Köllerer machte kurzen Prozess

28. Oktober 2009, 21:21
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Der Österreicher fertigte Erstrundengegner Nieminen mit 6:1,6:2 ab - Nun gegen Lopez: "Darf mich nicht einlullen lassen" - Melzer gegen Hrbaty

Wien - Der Welser Daniel Köllerer hat am Mittwoch bei seinem ersten Hauptfeld-Antreten im Wiener Stadthallenturnier einen verheißungsvollen Start hingelegt. Nach 71 Minuten hatte er den Finnen Jarkko Nieminen 6:1,6:2 abgefertigt, spielt nun am Donnerstag nicht vor 14.45 Uhr gegen den Spanier Feliciano Lopez um ein Viertelfinal-Ticket. Um das geht es auch für Jürgen Melzer, und zwar nicht vor 18.30 Uhr gegen den Slowaken Dominik Hrbaty.

Köllerer zog zeitweise das angekündigte Festival ab, Nieminen half ihm etwas dabei. Der machte bei 0:5 sein erstes Game, war nur zu Beginn von Satz zwei besser im Spiel. Da hatte Österreichs Nummer zwei sechs Breakbälle abzuwehren, um nicht 0:2 in Rückstand zu geraten. "Das Game hat 14 Minuten gedauert", hatte Köllerer selbst auf der Match-Uhr abgelesen. Nieminens Widerstand war mit dem Break zum 3:2 gebrochen, er machte kein Game mehr.

Der Lokalmatador benahm sich an diesem Abend der Bank-Austria-Trophy mustergültig, seine Emotionen legte er bei spektakulären und wichtigen Punktschlägen in den Jubel. Das Spiel vor 5.000 Zuschauern gefiel dem Welser nicht schlecht: "Wie der Stadionsprecher mich vorgestellt hat, habe ich erst gemerkt, dass die Hütte voll ist." Der erste Satz war in nur 21 Minuten aus gewesen, lediglich neun Punkte gingen auf das Konto des Skandinaviers.

Lopez sah sich Köllerer in dessen Aufaktmatch gegen den Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer an. "Ich sollte ein bisschen besser servieren als Andi und von der Grundlinie stärker sein", legte sich der psychisch nun gefestigtere 26-Jährige die Taktik zurecht. Sein Mentaltrainer Axel Mitterer gab seinem Schützling in der Halle die wichtige Unterstützung. "Ich muss nur mein Spiel durchziehen, darf mich nicht einlullen lassen."

Hat Köllerer als Weltranglisten-55. gegen den als Nummer sechs gesetzten Lopez wie davor gegen Nieminen noch nie gespielt, gewann Melzer sein bisher einziges Duell mit Hrbaty 2004 in Toronto. Der Weltranglisten-35. ist gegen den Qualifikanten Favorit. Hätte der Weltranglisten-166. nicht kürzlich seine Davis-Cup-Karriere beendet, könnte die Partie auch als Test für das Erstrunden-Duell Österreichs mit der Slowakei vom 5. bis 7. März 2010 herhalten.

Das erste Viertelfinale lautet Philipp Kohlschreiber (GER-4) gegen Nicolas Almagro (ESP-5). Unter den letzten Acht ist auch Radek Stepanek (CZE-2). Gael Monfils (3) hatte nach dem Achtelfinal-Einzug eine simple Erklärung, warum er nicht wie andere Top-Franzosen derzeit nicht in Lyon spielt. "Ich spiele, wo ich gut punkten kann. Und ich möchte dieses Turnier gewinnen." Schließlich schaltete Janko Tipsarevic (SRB) im Aufschlag-Duell John Isner (USA-8) aus. (APA)

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    Daniel Köllerer schreit die Freude über seinen 6:1,6:2-Sieg aus sich raus.

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