2009, 22:15
51 Postings

Die Forderungen der Studenten passen nicht zusammen - und Hahn kann nichts als rechnen

Es ist beeindruckend, wie die sonst so stillen Studierende auf die Straße gehen und für ihre Interessen kämpfen. Und im Grunde haben sie mit ihrem Protest Recht: Die Zustände an den meisten Unis sind katastrophal.

Aber wenn man sich ihre konkreten Forderungen anschaut, dann kommt ein anderer Gedanke auf: Geht zurück in die Schule und macht eure Matura nach – vor allem in Mathematik. Denn wer gleichzeitig über überfüllte Hörsäle und zu wenige Seminarplätze klagt, aber Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren empört ablehnt, der hat offenbar nie richtig zu rechnen gelernt.

Und wenn die Studenten nun sagen, der Staat soll doch einfach das Uni-Budget massiv aufstocken, der hat offenbar noch nichts von Finanzkrise und Budgetnöten gehört – und scheint es offenbar als selbstverständlich anzunehmen, dass der Rest der Gesellschaft denen das Studium finanziert, die selbst nicht bereit sind, auch nur einen kleinen Beitrag zu ihrem Bildungsvergnügen zu leisten.

Das Rechnen kann den Studenten Wissenschaftsminister Johannes Hahn beibringen, denn das beherrscht der Kommissar in spe. Aber dafür sollte er in Deutsch und Rhetorik noch einmal die Schulbank drücken.

Denn wenn Hahn in all seinen Jahren als Minister auch nur einmal eine Vision für die Universitäten präsentiert und über Inhalte gesprochen hätte, statt die Hochschulen als reinen Budgetposten zu behandeln, dann würde er sich jetzt auch leichter tun, die Studierenden von seinen Finanzierungsplänen zu überzeugen.

So aber bleibt an den Unis wohl alles beim Alten. Hochburgen der intellektuellen Exzellenz schauen anders aus.

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.