Offener Brief an Regierungsspitze, Wissenschaftsminister und Rektor - Einladung, ins Audimax zu kommen
Am
Mittwoch haben die protestierenden Studenten einen offenen
Brief mit konkreten Forderungen an Kanzler Werner Faymann (SPÖ),
Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), Wissenschaftsminister Johannes Hahn
(ÖVP) und den Rektor der Uni Wien, Georg Winckler, veröffentlicht.
BILDUNG STATT AUSBILDUNG: Gefordert wird eine grundlegende
Überarbeitung des Bachelor/Master-Systems, kritisiert wird die
Verschulung des Studiums und Reduzierung der Hochschulbildung auf
wirtschaftlich verwertbares Wissen. Bestehende Diplomstudien sollen
aufrechterhalten werden, Master- und Doktoratsstudien frei zugänglich
und Wahlfächer frei wählbar sein. Gefordert wird weiters ein Ende der
Studieneingangsphase und der Verpflichtung, Lehrveranstaltungen in
bestimmter Reihenfolge zu absolvieren.
FREIER HOCHSCHULZUGANG: Abschaffung der Studiengebühren auch für
Nicht-EU-Bürger und Langzeitstudenten und freier Hochschulzugang ohne
Zugangsbeschränkungen für alle. Um qualitativ hochwertige Lehre zu
gewährleisten, sollen die Studienplätze ausgebaut werden.
DEMOKRATISIERUNG DER UNIS: Gefordert wird die Gleichberechtigung
von Professoren, Studierenden, wissenschaftlichem und nicht
wissenschaftlichem Personal. Auf allen Ebenen sollen demokratische
Entscheidungsstrukturen eingeführt werden. U.a. wird die Abschaffung
des zum Teil von der Regierung beschickten Uni-Rates und die
Wiedereinführung der Direktwahlen der Bundesvertretung der
Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) verlangt.
AUSFINANZIERUNG DER UNIVERSITÄTEN: Die Studenten wollen
Transparenz bei der Finanzierung von Forschung und Lehre und über die
Verwendung der Mittel mitbestimmen. Alle finanziellen
Zugangsbarrieren im Bildungsbereich sollen abgeschafft, die Freifahrt
für Studenten wieder eingeführt werden.
Um ein BARRIEREFREIES STUDIEREN zu ermöglichen, muss an allen
österreichischen Unis das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt
werden. Außerdem verlangen die Besetzer die BEENDIGUNG DER PREKÄREN
DIENSTVERHÄLTNISSE an den Universitäten und die Einführung einer
FRAUENQUOTE VON 50 PROZENT in allen Bereichen des Uni-Personals.