Das Rad, die Räuber und die Kobra

30. März 2003, 23:11
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Sascha Hartl führt bei der Tour d'Afrique - 10.500 Kilometer in 50 Tagen quer durch Afrika

Roman Freihsl

Wien - Von Kairo bis Kapstadt, von oben nach unten durch ganz Afrika - und das auf Fahrrädern. Bei der Tour d'Afrique, dem derzeit wohl härtesten Radrennen überhaupt, ist Halbzeit, und Sascha Hartl, der einzige mitstrampelnde Österreicher, führt sensationell mit mehr als vier Stunden Vorsprung. Nach 50 Renn- und zehn Ruhetagen, nach 5360 gefahrenen Kilometern. Dabei ist Hartl laut eigenen Angaben erst jetzt wieder gut in Form und hat ein Zwischentief mit Durchfall, Konditions- und Motivationsproblemen übertaucht.

Bei diesem Einbruch hat der Österreicher in den vergangenen drei Wochen zwischen Addis Abeba und Nairobi von seiner Führung lediglich eine Stunde, zehn Minuten eingebüßt. Die Tour d'Afrique wird zum ersten Mal ausgetragen. Ein Radrennen, mit dessen Hilfe auch Geld für ökologische Hilfsmaßnahmen hereingebracht werden soll. Es gilt Mittel für alternative Transportmittel zusammenzubekommen. Bis zum 18. Mai sind insgesamt 10.500 Kilometer zurückzulegen. Der Start war am 18. Jänner in Kairo. Von 33 radeln nur noch neun Teilnehmer um eine Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde mit. Die anderen mussten bereits einmal eine Etappe vorzeitig aufgeben.

Und dass nicht nur die sportliche Leistung zu berücksichtigen ist, zeigen Hartls Zwischenberichte. Wenn ihn etwa wieder einmal unterwegs ein Autofahrer touchiert hat. Oder wenn sie auf bestimmten Strecken nur in der Gruppe mit Polizeieskorte fahren können. Wegen der Gefahr durch Räuber. Seine Mails beginnen gelegentlich mit Einleitungen wie "Guten Morgen. Mein Kopf sitzt zwischen den Schultern, und keine Kobra ist in der Nähe." (DER STANDARD, Printausgabe, 31.03.2003)

  • (Zum Vergrößern) Sascha "Simba" Hartl beim Start seiner Reise in Ägypten
    foto: hartl

    (Zum Vergrößern) Sascha "Simba" Hartl beim Start seiner Reise in Ägypten

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