Moderne Technik für eine moderne Fahrweise

28. Oktober 2009, 16:37
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Was hilft moderne Technik zur Verringerung von Treibstoffverbrauch und Emissionen, wenn sie der Fahrer nicht zu bedienen weiß?

"Treten Sie doch das Gaspedal voll durch", rät der Instruktor am Beifahrersitz in einem Tonfall, der keine Widerrede zulässt. Ach so? Habe ich mich im Kurs geirrt? Hatte Mercedes- Benz nicht zu einem sogenannten Eco-Training geladen? Und bedeutet ein verbrauchsbewusster Fahrstil nicht ein andauerndes Streicheln des Gaspedals? "Rasch Hochschalten und jetzt rollen lassen!", ertönt die Stimme neben mir. Das trifft jetzt schon eher meine Vorstellung von einer wirtschaftlichen Fahrweise und ist gleichzeitig der Beweis, dass ich doch beim richtigen Termin bin. Und so höre ich aufmerksam auf die Ratschläge des Instruktors, schalte bei Steigungen nicht in einen niedrigeren Gang und vermeide auch andere, anscheinend gar nicht so effiziente Gewohnheiten.

Ich sitze in einem der neuen Sprinter BlueEfficiency-Modelle, mit denen Mercedes-Benz Nutzanwendern ein Fahrzeug zur Verfügung stellt, das hilft, Treibstoffkosten zu verringern, ohne Abstriche bei Leistung oder Fahrfreude. Neben dem NGT-Modell wird ein Sprinter dann mit dem konzerneigenen Umweltlogo BlueEfficiency ausgezeichnet, wenn er über den neu entwickelten 2,15 Liter-Vierzylinder-Dieselaggregat OM 651, das neue Getriebe „Eco Gear" sowie die Eco Start-Stopp-Funktion verfügt. Die größte Unterstützung bei einer verbrauchsbewussten Fahrweise liefert der neue Motor durch sein hohes Drehmoment (250, 205 und 360 Nm), das bereits bei 1.400 U/min (bei der mittleren Motorisierung sogar bei 1.200 U/min) zur Verfügung steht.

Der Aufwand, der dafür betrieben wurde, ist groß und umfasst unter anderem einen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie für die untere Leistungsstufe bzw. eine Doppelaufladung mit zwei Turboladern für die beiden oberen Leistungsvarianten, eine Common Rail-Einspritzung mit maximal 1800 bar Einspritzdruck und einen vergrößerten Ladeluftkühler. Die effizienzsteigernden Maßnahmen gehen allerdings über die Motortechnik hinaus und betreffen auch die bedarfsgesteuerte Regelung der Nebenaggregate. Vereinfacht ausgedrückt: Ölpumpe, Ölspritzdüsen oder Lichtmaschine verbrauchen nur dann Energie, wenn sie gerade gebraucht werden.

Bis zu 20 Prozent Verbrauchsersparnis

Das "Eco Gear"-Getriebe und das Eco Start-Stopp-System machen das Effizienz-Paket komplett. Das Sechsgang-Schaltgetriebe wurde speziell für den Sprinter entwickelt und weist eine besonders große Spreizung auf: Der erste Gang ist im Vergleich zum Vorgänger um 1,2 Prozent kürzer, die sechste Fahrstufe um ganze 15 Prozent länger und eignet sich dadurch für eine besonders drehzahlschonende Fahrweise. Das große Potential der Start/Stopp-Funktion zeigt sich vor allem im Stadtverkehr: Bis zu 20 Prozent Verbrauchsersparnis sind nach Angaben des Herstellers möglich. Weiters erwähnenswert: Dank der Abgasrückführung mit zweistufiger Kühlung erfüllen sämtliche Leistungs- und Gewichtsvarianten bereits heute die Abgasnorm Euro 5. Und: Eine aufwändige Technik verlangt nicht nach mehr Wartung. Die Abstände für Ölwechsel und Service belaufen sich auf 40.000 bzw. 80.000 Kilometer.

Dank der neuen Technologien liegt der Normverbrauch der Sprinter BlueEfficiency-Varianten um einen Wert zwischen 0,9 und 1,5 l/100 km niedriger als bei den Vorgängermodellen. Ein Vorteil, der erst durch eine entsprechende Fahrweise genützt wird, dann allerdings noch größer ausfallen kann.

Dazu geben die Instruktoren von Mercedes-Benz folgende Tipps:

•Frühzeitiges Hochschalten
•Hohe Geschwindigkeiten und Drehzahlen meiden (ab rund 120 km/h steigen Luft- und Rollwiderstand überproportional an)
•Gleichmäßiges Tempo - rollen lassen
•Vorausschauend fahren - unnötiges Bremsen vermeiden
•Nach dem Start sofort losfahren (der Motor erreicht unter Last schneller seine Betriebstemperatur)
•Technik nützen (durch die Schubabschaltung ist der Verbrauch bei eingelegtem Gang und nichtbetätigtem Gaspedal gleich Null)
•Motor nicht unnötig laufen lassen
•Keine unnötigen An- und Aufbauten (z.B. nicht verwendete Dachträger demontieren)
•Keine unnötige Zuladung (z. B. müssen Arbeitsgeräte, die nur selten verwendet werden, nicht immer mitgeführt werden)
•Richtiger Reifendruck

Während ich in der ersten Runde bewusst keinen großen Wert auf eine verbrauchsschonende Fahrweise gelegt hatte, bildeten in der Vergleichsrunde Mensch (ich, ausgestattet mit sämtlichen Ratschlägen) und Maschine (der Sprinter mit aktivierten Start/Stopp-System, das an den an der Strecke verteilten Ampeln sein Potential zeigen sollte) die von Mercedes-Benz gewünschte effiziente Einheit. Das Resultat war durchaus erstaunlich: Während die Fahrzeit um elf Sekunden länger wurde, reduzierte sich der errechnete Durchschnittsverbrauch des mit 500 kg Zuladung versehenen Sprinter 316 CDI (163 PS-Version) in der strömungsungünstigen Pritschen-Ausführung um ganze 2,3 Liter von 11,4 auf 9,1 l/100 km. Ebenfalls interessant: Die durchschnittliche Drehzahl fiel von 1859 auf 1603 U/min und die Zahl der Schaltvorgänge verringerte sich um über 15 Prozent.

Würde man die im Versuch erzielte Treibstoffersparnis von 20 Prozent auf einen Betrieb umlegen, der zehn Transporter im Einsatz hat, so würde man nach der Schulung die Treibstoffkosten von zwei Fahrzeugen einsparen - vom Umweltvorteil einmal abgesehen. (saubereAutos.at)

Informationen und Fahrtraining:
www.driving-events.de

Die inhaltliche Verantwortung liegt beim Autor. Zur Verfügung gestellt von saubereAutos.at.

  • Erst durch richtige Anwendung lassen sich die neuen Technologien auch nutzen.
    foto: werk

    Erst durch richtige Anwendung lassen sich die neuen Technologien auch nutzen.

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