Grasser sieht sich als Opfer von Rufmord

28. Oktober 2009, 12:34
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Ex-Finanzminister bewundert in der "Bunte" Karl-Theodor zu Guttenberg

München/Wien - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, gegen den die Staatsanwaltschaft in der Buwog-Affäre wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch und Geheimnisverrat ermittelt, sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne. "Das ist, anders kann ich es mir nicht erklären, ein politisch motivierter Racheakt beziehungsweise ein politisch versuchter Rufmord an mir", sagte Grasser in einem Interview mit der deutschen Illustrierten "Bunte" laut Vorausmeldung.

Laut Grasser herrscht bei einigen Politikern offenbar Angst, dass er wieder die politische Bühne betrete. "Vielleicht haben manche in der Politik Angst, dass ich wieder zurückkommen könnte, und versuchten nun alles, um das zu vereiteln", so der Ex-Finanzminister der früheren Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP). Er sei schon oft angezeigt worden. Es sei ihm eigentlich ziemlich egal, "weil ich genau weiß, dass nichts rauskommen kann bei dieser ganzen Geschichte". Grasser hatte bereits zuvor gesagt, er habe ein "supersauberes, reines Gewissen".

Popularität in Windeseile

Grasser outet sich in der "Bunten" als Fan eines deutschen Ministers: Er bewundere Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dessen Karriere ihn stark an seine eigene erinnere. "Auch weil er so atypisch und kometenhaft in Windeseile diese Popularität erreicht hat, die ihn zur Ausnahmeerscheinung gemacht hat...". Guttenberg müsse aufpassen, dass ihm nicht das gleiche passiere wie ihm selbst. Guttenberg übernimmt in der neuen deutschen Regierung das Verteidigungsressort, in der alten Koalition war er Wirtschaftsminister.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es um die Privatisierung der Bundeswohnbaugesellschaften im Jahr 2004. Wegen einer vom knapp siegreichen Bieter Immofinanz gezahlten 9,6 Mio.-Euro-Provision an die Berater Peter Hochegger und den Ex-FPÖ-Politiker und Grasser-Trauzeugen Walter Meischberger haben diese Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u.a. wegen Verdachts auf Untreue gegen Hochegger und Meischberger und wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch und Bruch des Amtsgeheimnisses gegen Grasser. Dieser wurde von seinem ehemaligen Mitarbeiter Michael Ramprecht schwer belastet, der Deal sei ein "abgekartetes Spiel" gewesen. Grasser weist alle Vorwürfe zurück, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. (APA)

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