ATX tiefrot

Kräftiger Kurseinbruch an der Wiener Börse

28. Oktober 2009, 17:58

Der Leitindex ATX brach um 5,7 Prozent ein, Begründet wurde dies mit Gewinnmitnahmen

Die befürchtete Kurskorrektur fiel in Wien besonders schmerzhaft aus. Der Wiener Leitindex ATX gab nach einer massiven Verkaufswelle mehr als fünf Prozent ab. Auch alle anderen Börsen verzeichneten Kursverluste.

***

Anders als die internationalen Leitbörsen, deren Verluste am Mittwoch überschaubar blieben, hat die Wiener Börse ihre scharfe Korrektur fortgesetzt. Gebeutelt von einer massiven Verkaufswelle brach der Leitindex ATX bis zum Handelsschluss 149,4 Punkte oder 5,76 Prozent auf 2.444,27 Zähler ein. Aktienhändler berichteten von Gewinnmitnahmen auf breiter Front. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen auf breiter Front.

Den Vergleich mit dem Börsencrash im Herbst 2008 kann Alfred Reisenberger, Analyst bei Cheuvreux, dennoch nicht nachvollziehen, er sieht die Talfahrt als "überfällige Korrektur" . Nach einem Kursanstieg von gut 90 Prozent seit März sei ein Minus um zehn Prozent binnen zwei Wochen "kein Crash" . Die Talfahrt falle in Wien deshalb heftiger aus als an anderen Börsen, weil es dem kleinen Wiener Markt schlicht und einfach an Liquidität fehle. "Es ist wie beim ersten Schnee. Jeder weiß, dass er kommt und trotzdem sind alle überrascht, wenn er fällt."

Verstärkt wurden die Verluste durch "Stopp-Loss-Orders" , die weitere Verkäufe auslösten, weil es an Käufern fehle, die die Aktien auffingen. Insgesamt, ermahnen Analysten, dürfe nicht vergessen werden, dass das Umfeld aufgrund der Wirtschaftskrise noch immer sehr volatil sei. Es sei daher auch mit Gegenreaktionen zu rechnen, möglicherweise schon bald.

Dass Kapitalerhöhungen die Stimmung belasten, glaubt Reisenberger nicht. Sie hätten für einzelne Titel wie Erste Bank Bedeutung, nicht aber für den ganzen Markt. Kandidat für eine Kapitalerhöhung ist, wie berichtet, Erste Bank. Sie bringt am Freitag die Ergebnisse zum dritten Quartal. Die Kapitalerhöhung wird von Insidern auf mindestens eine Milliarde Euro taxiert. Erste-Aktien verloren 7,4 Prozent auf 26,39 Euro, gefolgt von Raiffeisen International mit minus 6,3 Prozent auf 39,82 Euro.

Keinen guten Lauf hatten Finanzwerte auch international: Neben ING belasteten die enttäuschenden Zahlen der spanischen Bank Santander.

Unter Druck war nach einem enttäuschenden Zwischenbericht von Branchenführer ArcelorMittal auch der Stahlsektor. Voestalpine verloren 4,9 Prozent auf 22,67 Euro. Bei Verbund sorgten nach den Zahlen vom Dienstag zahlreiche Rückstufungen für Verluste. Die Aktien des Versorgers gaben um 4,9 Prozent auf 30,23 nach.

Als stabiles Element erwiesen sich einzig Telekom Austria, die sich mit 11,90 im positiven Terrain hielten - auch dank der Bekräftigung der Prognose der Deutschen Telekom. Ein skeptischer Ausblick des Softwarekonzerns SAP und die Unsicherheit über die Entwicklung im Finanzsektor hingegen beschleunigten Verkaufsempfehlungen ebenso wie der Rückgang im Absatz von neuen Eigenheimen in den USA, die im September um 3,6 Prozent gefallen sind.

In der Verlustzone blieben auch die wichtigsten europäischen Aktienmärkte:Der Dax in Frankfurt gab um 1,81 Prozent auf 5533,08 Zähler nach, der FTSE in London um 1,92 auf 5101,29 und der EuroStoxx50 der 50 Schwergewichte der Eurozone um 1,53 Prozent auf 2791,66 Zähler. Nicht viel besser ging es an der Wall Street zu:Der Dow Jones unterschritt die 10.000-Punkte-Markte um 0,23 Prozent auf 9859, die Nasdaq gab um 1,31 Prozent auf 2088 nach. (ung, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.10.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 187
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GenniLisser
00
29.10.2009, 08:42
guter kaufzeitpunkt

ein kurssturz ist immer eine gute möglichkeit, günstig an aktien zu kommen.

notorische kapitalismusverweigerer lasst die finger von aktien! man kann das geld auch zum branntweiner tragen! aber bitte nicht nachher aufregen, wenn andere mit aktien mehr geld heim bringen!

Tschurndorf
00
29.10.2009, 08:41
oh nein,

und die studentinnen wollten die ganze welt mit den gewinnen retten.

Jan Nesbeda
00
29.10.2009, 08:18
Nur so als Anregung

Früher einmal, als sich Herr Sonnleitner noch nichteinmal mit der theoretischen Erarbeitung der Grundlagen seiner fernsehauftritte beschäftigte, konnte man daran denken, sein Vermögen in Aktien anzulegen. Weil die Nebenkosten gering waren.
Da gabs die Börsenumsatzsteuer, einmal jährlich Depotgebühren und 5.- Schilling pro Buchung zu zahlen. Diese vergleichsweise geringen Nebenkosten ermöglichten es, ein breites Portefeulle zu halten und hin und wieder ein halbes Monatsgehalt irgendwo anzulegen.

Die BUSt ist noch immer gleich, aber heute frißt bei einem kleinen, aber breiten Portefeuille die Bank die Gewinne. Ich bin nurmehr Risikoträger.
Wer Aktionäre will, der sollte die Gebühren beschränken. Nur so als Anregung.

gk76
05
29.10.2009, 07:43
Das Problem liegt im irreführenden Namen "Wiener Börse"

Der Gutgläubige könnte dadurch annehmen, es handle sich um eine Wertpapierbörse im eigentlichen Sinn. Vielmehr wird ein enger Markt mit zu wenig/lascher Kontrolle von Insidern manipuliert, die sich die Schlusskurse schon morgens bei einer Melange ausmachen.

msk_at
00
29.10.2009, 08:52

Sie haben wohl die letzten 20 Jahre verschlafen. Bei einem Umsatz von ca. 2 Mio Stück der Erstebank Aktie kann sich wohl niemand den Schlußkurs in der Früh ausmachen. Oder glauben Sie an die globale Verschwörung.

jimmydean
00
29.10.2009, 07:27
kriegt der hahn das wirtschaftsressort ?

Stephen Covey
01
29.10.2009, 07:26

Oktober 2009 ist im hundertjährigen Kalender der Kaufzeitpunkt schlechthin.

zuckermaus3
00
29.10.2009, 08:20
Bauernkalender?

FILTERKAFFEE
00
29.10.2009, 07:05
Man soll nicht kaufen, was man nicht versteht.

98% der Postings zeigen, dass sich zuviele Menschen mit zuwenig Ahnung für Aktien interessieren. Ich kauf mir auch kein Flugzeug, weil ich nicht fliegen kann! (...und ich es mir nicht leisten kann, das ist aber eine andere Geschichte...)

pascale
00
29.10.2009, 08:20
„Es gibt alte Piloten und es gibt kühne Piloten,

aber es gibt keine alten, kühnen Piloten.“ Andre Kostolany.

natoll
00
29.10.2009, 07:10

tja, aber du fliegst mit flugzeugen weil man darauf vertrauen können muss, dass es leute gibt, die man bezahlt und die es können.

und genau das gilt für aktien meistens nicht. der markt ist im großen und ganzen eine unberechenbare herde.

FILTERKAFFEE
00
29.10.2009, 07:21
Sie sollten auch die Finger von Aktien lassen.

...aber gut, ich versuches anders.

Ich kaufe auch kein Spektrophotometer, weil ich es nicht verstehe. Auch wenn andere Menschen damit Geld verdienen, ich werde es nicht tun.

P.S.: Nicht böse sein, aber viel Glück an der Börse.

h 90
00
29.10.2009, 10:40

Ich haette eine Spezialmaschine zur Produktion fuer Dichtungen gerade im Angebot. Als Alternative zum Spektrophotometer.

natoll
00
29.10.2009, 07:53

kein seriöser händler kann jemals behaupten die börse zu verstehen. es ist nur möglich die prinzipien und grundsätze zu verstehen.

apropos, ich finger weg von der börse? fast schon witzig. du solltest dir kein urteil über ein forum bilden :)

radiohead
01
29.10.2009, 02:52
ich find das auch voll logisch...

seit märz sind die unternehmen um 90% im wert gestiegen und jetzt in 2 wochen um 10% gefallen. logo. sieht doch jeder, der die straße entlanggeht.

wahrscheinlich hat south park recht, wenn mal wer 21min zeit hat: http://sps13e03.blogspot.com/
oder wer nur 1min zeit hat, kann einfach bei min.17:45 anfangen zu schauen.

green tea
128
29.10.2009, 00:47
...her mit der Finanz-Transaktionssteuer - und zwar sofort!

- Für jeden Kauf und Verkauf von Wertpapieren jeglicher Art sollte eine Transaktions-Gebühr von 2-3% der Kaufsumme an den Staat abzuführen sein.

Das würde den kurzfristig orientierten Spekulanten die Flügel stutzen - und längerfristig orientierte Anleger kaum tangieren, somit die Börse wieder seriöser und glaubwürdiger werden lassen.

Derzeit ist die Börse mehr Spielcasino, wo sich höchst dubiose Gestalten herumtreiben, die Kurse scheinen in vielen Fällen manipuliert zu sein...

Eine kräftige Transaktionssteuer würde das Gesindel vertreiben und seriöse Anleger an die Börse bringen.

Bsp. 100.000.- investiert, 2000.- TA-Steuer
nach 3 Jahren 150.000., neuerliche 3000.-TA-Steuer,
wären dann 5000.- TA-Steuer u. 45.000.- Gewinn

Muhu
 
00
29.10.2009, 08:40

Sie rechnen völlig falsch.

100.000 investiert 2000 TA Steuer
nach 3 Jahren: 10.000.000, 200.000 TA-Steuer

9.698.000 Gewinn. Der Gewinn wird doch wohl reichen.

nordwest
00
29.10.2009, 08:39

oh mein gott, ihr posting liest sich wie ein krone leserbrief!

Jan Nesbeda
00
29.10.2009, 08:24

2,5% BUSt (Börsenumsatzsteuer) gibts schon. Ich glaub, die hat noch der Franz Joseph eingeführt.
Bei Aktien funktioniert das Einkommensteuergesetz sogar.
Sparbücher zahlen, solange sie klein sind (S´oide Muatal) im Verhältnis zuviel Steuer, große Sparbücher und Betriebe zuwenig. (Alles im Verhältnis zur "Guten alten Zeit")

Urfahraner Auge
00
30.10.2009, 10:40
Börsenumsatzsteuer wurde in Österreich 2000 abgeschafft.

Siehe Wikipedia "Börsenumsatzsteuer"

Jan Nesbeda
00
2.11.2009, 06:45

Danke. Ich habs jedenfalls noch gezahlt, als ich meine Wertpapiere un Immobilien (Kleinhäusel) umsetzte. Sollte mir eigentlich klar gewesen sein, daß die BUSt als Kapitalismusbremse abgeschafft wurde, hätts mir denken können.

romagnolo
01
29.10.2009, 08:11
trotz Ihres nicknames sind sie sicherlich Milchmann (mädchen :-))

shokupanman
01
29.10.2009, 07:14
Fliessen da nicht eh schon jede Menge Steuern?

Spekulanten schieben Geld untereinander hin und her. Das Spielchen wird von Banken, Brokern und Börsen organisiert, die bei jeder Transaktion mitschneiden (Kosten der Transaktion, Spread). Für die Gruppe der Spekulanten ein Nullsummenspiel, für die Banken, Broker und Börsen ein sicheres Einkommen. Und davon zahlen die dann jede Menge Steuern. Deswegen sehen ich nicht (1) warum es eine zusätzliche Finanz-Transaktionssteuer geben soll (würde vermutlich die Spekulanten-Anzahl und die damit verbundenen Gebühren reduzieren und daher nix bringen), und (2) wie genau Spekulaten der Gesellschaft schaden (ausser sie verspielen geborgtes Geld, aber das sollte in der Verantwortung des Geldgeber liegen).

Etsch1
00
29.10.2009, 07:04
Für jeden Kauf und Verkauf von Wertpapieren jeglicher Art sollte eine Transaktions-Gebühr von 2-3% der Kaufsumme an den Staat abgeführt werden

auch das ist Abzocke

Außerdem (wie witzig ist die Ironie) gibt es nicht 2 - 3 % abzuführende Steuer, sondern 25! (genannt: Spekulationssteuer)

FILTERKAFFEE
03
29.10.2009, 07:00
Großartiges Posting!

und diese beispielhafte Rechnung, vom Feinsten. Erinnert an die Taferln von früher, oder die Bierdeckelrechnungen von dynamischen Finanzministern. Ihr Post sollte man in Finanzierungsskripten der WU aufnehmen.

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