1.-Mai-Demo

Erneut schwere Vorwürfe gegen Polizei

28. Oktober 2009 13:25

"Bündnis gegen Polizeigewalt": Absprachen offenbar keine Einzelfälle - Sicherheitsdirektor Lißl: "Keine Vorverurteilungen"

Linz - Nach der eskalierten 1.-Mai-Demo in Linz wurden am Mittwoch erneut schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben: Das "Bündnis gegen Polizeigewalt und für Demonstrationsfreiheit" veröffentlichte in einer Presseaussendung eine E-Mail mit der Bitte eines ermittelnden Beamten, die Aussagen von zwei Kollegen abzustimmen. Der Verdacht liege nahe, "dass diese Form der Absprachen keine Einzelfälle sind", so die Bündnissprecher Vanessa Gaigg und Christian Daibl. In der Vorwoche war ein Aussage-Entwurf der Polizei für einen beschuldigten Beamten publik geworden.

Das Ersuchen um Abstimmung habe zu zwei fast gleichlautenden Amtsvermerken im Akt geführt, berichteten Gaigg und Daibl. Für einen außenstehenden Beobachter könnte der Eindruck gewonnen werden, "dass eine einheitliche, inhaltlich abgestimmte Verantwortung beider Polizisten herbeigeführt werden sollte", so Bündnis-Anwalt Rene Haumer in einer Sachverhaltsdarstellung an das Büro für Interne Angelegenheiten. Die zwei Berichte seien nahezu wortgleich abgefasst, in der Gerichtsverhandlung aber habe ein Beamter seine schriftliche Darstellung in den entscheidenden Punkten relativiert.

"Diese Praxis wirft ein sehr zweifelhaftes Licht auf die Linzer Polizei", kritisierten Gaigg und Daibl. Sie fordern den oberösterreichischen Sicherheitsdirektor Alois Lißl und den Linzer Polizeidirektor Walter Widholm auf,"diesen Vorgängen auf den Grund zu gehen und nicht zuzulassen, dass das Vertrauen in unserer Rechtsstaat weiter ausgehöhlt wird".

"Jetzt Vorverurteilungen vorzunehmen, ist unfair"

Man befinde sich inmitten mehrerer Prüfungen, zudem sei noch ein Gerichtsverfahren anhängig, reagierte Lißl auf die Vorwürfe. "Jetzt Vorverurteilungen vorzunehmen, ist unfair." Er verwies zudem auf eine Entscheidung des Unabhängigen Verwaltungssenats, wonach der Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray bei der Demo durch die Polizei gerechtfertigt gewesen sei.

An der von linken Organisationen veranstalteten Kundgebung am 1. Mai hatten 500 bis 700 Personen teilgenommen. Als rund 100 Polizisten mit der Begründung, es hätten sich Vermummte eingeschlichen, die Demonstranten am Weitergehen hinderten, eskalierte die Situation. Es gab auf beiden Seiten Verletzte, fünf Personen wurden festgenommen. Ein Demonstrant wurde bisher nicht rechtskräftig verurteilt, zwei wurden freigesprochen, ein Verfahren eingestellt. Am Donnerstag kommender Woche muss sich der Vizerektor der Kunstuniversität Linz, Rainer Zendron, der sein Amt ruhend gestellt hat, vor Gericht verantworten. Er war damals festgenommen worden, die Anklage wirft ihm Widerstand gegen die Staatsgewalt vor. (APA)

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Frotzel
02.11.2009 11:29
Wehret den Anfängern;-)

Absprachen zwecks Zeuganaussage sind strafber - das sollte man der Polizei nicht unterstellen, sonst wären dorr Kriminelle beschäftigt!

Die andere Meinung
 
05.01.2010 16:18
dort arbeiten

sogar mörder!

potz
02.11.2009 02:33

Ist die oberösterrichische Polizei, nicht die, die im Fall des toten 15 jährigen im Supermarkt ermittelt?

Bertel Mann
 
31.10.2009 08:58
Keine Vorverurteilungen?

Solange es keine Nachverurteilungen durch Gerichte gibt, muss es eben bei Vorverurteilungen bleiben.

Lünz
04.11.2009 09:51

Es lebe der Rechtsstaat !!

Lorelei Sonnenschein
30.10.2009 15:14
...Polizei

...habe es schon so satt, immer wieder Berichte von unnötiger Brutalität, Absprachen, offensichtlichen Lügen der Polizei, deren Verharmlosung, und Gutheissung/Deckung durch Richter/Politiker zu hören!!!

Die Wirklichkeit...diese Schei**e kann jeden von uns treffen, nicht nur Randgruppen, die keine Lobby haben!

Wir sollten endlich anfangen uns zu wehren!!!

der tueftler
04.11.2009 14:08
sie müssen genauer lesen:

im artikel steht, dass bisher ein einziger demonstrant verurteilt wurde, zwei freigesprochen, zwei verfahren eingestellt! wenn man bedenkt, dass die polizisten offenbar einheitlich ausgesagt haben, ist das ein bemerkenswertes ergebnis, denn die richter mussten mehrere übereinstimmende aussagen negieren....

man kann also keinesfalls sagen, dass irgendwelche absprachen etc. gedeckt würden, ganz im gegenteil!

Gizzlik
30.10.2009 11:27

habs im standard in der suchfunktion leider nicht gefunden, sonst hätt ich ja den link gepostet...

uvs linz hat die polizei freigesprochen.


alle sind gegen euch, buhu

www.Fehlurteil.at
29.10.2009 13:02
Vertrauen in den Rechtsstaat?

*schrei-brüll-wieher*

wasweißich?
29.10.2009 11:19
und jetzt bekommt Linz noch eine Stadtwache dazu

da müssen sie aber den Mailverteiler für die Absprachen-Anordnungen erweitern - hoffentlich können die dann auch alle lesen

flohimpelz
29.10.2009 15:39
Irgendwas werdens denen beim RFJ

ja beibringen - außer gröhlen.

pepitschek1
05.11.2009 16:36
die können auch anderes!

letztens haben mir ein paar gezeigt, wie hoch ihre hecke schon gewachsen ist.

circa augenhöhe.

Sepp Unterwurmbacher
29.10.2009 11:11
"keine vorveruteilung"

geil, dass der lißl jetzt um fairness bittet. er selbst konnte unmittelbar nach den ereignissen ja nicht davon lassen, demonstranten zu verleumden, sie hätten geschlagen usw.
außerdem ist in dem artikel nichts von einer vorverurteilung zu lesen, sondern nur eine sehr vorsichtig formulierte sachverhaltsdarstellung. Bild- und Aktenmaterial gibt es eh genug, da bedarf es keiner vorverurteilung.

der tueftler
04.11.2009 14:04
stimmt!

ich muss sagen, die sache ist schon sehr bedenklich! aber immerhin, die gerichte haben bisher einen einzigen demonstranten verurteilt! EINEN von mehreren!!! man kann also doch feststellen, dass die richter keineswegs den anklagen bzw. aussagen der polizei ungeprüft glauben, oder? und das ist gut so.
weniger gut ist, dass sich offenbar in der exekutive ein fataler korpsgeist eingeschlichen hat. natürlich darf man nicht generalisieren, aber es wäre an der zeit, in den eigenen reihen für ordnung zu sorgen, sonst geht das image ganz den bach runter.... zuviele skandale sind bekannt geworden!

ChMa
29.10.2009 10:09
beim hinterrücks erschossenen

Kremser Buben haben die beiden Beamten bekanntlich 3 Tage gebraucht, um sich abzustimmen. Anscheinend sind unsere Polizisten sogar schon dafür zu dumm.

Placebo
 
29.10.2009 09:44
Widerstand gegen die Staatsgewalt heisst sich die Hände vors Gesicht zuhalten, wenn man auf die Nase getreten wird.

Warum werden die Videos der Demo ignoriert und warum ist es möglich damit durchzukommen? Von gefährlichen Demonstranten war nichts zu sehen. Das waren einfach mehrheitlich Kinder.

Hannes M.1
29.10.2009 12:26

...zeigen die videos, die sie meinen jede sekunde und jeden bereich der angesprochenen demonstration?

Ultimo
29.10.2009 14:41
Sie zeigen aus drei Perspektiven und Quellen (privat, Polizeivideo und ORF) jenen Moment, von dem die Polizisten behaupten, die Demonstranten hätten zu dieser Zeit Tritte und Faustschläge ausgeteilt.

Sie können natürlich weiterhin krampfhaft versuchen, eine Bestätigung für ihre Erwartungshaltung zu finden, aber ich kann Ihnen nicht viel Erfolg versprechen.

auf Leben und Brot
29.10.2009 09:39
wo ist denn

derPolizist?
er könnte wenigstens versuchen, seine haberer zu verteidigen.
auch wenn´s schön langsam keinen sinn mehr macht.

flohimpelz
29.10.2009 11:44
Der hat wahrscheinlich gerade Dienstfrei,

somit kein (vom Steuerzahler) bezahltes posten vom Posten.

Eleazar
29.10.2009 09:21
Widerstand gegen die Staatsgewalt ?


Bei unserer Polizei arbeiten nur Supermänner und gut ausgebildete emotionslose Personen. Sind alle studiert und mit Herz und Seele Beamter und nicht rechtskräftig zu verurteilen.

Kohlhaas1
29.10.2009 09:07
Heute steht der Bruder des getöteten Einbrechers aus Krems vor Gericht.

Er hat während der Trauerkundgebung einen Fotographen geschlagen.
Wieso steht der jetzt schon vor Gericht und der Beamte mit der vorsätzlichen Tötung rennt immer noch frei herum ?
Was will uns die Regierung /Behörde damit sagen ?

Eva Ulrich
05.11.2009 15:24

Wurde der Beamte schon wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt?
Ich denke nicht, dass er vorgehabt hat, einen 14-jähringen zu erschiessen.

HotDoc
29.10.2009 11:31

und was hat der bruder mit der 1.mai demo zu tun


KTHXBYE
29.10.2009 11:10

Daß manche Fälle klarer sind als andere. Sonst nichts.

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