Andreas Schibany

Bildung im Würgegriff der Ökonomie?

28. Oktober 2009, 18:28
  • Artikelbild
    foto: apa/dorotheum

    Humboldt (1767 - 1835) gegen ...

  • Artikelbild
    foto: apa/dorotheum

    Dagobert Duck: Falsches Feindbild, antiquiertes Bildungsideal?

Die notorische Klage über die Auslieferung der Universitäten an die Logik des Geldes verstellt den Blick auf realistische Optionen eines gerechteren und zeitgemäßeren Bildungssystems

Es sind vor allem Philosophen, die seinen Namen ständig im Munde führen, und die ihre gewohnte Gelassenheit vollends verlieren, wenn sie das, wofür dieser Name steht, gefährdet sehen: Wilhelm von Humboldt - der zäheste und mächtigste Mythos der europäischen Bildungspolitik. Jede Bildungsreform wird als Ausdruck des Hasses auf Humboldt gesehen, als Gefährdung jenes Ortes, wo die geistige Durchdringung der Welt um der Erkenntnis willen noch möglich ist, und wo durch äußere Einflüsse - heißen sie nun Bologna oder UG 2002 - der Bildungsbegriff der Aufklärung in die Fesseln der Ökonomie gerät.

Auch in dem von ORF veranstalteten Bildungsschwerpunkt wurden die philosophischen Diskutanten nicht müde, vor betriebswirtschaftlichem Denken und vor allem davor zu warnen, die Universitäten zu reinen Ausbildungsstätten verkommen zu lassen. Und ständig schwebt das angelsächsische Modell einer Trennung zwischen Universitäten, die hauptsächlich durch Forschungsleistung definiert sind und solchen, die sich als hochwertige Ausbildungsstätten verstehen, "als permanente Bedrohung der Universitäten" (Konrad Paul Liessmann) über den Köpfen.

Gegenwärtig wird man allerdings mit Bildern von restlos überfüllten Hörsälen, einem Ansturm deutscher Studenten, für die Österreich die Ausbildungskosten übernehmen soll, und Hörsaalbesetzungen konfrontiert. Hier ist wenig von "äußerer Muse oder innerem Streben zu Wissenschaft und Forschung" (Humboldt) zu erkennen - da trifft schon eher das Schumpeter'sche Diktum einer "schöpferischen Zerstörung" zu. Der finanzielle Druck für die Universitäten, gepaart mit einem völlig antiquierten Bildungsideal sowie widersprüchlichen Anreizsystemen, droht das tertiäre Ausbildungssystem zu zerreißen.

Wer soll was bezahlen?

Eine der Parolen, die bei der Besetzung des Audimax zu lesen war - "Bildung für alle - und zwar umsonst" - bringt diese Spannung sehr gut auf den Punkt. Denn Bildung für alle ist eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit - nur bezahlen muss jemand dafür. Was nottut, ist somit genau das, wovor den Adepten eines elitären Bildungsbegriffs so sehr graut: die Ökonomisierung der gegenwärtigen Debatte.

So verpönt es auch sein mag, Ökonomisierung bedeutet nicht die banale Propagierung mechanistischen Denkens, sondern fragt nach der gerechten Verteilung knapper Ressourcen, sucht adäquate Anreizsysteme, berücksichtigt individuelle Interessenlagen sowie soziale Gerechtigkeit und lässt sich von dem Bildungsideal des 18. Jahrhunderts nur insofern beeindrucken, als der Bildungsprozess eigentlich schon während der Schule zu beginnen hat - schließlich startet man ein Universitätsstudium als Erwachsener - und mit dem Universitätsabschluss tunlichst nicht enden sollte. Jeder Mensch ist frei, im Laufe seines Lebens seinem eigenen Bildungsideal zu entsprechen.

Will man die derzeitige Debatte an der mangelnden Finanzierung festmachen, so zeigt ein internationaler Vergleich:

Die öffentliche Hand liegt bei der Finanzierung tertiärer Bildung über dem OECD- sowie dem EU-Durchschnitt. Hier wird, gemessen am Bruttoinlandsprodukt sowie verglichen mit anderen hoch entwickelten Volkswirtschaften, nicht zu wenig ausgegeben. Was hingegen fehlt, sind Mittel aus privaten Quellen. Mit der Abschaffung der Studiengebühren versickerte eine private Finanzierungsquelle und man glaubte, damit auch die letzte soziale Ungerechtigkeit vom Tisch zu haben. Allerdings zeigten sich in Zeiten von Studiengebühren die Studierenden rationaler als manche Politiker. Denn auch in Zeiten der Studiengebühren stieg die Anzahl der ordentlich Studierenden deutlich an. Was vor allem daran liegt, dass Absolventen höherer Bildung ein im Schnitt höheres Einkommen verzeichnen sowie im Schnitt weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Dies implizit wissend, lassen sich Studierfreudige kaum von ohnehin geringen Studiengebühren abschrecken.

Was allerdings mit der Abschaffung der Studiengebühren nicht abgeschafft werden konnte, ist, dass die Erlangung höherer Bildungsreife in Österreich wie in keinem anderen Land vom sozioökonomischen Background des Elternhauses abhängt.

Diese sozialen Barrieren zu überwinden, jedem und jeder faire Chancen zu bieten, und das in Kombination mit einem gerechten Finanzierungssystem, sollte die dringendste Aufgabe der aktuellen Bildungspolitik sein und könnte durch ein staatliches Kreditsystem erfüllt werden.

International bewährtes System

Dass dieses in vielen Ländern sehr bewährte System in Österreich nicht einmal in Ansätzen diskutiert wird, verwundert. Denn ein staatliches Kreditsystem beinhaltet grosso modo jene Vorteile, für welche heute lautstark demonstriert wird und für welche auch der überzeugteste Bildungsoptimist sich erwärmen müsste: Es entkoppelt den Bildungswillen von der Zahlungsbereitschaft der Eltern; es ermöglicht ein Studium ohne schlecht bezahlte Nebenbeschäftigung und erlaubt, bei entsprechender Amortisationszeit, die Aufteilung der Kosten auf einen langen Zeithorizont.

Freilich können durch entsprechende Ausgestaltung noch weitere Anreize geschaffen werden - aber es spricht nichts gegen eine neuerliche Einführung von Gebühren, deren Höhe freilich den jeweiligen Universitäten überlassen werden sollte.

In kaum einen Bereich wird so viel Hoffnung gesetzt, und von kaum einem hängt in Zeiten der globalen Krise so sehr unsere Zukunft ab, wie von Bildung und Forschung.

Eigentlich müsste die Tatsache, dass nur ein geringer Teil der Studienabsolventen in der Forschung beschäftigt bleibt und der Großteil der Studierenden eine gediegene Ausbildung erwartet, auch ein differenzierteres Anreizsystem auf der Angebotsseite zur Folge haben. Aber die Lehre zählt, bedingt durch diese unzeitgemäße Verquickung von Forschung und Lehre, kaum und wird großteils als lästige Notwendigkeit empfunden. Nach wie vor pflastern Publikationen den Pfad einer erfolgreichen Hochschulkarriere. Nicht, dass es zwischen Forschung und Lehre keine Verbindung geben sollte. Aber es geht darum, dass die Fähigkeit, vorhandenes Wissen erfolgreich zu vermitteln, ebenso honoriert werden sollte, wie neues Wissen zu schaffen.

Was nottut, sind daher Entmystifizierungen, klare Anreizsysteme und ein gerechtes Finanzierungssystem. Dass eine solche Ökonomisierung nicht der Ausdruck des "entfremdeten Geistes" ist, sondern die Basis bildet für ein modernes und zeitgemäßes Bildungssystem, sollte auch dem letzten Verfechter Humboldts klar sein. (Andreas Schibany, DER STANDARD, Printausgabe, 29.10.2009)

 

Zur Person: Andreas Schibany ist Wirtschaftswissenschafter und Experte für Forschung und Technologie am Joanneum-Research-Institut in Graz.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 134
1 2 3 4
dryeti
00
3.11.2009, 12:04
Zeitgemäß sind diese Vorstellungen nicht,

sie stammen aus der Zeit vor dem Zusammenbruch der Finanzmärkte.

dermartino
00
3.11.2009, 07:51

Kreditsystem: naja..

Wenn man mit 50.000Euro Schulden die Uni verlässt befindet man sich bereits in der Geiselhaft der Banken, ganz egal wie "sozial" dieser Kredit augestaltet ist.

noosphere
00
30.10.2009, 19:20
Kreditsystem

Das "in vielen Ländern bewährte Kreditsystem" wurde in Österreich sehr wohl diskutiert. Warum es relativ bald wieder verworfen wurde weiss ich natürlich auch nicht genau - aber ein Grund könnte die die relativ steile Steuerprogression und die traditionell eher flache Gehaltsstruktur in Österreich sein. Akademikergehälter sind hierzulande traditionell niedriger als z.B. in Australien (wo es ein Kreditsystem gibt), und durch die Steuerprogression reduziert sich der Gehaltsvorteil gegenüber einem Nicht-Akademiker noch zusätzlich. Sind dann auch noch Kreditraten für ein Studium zurückzuzahlen wird selbiges schnell unrentabel.

noosphere
00
30.10.2009, 19:30

Fazit: "There is no free lunch". Das Geld, das sich der Finanzminister bei den Studiengebühren spart, muss er später den besser verdienenden Akademikern lassen, damit diese die Kreditraten für das Studium zurückbezahlen können (bzw. das Studium rentabel bleibt, ansonsten gibts bald keine Akademiker mehr).

Eine kleine Stichelei muss ich mir nun schon erlauben: Von einem "Wirtschaftswissenschaftler und Experten für Forschung und Technologie" hätte ich mir eine etwas tiefgründigere Analyse als ein blauäugiges "verwundert, dass es ... nicht diskutiert wird" erwartet. Aber wir Techniker helfen ja gern ;)

joseba beloki
02
30.10.2009, 13:00

ojegerl, ein ökonom, der seiner disziplin (die auch meine ist) die "gerechte" verteilung der ressourcen als thema zuschreibt. das schmerzt.
der ökonomie geht es um effizienz. anhand derer können referenzsysteme angeboten werden, die diesem kriterium möglichst gerecht werden. die gerechtigkeit ist nicht unser fachgebiet und das sollten wir auch einsehen.

Erich Furtner
00
1.11.2009, 21:34
zur verteilung

Sie sprechen vielleicht von Pareto-Effizienz. Wie sie wissen ist ein effizientes GGW dann erreicht, wenn
niemand besser gestellt sein kann, ohne dass andere schlechter gestellt sind.
Na wenn das nichts mit Verteilung und "einem Gerechtigkeitsbegriff" zu tun hat?

Erich Furtner
00
31.10.2009, 20:15
das mit der Effizienz ist so eine sache.

(1) Alles was die "Effizienz" stören könnte (wie zB langfristige oder dritte Effekte) werden als Externalitäten ausgelagert, und denen dan überwältzt, die durch die Regularien schwächer abschneiden.
(2) Effizienz ist ein Superlativ. (Nach welchem Kriterium?)
(3) Die Mainstream Öko analysiert as-if-effiziente Märkte ohne ausreichnde empirische Überprüfung.
(4) ZB sagt man die Fianzmärkten wären die "effizientesten" Märkte. Nun gibt es gar keinen Markt für die US-Immo-Subprimprodukte!
(5) In der Mathematik gibt es witzige Modelle, die gar nicht existieren können, aber man Eigenschaften darin zeigen. So kommen mir zahllose Papers in AER, JPE etc vor.
(7) Ein wissensch. Diskurs müßte Ann, Vorteile und Nachteile von Maßnahmen gegenüberstellen.

Erich Furtner
00
31.10.2009, 23:39
ad 4

Keiner konnte nach den bisher üblichen Regeln einen einigermaßen verlässlichen Preis für die Immo-Produkte nennen. Daher war/ist die Bewertung der Bank-Bilanzen so schwierig. Ein Grund war: Die Kreditrückzahlungen begannen erst zB 2 Jahre nach Kreditvergabe. Bis dahin konnte man nicht wissen, ab der Schuldner zahlungsfähig war/ist.

RS69
 
00
31.10.2009, 23:13

ad 4: Das war auch ein Markt, der durch Eingriffe der öffentlichen Hand massiv aus dem Gleichgewicht gebracht wurde - sonst häte es die Krise in der Form nicht gegeben.

ad 5: Was meinen SIe mit "Modelle, die gar nicht exisitieren können" - Modelle existieren nie als Reales, sie sind mehr oder weniger geeignet, Aspekte der Realität zu beschreiben; nicht mehr, nicht weniger.

Erich Furtner
00
1.11.2009, 11:56
ad 5

In der Aussagenlogik gibt es den Operator "wenn dann folgt". Er ist Wahr wenn aus etwas Falschem etwas Falsches gefolgert wird.
Ist eine Annahme falsch kann auch durch richtige (komplexe und mathematisches brilliante) Schlussfolgerungen Falsches gefolgert werden.
(Darauf hat freundlicherweise auch Einstein hingewiesen. Sind die Annahmen eines Modells falsch (gibt es dazu kein relevantes Gegenstück in der Realität) ist das Modell unbrauchbar.)
Aussagenlogik wird auch im Gymnasium unterrichtet, aber die Umsetzung bleibt den Politikern und den einschlägigen Tageszeitungen überlassen.

the comedian
 
13
30.10.2009, 05:40
non vitae, sed oeconomicae discimus

und wieder entpuppt sich ein selbsternannter
forschungsexperte als hirnloser nachplapperer neoliberaler ideen.

Anuntiata
00
29.10.2009, 17:49
Ich denke mir

dass die Studenten, die jetzt ihrem Unmut freien Lauf lassen, eines bedenken müssen:

Sinn hat das ganze nur, wenn man versucht Lösungsvorschläge im Kontext der derzeitigen gesellschaftspolitischen Rahmenbedinguneg zu bringen. Also sich NICHT auch Gesellschafts und Kapitalismuskritik zu verfestigen, sondern DIREKT die Bildung zu verbessern.

Ein weitere Schritt, der aber nur über eine breite, entideologisierte Basis funktionieren kann, wäre das erarbeiten von Möglichkeiten, weitgehende Änderungen durchzuführen, die auch die (ökonomischen) Rahmenbedingungen verändern.

Wer sagt zum Beispiel das Bildung nicht als "wirtschaftliche Leistung" in das derzeitige Wirtschaftssystem eingebracht werden kann? (Nur ein Gedanke, keine "Idee")

Markus M.
00
29.10.2009, 18:34
Die Realitaet ist die, dass der weitaus ueberwiegende Teil der Studenten fuer eine wissenschaftliche Karriere nicht geeignet ist.

Zumeist fehlt es an Begabung, oft aber auch an der Motivation, fuer wenig Geld und viel Arbeit eine Karriere einzuschlagen, bei der auch eine gehoerige Portion Glueck notwendig ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort etwas wirklich Neues zu entdecken. Ich finde es auch eine Zumutung, wenn der Privatwirtschaft vorgeworfen wird, "verwertbare" Kenntnisse zu wollen. Seit wann ist Unverwertbarkeit ein Zeichen von Wissenschaft? So sind z.B. oft dringend benoetigte Mathematikkenntnisse bei den meisten Bewerbern fuer die meisten Berufe unter jeder S**. Wer seine politische Meinung oder Hobby studieren will (s.h. Gender"studien", Theater"wissenschaften"), hat weder ein Anrecht auf einen Job noch auf staatliche Foerderung seines "Studiums".

Poldi Fesch
00
29.10.2009, 20:06
kein Anrecht

auf einen Job ist ok, den Genderunfug akademisch zu betreiben ist naruerlich ein Witz aber ansonsten sollten Universitaeten nicht zur Berufsausbildung verkommen

RS69
 
00
29.10.2009, 18:49

Gundlagenforschung ist eben weit von der Verwertbarkeit weg.

Bei der angewandten Forschung haben SIe natürlich schon recht.

Markus M.
00
29.10.2009, 18:43
Ups, sollte keine Antwort auf oberstes Posting sein.

Poldi Fesch
00
29.10.2009, 20:06
ich auch

uups, wer braucht eigentlich Mathematik ?

Erz-Schelm
01
29.10.2009, 15:55
Die Amortisation und der Nutzen von ...

Investitionen in die Bildung ist auf jeden Fall höher als der Nutzen und die Gegengeschäfte von Abfangjägern. Dafür war genug Geld da. Warum nicht auch für Bildung?
Und zwar ohne dass sich ganze Generationen von Haus aus verschulden müssen.

Happel, Ernst
215
29.10.2009, 09:46
Wenn sich das 7. reichste Land

nicht mehr die universitäre Ausbildung leisten kann, dann stimmt da was nicht. Dafür muss einfach Geld vorhanden sein. Und falls nicht ein paar Vorschläge wo man "umverteilen" kann..

-Pensionen deckeln mit max. 2200 € monatlich
-Landtage auf ein Drittel kürzen und ebenso das Personal dafür kürzen
-Agrarische Subventionen deckeln und nur noch an Kleinstbetriebe ausbezahlen (das zb Rauch als Exklusivproduzent von Red Bull jährlich ca. 9 Mio an Agrarförderung bekommt war sicher nicht im Sinne des Erfinders)

das liebe urmili
00
29.10.2009, 16:46
naja...

der staat kann sich immer nur das leisten, was er den bürgern vorher in form von steuern abnimmt. und ob ein gratis unizugang für alle höher anzusiedeln ist wie andere mögliche ausgaben, ist zumindest diskussionswürdig.

die einsparungsmöglichkeiten stimmen, wobei man bei Rauch - Vergleich anmerken sollte, dass die Subvention nur fließt, weil es eine (vollkommen unnötige) Zuckerpreisbindnug in der EU gibt. Ein Vehikel bedingt hier das andere. Man wird gezwungen teurer einzukaufen und bekommt dann wieder eine Agragförderung - da wiehert der Amtsschimmel ganz gewaltig... Wenn schon müssen alle Preisbindungen fallen und mit Ihnen die Subventionen.

Alex79
00
29.10.2009, 14:45
Themenverfehlung

es ist nicht die Rede davon, dass sich der Staat es nicht leisten kann. Sondern: Andere Staaten haben zusätzlich private Gelder zur Verfügung. Egal wieviel staatliches Geld Sie in das System buttern, werden die Unis doch mehr leisten können wenn solches zur Verfuegung stände - auch weil privates Geld den Gesetzen des Marktes folgt und ueblicherweise effektiver ist als öffentliches.

Weiters wird das Problem angesprochen dass trotz jahrzehntelangem freien Unizugang sich die soziale Zusammensetzung an den Unis nicht geändert hat. Nach wie vor gibt es große Defizite in gewissen sozialen Schichten. Anders als kolportiert ändern Studiengebühren daran nichts, die Situation wird auf keinen Fall schlechter. Da könnten Kredite Abhilfe schaffen.

Erz-Schelm
01
29.10.2009, 16:01
Wie effektiv ...

privates Geld ist, das den Gesetzen des Marktes folgt, haben wir in den letzten Monaten gesehen. Wo waren Sie da?
Und dass sich die Situation für Studierende aus weniger begüterten Schichten durch Studiengebühren nicht verschlechtert, wie Sie andeuten, ist ja wohl nur als Zynismus zu verstehen.
Daher in Ihrem Sinne: Her mit der Verschuldung der jungen Akademiker, damit sie am Arbeitsmarkt nicht nur die Generation der Jobhopper (Projekte) sind, sondern obendrein auch noch in ihrer Existenz bedroht.

Alex79
00
30.10.2009, 01:14
ach und der Kommunismus

hat so gut funktioniert in der Sowjetunion? Wo waren Sie da?

Ich gebe zu dass auch die freie Marktwirtschaft problematisch ist. Aber genausowenig ist es ein rein staatliches System - sie sehen das ja an unseren Unis: veraltete Gebaeude, ueberfuellte Kurse usw. So etwas wuerde nie passieren wenn die Unis direkt von ihren Kunden, den Studenten finanziert waeren, dann haetten die naemlich viel mehr Mitsprache.

Fuer mich liegt die Loesung in der Mitte - die Oeffentlichkeit traegt den Hauptteil der Kosten aber auch die Studenten tragen ihren Teil bei.

Und zum Thema Zynismus: Wahrscheinlich haben Sie den Artikel oben nicht gelesen - es wird eindeutig festgestellt, dass der gratis Zugang auch nicht die sozialen Differenzen beseitigt hat.

Mork vom Ork
00
29.10.2009, 16:40

@ineffizienz:
a) wenn der staat nicht eingegriffen hätte wäre es zu einer Marktbereinigung gekommen. Es war der Staat der die Ineffizienten gestützt hat.
b) Wenn ich mir die Spielwiese der Politiker in der Wirtschaft -> ÖBB, AUA, ehem. staatliche Industrie ansehe ergibt sich für mich nur ein schluss:
Während in der privatwirtschaft unternehmen scheitern können, werden sie es in der staatswirtschaft nahezu zwingend (und statt effizienzsteigerung steht der nimbus der arbeitsplatzerhaltung, den wieder die Privaten finanzieren können).

So einfach zu sagen ist es nicht, dass Gewinne privatisiert und Verluste verstaatlicht werden. Die Privaten stützen ja auch die staatliche misswirtschaft, so auch jene in der Verwaltung.

universaldilettant aka iq007
 
00
29.10.2009, 15:16

liegt aber definitiv nicht an dem freien HS Zugang sondern an dem sekundären Bildungssystem

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 134
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.