STANDARD-Interview

"Die Uno schützt genozidale Mörder"

28. Oktober 2009, 18:41
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    foto: standard/hendrich

    Bestseller-Autor Daniel Goldhagen sieht im politischen Islam die Bewegung, von der derzeit am ehesten Völkermord ausgeht - etwa im Sudan.

Holocaust-Forscher Daniel Goldhagen fordert ein Bündnis von Demokratien, um Völkermord auch militärisch zu bekämpfen

Eric Frey sprach mit dem Bestseller- Autor.

* * *

STANDARD: Sie bezeichnen in Ihrem neuen Buch Genozid als größtes Problem politischer Gewalt in der Welt. Wo müssen wir damit rechnen?

Goldhagen: Alle modernen Diktaturen neigen zu einer solchen Politik. Die Gewalt, die sie aufwenden, um an der Macht zu bleiben, steigt auf solche Höhen, wenn sie herausgefordert werden.

STANDARD: Aber die größten Mörderregime waren die totalitären Staaten des 20. Jahrhunderts. Ist das heute noch aktuell?

Goldhagen: Das stimmt, aber auch wenn man Hitler, Stalin und Mao abzieht, bleibt eine enorme Zahl von Menschen und Orten, wo Genozid begangen wurde. Alle modernen Diktatoren sind eine Gefahr in dieser Hinsicht, ob sie totalitär sind oder nicht.

STANDARD: Warum sprechen Sie von Eliminationismus und nicht von Genozid?

Goldhagen: Es geht um ein breiteres politisches Phänomen, den Wunsch von politischen Führern, sich Gruppen zu entledigen, die sie hassen, fürchten oder als Hindernis für ihre Ziele betrachten. Dazu wenden sie verschiedene Mittel an: Zwangsübertritte, Verhinderung von Fortpflanzung, das Einsperren in Lagern, Vertreibung und schließlich Massenmord. Der Genozid ist nur ein Instrument in diesem Repertoire, und wann immer er geschieht, werden auch die anderen Methoden angewandt. Das Motiv ist, Menschen zu eliminieren. Das Töten ist bloß ein technisches Mittel.

STANDARD: Heute haben wir es meist mit ethnischen Konflikten zu tun, etwa in Afrika. Ist das das Gleiche?

Goldhagen: Viele Menschen glauben, Genozid ist die Folge von ethnischem Hass. In Wirklichkeit handelt es sich um politische Entscheidungen von Staaten, die gegen bestimmte Gruppen einen Ausrottungskrieg führen. In den frühen Achtzigerjahren fand in Guatemala ein Genozid gegen die Maya statt. Das war kein ethnischer Konflikt, denn die Maya haben nichts getan. Das Regime sah sie als Hindernis für gesellschaftliche Veränderung und beschloss, sie abzuschlachten. Auch in Chile und Argentinien hatte das massenhafte Töten von politischen Gegnern nichts mit Ethnizität zu tun.

STANDARD: Welche Rolle spielt der Hass in der Bevölkerung, den Sie in Ihrem früheren Buch "Hitlers willige Vollstrecker" den Deutschen gegenüber den Juden zuschreiben?

Goldhagen: Für einen Genozid braucht man in der Bevölkerung die Überzeugung, dass eine Gruppe vernichtet gehört. Sonst findet man keine Täter, die die Elimination vornehmen. Aber ohne politische Führung kommt es zu keiner systematischen Ermordung. Überzeugungen zu ändern ist sehr schwer. Aber auf die Handlungen einer Führung kann die Staatengemeinschaft Einfluss nehmen.

STANDARD: Sie bezeichnen den politischen Islam als gefährlichste eliminatorische Bewegung der Gegenwart. Kann man ihn mit Panzern und Bomben bekämpfen?

Goldhagen: Ich bin nicht auf Panzer und Bomben fokussiert, sondern auf die Prävention von Völkermord. Wenn er einmal beginnt, ist es ohnehin bereits zu spät. Was wir ändern können, ist, die Kosten-Nutzen-Rechnung von potenziellen Völkermördern zu verändern. Diese Leute sind nicht verrückt, sonst wären sie nicht dort, wo sie sind, sondern sie kalkulieren kühl. Sie müssen wissen, dass sich eine eliminatorische Politik nicht auszahlt, dass sie einen hohen Preis bezahlen werden. Das geht nur durch Abschreckung, und das erfordert manchmal Gewalt oder zumindest deren Androhung.

STANDARD: Gibt es dafür Beispiele?

Goldhagen: Ich habe den bosnischen Präsidenten Haris Silajdzic gefragt, ob Slobodan Milosevic den Krieg begonnen hätte, wenn er gewusst hätte, dass das ihm das Leben kosten wird. Silajdzid hat gesagt: Ich glaube nicht. Milosevic war überzeugt, dass er damit davonkommen wird. Und im Sudan wird viel zu selten darüber gesprochen, dass das Regime vor Darfur eine noch größeren genozidalen Angriff unternommen hat, auf die Völker von Südsudan. Und nichts ist ihnen passiert. Was hat Präsident Omar al-Bashir davon gelernt? Dass er es wieder machen kann. Und er hat recht gehabt. Es wird ihm auch diesmal nichts passieren.

STANDARD: Aber wir sehen ja in Afghanistan, wie schwierig Militärinterventionen sind.

Goldhagen: Wenn es einmal so weit ist wie in Darfur oder in Afghanistan, von wo ein eliminatorischer Angriff auf die USA ausging, dann ist es zu spät. Aber wir müssen die Botschaft an alle Diktatoren schicken, dass sie für ihre Taten bezahlen werden. Das wird nicht überall funktionieren, aber es reicht, wenn es einmal funktioniert. Wir sollten nie die Fähigkeit von Politikern unterschätzen, aus Erfahrungen zu lernen.

STANDARD: Diese Form der Abschreckung ist auch das Konzept des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC). Dennoch sind Sie skeptisch.

Goldhagen: Wir sollen uns freuen, dass es den ICC gibt, er ist die Grundlage eines neuen Justizsystems. Aber er verfolgt zu wenige Menschen, ist zu langsam und kann sich nicht durchsetzen. Der Haftbefehl gegen Bashir wurde fünf Jahre nach Beginn des Völkermords in Darfur erlassen.Das ist viel zu spät. Und es handelt sich nicht um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern um Ausrottungskriege. Wir können darauf nicht mit Polizeiaktionen und einem Justizsystem reagieren, sondern so, wie man auf Krieg reagiert.

STANDARD: Sie fordern die Auflösung der Uno, die doch sehr wohl für die gleichen Werte eintritt.

Goldhagen: Die Uno ist mehr ein Ermöglicher von Völkermord als ein Verhinderer. Ihr Prinzip ist Souveränität, und das verhindert, zu intervenieren und Völkermord zu stoppen. Die Uno schützt genozidale Mörder. Die Uno ist eine durch und durch undemokratische Organisation ist. Sie sagt zu den Diktatoren der Welt: Ihr seid volle Mitglieder und wir werden euch beschützen. Die Uno hat schön klingende Regeln auf ihren Büchern, aber in der Realität gibt keine Strafen, wenn man sie verletzt. Die Konvention gegen Völkermord besteht nur auf dem Papier, sie wurde noch nie angewandt, um Massenmord zu stoppen.

STANDARD: Wenn man die Uno auflöst, wer soll dann entscheiden, ob eine Intervention gerechtfertigt ist?

Goldhagen: Die Demokratien der Welt, so wie die Nato in Bosnien und Kosovo interveniert hat. Völkerrechrsexperten haben damals gesagt, das sei illegal. Aber sie hat es aus guten politischen und moralischen Gründen getan, und die Welt ist nicht untergegangen. Wenn wir einen wirksames Anti-Eliminationssystem errichten und dies durch eine Aufsichtsbehörde auch durchsetzen, dann würde das rasch als legitim angesehen werden. Nicht von allen, aber der Großteil der Welt würde applaudieren.

STANDARD: Wäre eine Intervention im Iran auf dieser Grundlage gerechtfertigt?

Goldhagen: Im Iran haben wir eine Führung, die die Sprache des Massenmords spricht und einem Todeskult huldigt, die in vieler Hinsicht an die Nazis erinnert. Und sie strebt nach Atomwaffen. Es gibt eine mehr als hypothetische Möglichkeit, dass der Iran eines Tages tatsächlich Atomwaffen verwenden wird. Daher müssen wir alles tun, um ihn zu stoppen. Zuerst mit Diplomatie, aber im Extremfall müssen wir die Atomanlagen militärisch zerstören. Und ich bin zuversichtlich, dass das machbar ist.

STANDARD: Hat US-Präsident Barack Obama recht, dass er mit dem Iran verhandeln will?

Goldhagen: Manchmal muss man verhandeln, so wie die USAeinst mit der Sowjetunion verhandelt hat, eines der größten Massenmordregimes. Wenn die Diplomatie dazu dient, Iran von Atomwaffen abzuhalten, dann ist es sinnvoll. Aber in manchen Situation muss man auch bereit sein, Gewalt anzuwenden. Ich weiß, das ist eine schwierige Entscheidung, aber das ist die Aufgabe von Staatsmännern.

STANDARD: War aus Ihrer Sicht auch der Irakkrieg gerechtfertigt?

Goldhagen: Der Irakkrieg wurde aus anderen Gründen geführt. Aber zwei Fragen kann man dennoch stellen. Ist es im Prinzip richtig, einen Massenmörder zu stürzen, und Saddam Hussein war einer der schlimmsten? Natürlich ja. Aber war es weise, wenn man die Kosten und Nutzen bedenkt? Das ist eine kompliziertere Rechnung. Man darf aber nicht vergessen, dass ohne dem Krieg Saddam immer noch an der Macht wäre und immer noch Menschen töten würde. Und wenn er eines Tages gestürzt worden wäre, dann gebe es die gleichen Kräfte der Gewalt, diedas Land jetzt zerreißen, und vielleicht mit noch schlimmeren Folgen. Denn die US-Truppen waren trotz aller Fehler der Besatzungspolitik eine stabilisierende Kraft.

STANDARD: Und gibt es Fällle, wo Sie gegen eine Intervenion sind, obwohl Genozid stattfindet?

Goldhagen: Ja, etwa bei China und Tibet. Seit Jahrzehnten wird dort eine eliminatorische Politik mit riesigen Opferzahlen betrieben. Aber wir werden dort nicht eingreifen, es lässt sich nicht machen. Wir haben auch keinen Weltkrieg mit der Sowjetunion begonnen, um die Gulags zu schließen. Das ist die traurige Wahrheit, dass wir auch mit dem besten Willen nicht alles tun können, um das Töten zu stoppen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.10.2009)

Zur Person
Der ehemalige Harvard-Assistenzprofessor Daniel Jonah Goldhagen (50) sorgte 1996 mit seinem Buch "Hitlers willige Vollstrecker" für heftige Debatten in Deutschland, später auch mit seiner Arbeit über "Die katholische Kirche und der Holocaust" . Sein neues Buch "Schlimmer als Krieg:Wie Völkermord entsteht und wie er zu verhindern ist" ist gerade bei Siedler erschienen.

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tom krishan1
 
00
22.3.2010, 19:03

als bliebe das phänomen auf staaten oder diktatoren beschränkt, die nicht dem westen hinzuzurechnen sind.

der `kluge´ herr sollte anstelle seiner alles rechtfertigenden interventions militärpolitik a la clinton-holbrooke-albright-schröder-scharping-kouchner-falken etc. erstmal anfangen, vor der eigenen haustür zu fegen.
z.b. was den schleichenden genozid via uran-munition betrifft.

Extrabreit
34
30.10.2009, 11:11
Ein Gottestaat hat sogar Vetorecht im Sicherheitsrat.

Und mordet auch nicht grad wenig. Ich bin zwar kein USA-Hasser, aber eine Doppelmoral haben die, dass es einem schlecht wird. Jetzt gibts schon Todesurteile auf Grund der Bibel und über den Iran regen die sich auf...
Lachhaft, wenns snicht so traurig wäre

E. Pagliacchi
33
29.10.2009, 15:58

Klingt nicht nach heiler Welt. Aber unsere Welt ist ja auch nicht friedlich - schauen Sie sich um. G. versucht, etwas dagegen anzudenken. Mir kommen seine Gedanken so vor wie: Auf einen groben Klotz gehört halt ein grober Keil. Sollte das nicht eher positiv aufgenommen werden?

Aber G. ist Jude und Amerikaner! Das geht nicht, das darf nicht sein. Der muss vom guten Österreicher eine über die Rübe kriegen.

Es scheint, ihm wird bereits die gute Absicht übelgenommen. Von wem? Von jenen, die vor 60 Jahren selber gern Hand angelegt hätten? Daher ja auch die Feindbilder ...

Und mit dieser Erkenntnis betrachte ich die vor Hass triefenden Postings da ganz tief unten. "Unten" i.S. von Niveau.

Interessante Kritik ist willkommen, jedoch leider rar.

Loup Garou
00
30.10.2009, 08:41
ganz so einfach sollte man es sich dann doch nicht machen...

Ansatzweise hat Goldhagen schon die richtigen Ideen, nur möchte er alleine bestimmen, wo sie anzuwenden sind, und wo nicht.

Seine Angriffe auf die UNO als solches muten ein wenig seltsam an, es muss wohl damit zu tun haben, dass den USA alles ein Dorn im Auge ist, worauf sie nicht direkten Einfluss nehmen können.

Neil McCauley
017
29.10.2009, 15:30
Der Typ hat einen Knall. Im Grunde sagt er: Wir (USA & Nato), sollten intervenieren (dh bomben), wo wir wollen. Wenn wir's nicht können, weil der Gegner zu stark ist (Rußland)

oder zB unsere Wirtschaft finanziert (China), schauen wir hinweg und das nennen wir dann eine adäquate Politik gegenüber Diktatoren/Völkermord.

"Man darf aber nicht vergessen, dass ohne dem Krieg Saddam immer noch an der Macht wäre und immer noch Menschen töten würde."

Wieviele Menschen sind in Irak seit 2003 gestorben?

Wieviele hätte Saddam (bei aller Abneigung ihm gegenüber) seiner Meinung nach getötet? Mehr oder weniger? Mit der Argumetation kann man Interventionen genauso verurteilen.

Mir graust mittlerweile von diesen "Pseudo-Wissenschaftlern" die ihre Ärsche in warme Sesseln steckend Haßtiraden verbreiten und sich als ideologische Vorreiter von Kriegsführer profilieren, ohne nachhaltige Lösungsvorschläge zu machen.

Nichtschweiger
 
141
29.10.2009, 15:47
Den Knall haben sie!

Es ist zwar tatsächlich eine Doppelmoral - soweit geben ich ihnen recht. Ihre Argumentation, nachdem man sich nicht traut Russland oder China anzugreifen, könnte man es auch bei den anderen nicht tun, steht auf schwachen Füßen. Die meisten Völkermorde in den letzten Jahrzehnten, div. Länder Afrikas, Jugoslawien, Irak, passierten in vergleichsweise kleinen Ländern wo ein rechtzeitiges Eingreifen der Weltgemeinschaft viele Tote erspart und viel Leid verhindert hätte! Im übrigen würden derartige Maßnahmen sehr wohl auch Druck auf Länder wie China ausüben und möglicherweise veranlassen ihre Aktionen zurückzunehmen oder zu reduzieren. Was sie wollen ist gar nichts zu tun und dem Morden seinen Lauf zu lassen - das kann nicht ihr Ernst sein!

ano xxo
13
29.10.2009, 20:48
...die NATO hat sowohl in bosnien (mit verzögerung),

als auch in kosova reagiert....ohne mandat der UN....kleine länder kriegen also sehr wohl ihren pfeffer ab.....somit schlägt hr. goldhagen in eine andere kerbe....hier geht es offensichtlich um freischeine, unter dem vorwand der "prävention" herrschersysteme die nicht in die politik der jeweiligen "starken" passen zu stürzen....somit könnte ein nachbarland den mugabe ganz legal wegbomben....hat wohl minority repoprt gekuckt der liebe mann....

grüsse

Nichtschweiger
 
51
30.10.2009, 08:35
Mugabe ist ein gutes Beispiel!

Ich bin der Meinung, dass in diesem Fall schon längst von außen eingegriffen werden sollte.

...und ihr habt alle einen Vogel wenn ihr meint es ginge immer nur darum passende politische System durchsetzen zu wollen. Es geht um Länder in denen die Menschenrechte massivst missachtet werden, in denen missliebige Bevölkerungsgruppen eliminiert werden sollen! Da ist eine klare Grenze zu ziehen. Was anders sagt auch Goldhagen nicht!

ano xxo
00
30.10.2009, 12:55
natürlich soll man unterdrückten "volksgruppen" helfen,

indem man beispielsweise die opposition in dem betroffenen land offen unterstützt, von mir aus soll auch bei kriegerischen konflikten partei ergriffen werden, aber nicht zweitländern interventionen im namen des "humanismus" erlauben einzugreifen....wenn, dann ist dafür die UN da, und sollten ihr steine in den weg gelegt werden, dann kan man ohne weiteres wie im falle bosniens oder kosovas verfahren.....mehr darf es nicht geben...

grüsse

hexe caracas
13
29.10.2009, 15:18
im Prinzip ein guter Kommentar

aber bei Sadam hat er ein wenig übertrieben - Saddam hat sein "wildes" Volk in der Hand gehabt - nicht wie jetzt jeden Tag eine Bombe und Al-Kaida "verseucht"

diamant
52
29.10.2009, 16:20
Es gab auch unter Saddam Anschlaege und Kaempfe,

nur waren halt da nicht 1000 internationale Journalisten anwesend......
Saddam wusste schon warum er die nicht haben wollte!

DieBo
01
30.10.2009, 11:24
Und woher wissen sie dann dass es dort Anschläge gab wenn es doch keine Journalisten gab?

Fritz Wunderlich
21
30.10.2009, 13:20

weil die irakische exilgruppen darüber informierten, wenn du es hören hättest wollen

P.H.
03
29.10.2009, 15:01
Klingt schon etwas merkwürdig ...

Ich habe Hitlers willige Vollstrecker gelesen und fand es zwar für ein wissenschaftliches Werk zu pointiert formuliert, aber in den Hauptargumenten sehr gut und wichtig.

Auch die Grundidee des eliminatorischen Denkens finde ich sehr interessant und eine Bereicherung des wissenschaftlichen Diskurses ...

ABER ... wie so oft, wenn Wissenschaftler plötzlich anfangen, Politik zu machen, wird das alles hier plötzlich inkonsistent. Wenn ich mir die Art und Weise, wie Goldhagen über den "politischen Islam" und seine Anhänger schreibt, anschaue, glaube ich schon ein paar Ähnlichkeiten mit der Propaganda, die er kritisiert, zu erkennen.

Konfliktlösung muss immer friedensorientiert sein, und das sehe ich hier bei Goldhagen nicht unbedingt.

caranx
44
29.10.2009, 14:59
"Die Uno schützt genozidale Mörder"

Natürlich, denn sie machen die Mehrzahl der UNO-Mitglieder aus.
Man muss mich über diese Zusammensetzung dieses Gremiums und deren Konsequenzen mal im Klaren sein.

ano xxo
09
29.10.2009, 14:38
selten so einen blödsinn gelesen,

wer soll dann was entscheiden ???, der mühseelige weg über die UN ist zwar schwierig und oft hinderlich, ost zu spät und oft sogar verhindert, aber er ist immer noch der BESTE und EINZIGE weg einigermassen in ethisch moralischen schienen zu bleiben.
Die UN hat alle mittel genozid zu verhindern, und wenn die UN genozid nicht verhindern kann, dann nur weil ihr steine in den weg gelegt werden, die, OHNE DIE UN, wesentlich kleiner und öfter gelegt werden könnten.
Mit so einer "philosophie", und mehr ist es nicht, kann man genau das gegenteil erreichen, die willkürherrschft, denn dan wird sich jeder verpflichtet fühlen genozid zu verhindern der auch STARK genug ist, allerdings SELTEN, mit der absicht denjenigen zu helfen, die hilfe brauchen.

Nichtschweiger
 
81
29.10.2009, 15:49
Selten so einen Blödsinn gelesen.

Wenn die UNO zu einer Entscheidung kommen sollten (wenn überhaupt) sind schon tausende Tot!

todays empires tomorrows ashes!
01
29.10.2009, 14:30
könnte man den artikel das nächste mal wenigsten gegenlesen?

er strotzt nur so von schreibfehlern...

ottole
26
29.10.2009, 14:23
Goldhagen hat 'ne Meise.

Auch wenn Goldhagen hier alttestamentarisches zu verbreiten sucht, die Todesstrafe ist und bleibt barbarisch.

Europa hat diese Zeiten weitestgehend hinter sich gelassen - im Gegensatz zu den USA.

Timagoras
 
95
29.10.2009, 14:19
auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was Herr Goldhagen hier von sich gibt, muss ich doch anmerken, dass ich sowohl

"Hitlers willige Vollstrecker" als auch "Die katholische Kirche und der H." für gute und wichtige bücher halte.
aber da bin ich wohl hier der einzige, denn das sieht von den vielen dutzenden inbrünstig empörten "kritikern" hier offenbar keiner so (zumindest erwähnt es keiner) - im gegenteil, da fühlten sich wohl etliche hier ziemlich "auf die zehen getreten"? ;o)

lustig ist auch immer wieder die phantasmagorie "man dürfe ja Israel nicht kritisieren, denn sonst würde man als a******t bezeichnet."

"lustig" insofern, als alle welt (alle regierungen, alle NGOs, die UNO, der UNmenschenrechtsbeirat, fast alle medien dieser welt und alle stammtische immer und ununterbrochen Israel (oft zurecht) kritisieren - und eigentlich nix anderes.

Drago+
14
29.10.2009, 15:46

Nur ist es immer leichter, andere zu kritisieren als die seinigen oder sich selbst, und hier ist Goldhagen keine Ausnahme. Den Gutmenschen zu mimen, indem man ständig auf die Verfehlungen der anderen zeigt, kann jeder. Und überhaupt, was soll das, faktisch aus jedem Deutschen (und Österreicher) einen Nazi zu machen? Das kommt mir vor wie Brainwashing: du bist ein Nazi, akzeptiere es! Der Deutsche ist von Natur aus schlecht – na, was bin ich beruhigt, dass gut die Hälfte der American Caucasians, sprich weiße US-Amerikaner, deutscher Abstammung sind.. Wozu also führen diese Thesen? Oder ist es eher Deutschenhass, den Goldhagen mit wissenschaftlichen Methoden zu rechtfertigen versucht (sein Vater war im ww2 im KZ)..?

Timagoras
 
31
29.10.2009, 22:12
"sein Vater war im ww2 im KZ"


dann KANN man Ihrer meinung nach diesem menschen wohl nicht trauen?

Com Pirx
00
29.10.2009, 14:45

Zur Abwechslung kann ich Ihnen sogar mal zustimmen. Die ARTE(?)-Doku über Goldhagens Forschung war schon ziemlich beeindruckend.

tomm.
86
29.10.2009, 14:09
Schön, so klare, richtige Worte zu lesen


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