16 Mal mit Messer auf Taxler eingestochen

28. Oktober 2009, 11:55
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61-Jähriger erlitt lebensgefährliche Verletzungen - Zwei Verdächtige verhaftet - Ein Mann hat Reisepass verloren

Salzburg - Ein 61-jähriger Taxifahrer ist in der Nacht auf Mittwoch in der Stadt Salzburg von zwei Männern  überfallen worden. Der Mann wurde mit einer Kette gewürgt und durch 16 Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Nur durch eine mehrstündige Notoperation konnte sein Leben gerettet werden. Die beiden Verdächtigen wurden eine halbe Stunde später verhaftet, einer von ihnen hatte seinen Reisepass im Taxi verloren.

Männer planten Überfall

Die beiden Männer im Alter von 17 und 18 Jahren dürften etwa um 23.30 Uhr in Bahnhofsnähe das Taxi bestiegen haben. Sie dürften zu diesem Zeitpunkt schon die Absicht gehabt haben, den Fahrer zu überfallen. Das Duo lotste den Taxler bis zum Salzachsee ganz am Stadtrand. "Der Plan war, den Lenker bis zur Bewusstlosigkeit zu würgen und anschließend zu berauben, von einem Messer soll da noch nicht die Rede gewesen sein", schilderte Karl-Heinz Wochermayr vom Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos aus der ersten Einvernahme. Entgegen der ursprünglichen Absicht wurde dann aber mit einem Messer - vermutlich ein größeres Haushaltsmesser - auf den Mann eingestochen, und das mit unglaublicher Brutalität.

Opfer konnte noch selbst Alarm schlagen

Die Männer rannten dann davon - eigenen Angaben zufolge ohne Beute. Das Opfer konnte noch selbst Alarm schlagen. Eine Polizeistreife, die zufällig in der Nähe unterwegs war, war sofort zur Stelle, leistete dem Schwerverletzten Erste Hilfe, führte erste Sicherungen durch und leitete eine Fahndung ein. Der 61-Jährige konnte den Beamten noch schildern, dass er von hinten gewürgt wurde, danach wurde er vom Notarzt versorgt und ins Landeskrankenhaus gebracht, wo er noch in der Nacht etwa drei Stunden lang operiert werden musste.

Passfoto stimmte mit einem Mann überein

Rund eine halbe Stunde nach dem Überfall griff eine Patrouille im Bereich der Autobahnauffahrt Salzburg-Mitte - rund eineinhalb Kilometer vom Tatort entfernt - die beiden jungen Männer auf. Da im Taxi ein Reisepass gefunden worden war, dessen Foto mit einem der Männer übereinzustimmen schien, wurden sie vorläufig festgenommen. Blutspuren an der Kleidung erhärteten den Verdacht. Der Pass sei ihm am Vortag gestohlen worden, versuchte sich der junge Mann zu rechtfertigen.

Teilgeständnisse

Beide bestritten bei der ersten Befragung jeglichen Zusammenhang mit der Tat. Doch dann legte einer ein teilweises Geständnis ab, wobei er den anderen schwer belastete, schilderte Wochermayr. Daraufhin gab auch der andere die Tat zum Teil zu, lud die Schuld aber seinerseits weitgehend auf den Komplizen ab. Einer habe inzwischen auch schon schriftlich ein Teilgeständnis abgelegt, so Wochermayr.

Dennoch ist für die Polizei die Arbeit noch lange nicht erledigt. So wird noch nach den beiden Tatwaffen gesucht, von denen noch jede Spur fehlt. "Der Fluchtweg ist ziemlich lang, das macht es nicht leicht", so Wochermayr.

Drei Stunden Notoperation

Das ganze Ausmaß der Brutalität, mit der die Männervorgingen, zeigte sich erst im Spital: "Ich habe 16 Stichwunden gezählt, viele davon im Hals. Die Hauptschlagader wurde nur ganz knapp verfehlt", schilderte Hans Werner Waclawiczek, der den Patienten operiert hatte. Zwei Stiche trafen die Bauchgegend, diese führten zu einem Darmaustritt und einer Durchlöcherung des Darms. Sowohl wegen der Hals- als auch der Bauchverletzungen habe akute Lebensgefahr bestanden. Der 61-Jährige wurde rund drei Stunden operiert und danach in künstlichen Tiefschlaf versetzt. "Er ist stabil. Zur Zeit besteht keine akute Lebensgefahr, entscheidend sind aber die nächsten paar Tage."(APA)

 

 

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