Vom All in den Alltag

28. Oktober 2009, 14:29
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NASA will die kommerzielle Anwendung von Nanotechnologien vorantreiben: Selbst für die Früherkennung von Diabetes

Moffett Field - Die NASA denkt verstärkt an praktische Anwendungsmöglichkeiten von "Weltraumtechnologie": Am Dienstag hat sie bekannt gegeben, dass sie in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen MSGI Security Solutions die kommerzielle Anwendung von Nanotechnologien vorantreiben wird. So sollen unter anderem Solarzellen aus Weltraummissionen dank hoher Effizienz und günstigem Preis mit bisherigen Lösungen konkurrieren.

Die NASA-Solarzellentechnologie setzt nicht auf kristallines Silizium, sondern soll diesen Klassiker im Photovoltaik-Sektor mit anderen Ansätzen ausstechen. "Es handelt sich um eine Nanodraht-Form eines Halbleitermaterials, die für starre ebenso wie flexible Substrate geeignet ist", sagt Meyya Meyyappan, Chief Scientist for Exploration Technology am Nanotechnologiezentrum des NASA Ames Research Center.

Genauere Details will man aufgrund eines laufenden Patentverfahrens nicht verraten. Jedenfalls verspricht die Technologie gegenüber kristallinem Silizium zwei wesentliche Vorteile. "Die Nano-Form ermöglicht eine Effizienzsteigerung und es kommt zu einer Kostenreduktion aufgrund flexibler Substrate und einem einfacheren, billigeren Fertigungsprozess", so Meyyappan. Die MSGI-Tochter Andromeda Energy soll nun an erneuerbaren Energielösungen arbeiten, die geringere Kosten pro Watt ermöglichen als herkömmliche Energiequellen.

Zweite Forschungsschiene

Eine zweite NASA-Technologie, die nun auch für andere Anwendungen umgesetzt werden soll, ist ein chemischer Nanosensor. "Er wurde ursprünglich als selektiver Gas- und Dampfsensor entwickelt", so Meyyappan - Einsatzgebiet war unter anderem die Überwachung der Luft in Space Shuttles. Je nach gemessener Substanz können dabei geringe Konzentrationen im Teilchen-pro-Million- oder sogar Teilchen-pro-Milliarde-Bereich nachgewiesen werden.

Zunächst will die MSGI-Tochter Nanobeak einen tragbaren Prototypen realisieren, der in der Atemluft von Personen nach einem Gas sucht, das für Diabetes-Patienten typisch ist. "Dieses Produkt wird einen einfachen, nicht-invasiven Test bieten, der dank Diabetes-Früherkennung Leben rettet", sagt MSGI-Chairman und CEO Jeremy Barbera. So sollen nicht nur teure Labortests überflüssig werden, sondern auch die Erkennungsraten steigen. "Über 50 Prozent aller Personen, die Diabetes haben, wissen es gar nicht", so Barbera. (pte/red)

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