Hochegger-Agentur mit neuem Namen

28. Oktober 2009, 15:33
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Gründer Peter Hochegger zieht sich zurück, operativ nicht mehr tätig, will Anteile abgeben

Wien - Die Buwog-Affäre führt nun zu einer Umbenennung der Hochegger-Agenturgruppe, die von Peter Hochegger gegründet und aufgebaut wurde. Die Agentur firmiert künftig unter der Dachmarke "Q-COM", der Gründer zieht sich aus der Agentur völlig zurück. Hochegger hatte wegen eines Immofinanz-Millionenhonorars im Zusammenhang mit der Privatisierung der Bundeswohnungen Selbstanzeige bei der Finanz wegen Steuerhinterziehung erstattet, gegen ihn wird von der Staatsanwaltschaft u.a. wegen Verdachts auf Untreue ermittelt.

Neustart

Die drei vormaligen Hochegger-Firmen vollziehen nun den bereits vor Wochen angekündigten Neustart als partnergeführte Beratungsunternehmen. Dietmar Trummer, Mick Stempel und Severin Heinisch führen die Gruppe. Peter Hochegger habe sich operativ schon völlig zurückgezogen, auch seine Anteile werde er zur Gänze abgeben, wenn juristische Detailfragen geklärt seien, sagte Heinisch heute gegenüber der APA. Peter Hocheggers Bruder Paul werde seine Anteile zunächst treuhändisch verwalten lassen, auch er plane den Rückzug.

Ab sofort firmieren die Unternehmen unter der Dachmarke Q-COM als "Q-COM Communications Consulting", "Q-COM Financial Relations" und "Q-COM CEE Holding". Die Q-COM CEE Holding hat fünf Tochterunternehmen (Ungarn, Bulgarien, Serbien, Kroatien und Mazedonien) sowie weitere Beteiligungen und Partnerschaften in Mittel- und Osteuropa.

Eigentümer der Hochegger Holding GmbH sind bisher laut Firmenbuch Peter Hochegger mit 45 Prozent, dessen Bruder Paul Hochegger mit 40,2 Prozent, Dietmar Trummer mit 10 Prozent und Michael Stempel mit 4,8 Prozent der Anteile. Laut Bestseller-PR-Agentur Ranking war Hochegger 2008 die zweitstärkste österreichische Agentur mit 11,23 Mio. Euro Umsatz.

Peter Hochegger und der Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger gerieten ins Visier der gerichtlichen Ermittlungen, da sie beim Verkauf von Bundeswohnungen 2004 rund 9,6 Millionen Honorar vom knapp siegreichen Käufer Immofinanz kassierten und nicht versteuerten. Beide wollen dafür strategische Kommunikation und Beratung für die Immofinanz geleistet haben. Der damalige Finanzminister und Ex-Hochegger-Freund Karl-Heinz Grasser beteuert, von der Zahlung nichts gewusst zu haben, ein ehemaliger Mitarbeiter Grassers bezeichnete den Deal als "abgekartetes Spiel". Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. (APA)

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