Wiener Börse fällt am Mittwoch um mehr als fünf Prozent

28. Oktober 2009, 17:53

Index im Wochenverlauf schon neun Prozent tiefer - Erste Group rasseln 9,8 Prozent nach unten

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch mit kräftigen Verlusten geschlossen. Der ATX büßte 149,4 Punkte oder 5,76 Prozent auf 2.444,27 Zähler ein. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 106 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.550 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,48 Prozent, DAX/Frankfurt -2,46 Prozent, FTSE/London -2,31 Prozent und CAC-40/Paris -2,14 Prozent.

Aktienhändler berichteten von Gewinnmitnahmen auf breiter Front. Auch an anderen Börsen in Europa wurden Gewinne aus der Erholung der vergangenen Monate am Mittwoch mit genommen, in Wien fiel das Minus aber besonders deutlich aus. Nachdem die Erholung in Wien besonders stark ausgefallen ist, sei nun auch das Korrekturpotenzial größer, erklärten Händler.

Bereits am Dienstag hatte der Wiener Markt nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten stark nachgegeben. Seit Wochenbeginn hat der ATX damit bereits knapp neun Prozent verloren. Einige Händler in Wien fühlten sich angesichts des Ausmaßes der Korrektur bereits an den Crash im Herbst des Vorjahres erinnert.

Gewinnmitnahmen

Die Gewinnmitnahmen dürften Stopp-Loss-Order und damit automatische Verkaufsaufträge ausgelöst haben, die den Abwärtstrend weiter verstärkt haben, hieß es am Markt. Belastet wurde die Stimmung zudem durch Marktspekulationen über anstehende Kapitalerhöhungen einiger Unternehmen.

So büßten Erste Group nach Medienberichten über eine Kapitalerhöhung an der Börse massiv ein. Die Aktie schloss mit einem Minus von 9,82 Prozent bei 25,70 Euro. Wie der "Standard" am Mittwoch unter Berufung auf involvierte Kreise berichtet, will die Bank mindestens eine Milliarde Euro an der Börse einsammeln um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken.

Wienerberger knicken ein

Stark unter die Räder kamen am Mittwoch auch Wienerberger und büßten 7,96 Prozent auf 12,49 Euro ein. Händler zeigten sich überrascht über das Minus, ein fundamentaler Hintergrund sei nicht bekannt.

Größere Verluste sahen bei den Blue Chips auch OMV (minus 6,65 Prozent auf 27,10 Euro). Raiffeisen International fielen um 6,35 Prozent auf 39,80 Euro. voestalpine verloren 5,50 Prozent auf 22,52 Euro. Vor allem Finanzwerte und zyklische Titel konnten sich zuletzt erholen, entsprechend werden hier jetzt auch Gewinne mit genommen, meinten Händler.

Klare Tagesverlierer im prime market waren Immoeast und Immofinanz. Immoeast büßten 14,45 Prozent auf 3,67 Euro ein, Immofinanz fielen um 13,18 Prozent auf 2,24 Euro. Sehr schwach zeigten sich auch Warimpex (minus 11,67 Prozent auf 2,12 Euro). AUA fielen nach negativ aufgenommenen Zahlen der Mutter Lufthansa um 11,29 Prozent auf 2,20 Euro.

Die zehn größten Kursgewinner

      1. WIENER PRIVATBANK SE             +27,59 Prozent
2. UBM REALITÄTENENWICKLUNG AG +22,32 Prozent
3. AVW INVEST AG +2,69 Prozent
4. TEAK HOLZ INT. AG +2,51 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

      1. IMMOEAST AG                      -14,45 Prozent
2. IMMOFINANZ AG -13,18 Prozent
3. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG -11,67 Prozent
4. AUSTRIAN AIRLINES AG -11,29 Prozent
5. BENE AG -10,49 Prozent
6. A-TEC INDUSTRIES AG -10,30 Prozent
7. ERSTE GROUP BANK AG -9,82 Prozent
8. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG -9,32 Prozent
9. LENZING AG -9,21 Prozent
10. WEBFREETV.COM MULTIMEDIA AG -8,00 Prozent

(APA)

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