Zehntausende demonstrierten in Wien gegen Bildungsabbau

28. Oktober 2009, 20:20
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Laut Polizei demonstrierten 10.000 Menschen, laut Veranstaltern 50.000 - Der Protestzug mündete in einer Party im und vor dem Audimax - Demos auch in Klagenfurt und Salzburg

UPDATE: 22.00: Video zur Demo

UPDATE 20.15: Die Leute stehen sogar schon auf den Dächern der Wiener-Linien-Wartehäuschen, so voll ist es vor der Uni. Die Demo ist am Abklingen, so bald wird sich die Ansammlung aber dennoch nicht auflösen. Auf der Bühne wird gerade der Grundschritt für den Mambo gezeigt - das Audimax ist wieder gut gefüllt. Das Abendprogramm wird, wie erwähnt, von Mambo-Rekordbrechern, Luise Pop und Ja Panik! bestritten.

UPDATE 20.00: Abschlusskundgebung vor dem Uni-Hauptgebäude in Wien. Laut Polizei verlief die Demonstration "weitestgehend friedlich". Durch "vereinzelte Wurfgegenstände" sei allerdings die Fassade des Wissenschaftsministeriums leicht beschädigt worden, heißt es auf derStandard.at-Anfrage.

UPDATE 19.45: Das Abendprogramm wurde offenbar nach Außen verlegt. Bald kommen die Demonstranten und Tanzen den "freien Bildungs-Mambo". Geplant ist der Tanz zur Zeit des Hauptabendprogramms, um 20.15. Platz und Zeit dafür wird es wohl geben. Der Ring ist bis 2.00 Uhr gesperrt.

UPDATE 19.35: Auf mehreren Transparenten ist der demnächst als EU-Kommissar nach Brüssel wechselnde Wissenschaftsminister Hahn Zielscheibe des Protests. Unter anderem heißt es "Wir lassen nicht locker. Alles klar Herr Kommissar" oder "Kentucky fried Gio". Weitere Transparente: "Denken statt dienen" oder "Die Uni brennt. Der Staat pennt". Untermalt wird der Protest von Trommlern, ebenfalls zu sehen sind Stelzengeher.

UPDATE 19.30: Der Demo-Zug quetscht sich durch die Rotentrumstraße und ist auf dem Weg Richtung Schwedenplatz, um dann den Ring entlang wieder zurück zum Audimax zu gehen. Da die Abschlussrede am Minoritenplatz nicht plangemäß abgehalten werden konnte, wird sie möglicherweise vor der Uni nachgeholt.

UPDATE 19.25: Ansichtssache zur Demo

UPDATE 19.15: Auf der Uni Klagenfurt ist die Demo, oder besser gesagt, die menschliche Zugangsbeschränkung, zu Ende gegangen. Studierende hatten sich vor dem Sitzungssaal des Unirates aufgestellt, sodass die Sitzungsmitglieder eine Barriere durchbrechen mussten, als sie hinausgingen. Gebracht hat es ein Gespräch mit dem Senatspräsidenten. Derweil wird in der Aula der Uni die weitere Vorgangsweise beraten und wann das nächste Plenum stattfindet.

UPDATE 19.00: Die Demonstranten bewegen sich langsam vom Minoritenplatz weg und sind mittlerweile am Hohen Markt angelangt. Es geht weiter Richtung Schwedenplatz. Laut ÖH-Vorsitzendem Thomas Wallerberger sind es 20.000 bis 40.000 Menschen, die mitmarschieren. Auch der Bus, der ÖH-Bus, beladen mit Transparenten, quetscht sich durch die Massen. Es ist laut, aber friedlich.

UPDATE 18.55: Der Hörsaal 381 in Salzburg ist weiterhin besetzt. Kurz nach 17 Uhr kam Rektor Heinrich Schmidinger vorbei. Nach einer längeren Diskussion wurde ihm das Wort erteilt. Er erklärte sich mit den Studierenden solidarisch und sagte, er hätte sich auch in den vergangenen Jahren mehr studentische Proteste gewünscht. Gemeinsames Ziel sei eine verbesserte Qualität von Lehre und Forschung, lediglich in den Mitteln sei man sich nicht ganz einig. Ein Livestream aus dem besetzten Salzburger Hörsaal ist bereits eingerichtet. Für 22 Uhr ist das nächste Plenum angesetzt, für morgen ist ein Plenum um 10 Uhr Vormittag geplant.

UPDATE 18.25: Kurzfristig hat sich der Demo-Zug entzweit, Menschentrauben sind noch am Ring. Unterdessen versuchen die Demonstranten die Wände vor dem Wissenschaftsministerium niederzubrüllen. Die Demo-Mitgleider tanzen wärend des Marsches.

UPDATE 18.15: Der Minoritenplatz ist so voll, dass er quasi auch schon besetzt ist. Es hat zu regnen begonnen und das Bundeskanzleramt hat eine Farbbombe abbekommen. Der Lärm der Demonstranten ist ohrenbetäubend. "Wessen Uni? - Unsere Uni!" wird skandiert. Auch: "Der Hahn gehört gerupft".

UPDATE 18.10: Die Demo ist schon unterwegs Richtung Minoritenplatz, wo sowohl Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) als auch Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) residieren. Auf den Transparenten der Protstierenden steht unter anderem: "Vermögenssteuer abschaffen??? Und dann kein Geld für Bildung haben!", "320 Studis pro Professor an der WU (Wirtschaftsuniversität Wien), das ist wahre Effizienz" sowie "Lesbenbanden statt Männerbünde - Rote Zoras überall" und "Gratis-Deutschkurse für ausländische Studenten". Am Karlsplatz wollten die Studenten mit Transparenten wie "Lass deine Zukunft nicht von anderen SCHMIEDen" und "Hahn heißt er - und uns bescheißt er" auf ihre Situation aufmerksam machen.

UPDATE 18.05: Laut Polizei hat der friedliche Demo-Zug 10.000 Menschen. Dieser zieht derzeit beim Naturhistorischen Museum vorbei. Polizisten säumen den Weg. Beim Volkstheater stärken sich manche mit Pizza, Bier und Energy-Drinks.

UPDATE 17.55: Demonstranten: "Wir werden so lange kämpfen, bis wir unsere schöne neue Uni haben".

UPDATE 17.45: Der Protestzug hat sich Richtung Parlament in Bewegung gesetzt. Über den Tausenden Demonstranten kreisen ständig Hubschrauber. Laut Veranstaltern sind schon 40.000 Menschen versammelt, von offizieller Stelle ist noch keine Zahl bekannt.

Auch ein Sarg wird bei der Demo mitgetragen. Er symbolisiert die freie Bildung, die zu Grabe getragen wird.

Im Audimax befinden sich derzeit nur eine Handvoll Leute - die Aufforderung an die Studierenden auf der Straße war, sich zu ihnen zu gesellen, um die Besetzung aufrecht zu erhalten.

"Wir wollen auf die Titelseiten". Diese Parole wurde ausgerufen - allerdings nicht, weil man Geschäfte beschädigt oder sonstwie randaliert habe, sondern wegen eines friedlichen Protestzugs.

Gleichzeitig trafen vor der Technischen Universität Wien am Karlsplatz sowie der Akademie der bildenden Künste Hunderte Personen zusammen. Unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" sollen die beiden Demonstrationszüge beim Volksgarten zusammentreffen.

UPDATE 17.30: Vor der Uni Wien werden schon Reden geschwungen: Der Forderungskatalog wurde verlesen und noch einmal der Grund für die Demos genannt. Es reicht den Studentinnen und Studenten, in welche Richtung das Bildungssystem geht. Jubel.

Die Menschenmenge reicht von den Straßenbahnhaltestellen am Schottentor bis zum Cafe Landtmann (gleich beim Burgtheater, beziehungsweise vis-a-vis des Rathauses).

SPÖ Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz nimmt an der Demo teil.

UPDATE 17.15: Das Audimax ist mittlerweile fast leer. Die Studierenden versammeln sich auf der Straße.

UPDATE 17.00: Die Demo hat noch nicht begonnen, es sind aber schon zahlreiche Studenten vor der Uni Wien und am Ring versammelt. Die 1-er Linie ist bereits gesperrt.

UPDATE 16.55: Nach den Studentenvertretungen mehrerer Fachhochschulen (FH) sind heute, Mittwoch, weitere Hochschulvertreter auf Distanz zu den Besetzern des Audimax der Universität Wien und weiterer Hörsäle an anderen Unis gegangen. "Die national immer weiter ausartenden Studierendenproteste der letzten Tage haben ein Maß erreicht, das für uns nicht mehr tragbar ist", heißt es etwa in einer Aussendung der Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) der Monanuni Leoben unter Vorsitz der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG). Die Katholische Hochschuljugend Österreichs (KHJÖ) warnte davor, "sich mit utopischen Forderungen oder Fundamentalopposition in ideologischen Grabenkämpfen zu verirren".

FP-Wissenschaftssprecher Martin Graf sprach von inhaltlich zwar berechtigten Protesten, diese würden jedoch von den falschen Repräsentanten getragen. "Hier haben sich anarchistische und chaotische Elemente zu Studentenführern aufgeschwungen, was leider auch zu befürchten war. Die Mehrheit der Studenten schweigt und leidet nun doppelt - unter den schlechten Studienbedingungen und unter den Hörsaalbesetzungen."

UPDATE 16.50: Das Vorsitzteam der Österreichischen HochschülerInnenschaft gibt offiziell bekannt, dass es sich morgen, Donnerstag, im Wissenschaftsministerium zu einem Gespräch mit Minister Hahn trifft. "Hahn hat uns als offizielle Vertretung der österreichischen Studierenden zu einem Gespräch eingeladen und natürlich schlagen wir diese Einladung nicht aus. Es handelt sich dabei aber nicht um den Beginn von Verhandlungen!" sagt Sigrid Maurer vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung. Hahn soll der Problemkatalog vorlgelegt werden. Man wolle herausfinden, ob Hahn bereit sei, auf den österreichweiten Protest der Studierenden und Uniangehörigen zuzugehen. Außerdem will die ÖH wissen, ob Hahn (noch) in der Lage und gewillt ist, Antworten auf diese Probleme zu geben. "Der heute von Hahn zur Schau gestellte Zynismus gegenüber den Anliegen ist jedenfalls kein gutes Vorzeichen." sagt Maurer.

UPDATE 16.40: Der Hörsaal 381 in Salzburg ist bummvoll. Er wird "auf unbestimmt Zeit besetzt", heißt es. Jetzt wird gerade Organisatorisches besprochen. Für Apfelsaft und Mineralswasser wurde schon gesorgt.

UPDATE 16.33: Vor der Uni Wien laufen schon die Vorbereitungen für die Demo um 17 Uhr. Es wird eine Bühne aufgebaut. Die Übertragungswägen vom ORF sind schon da. Heute Abend gibt es noch einen Protestpunkt der anderen Art. Um 20:15 findet der Versuch statt, den Weltrekord im Mambo-Tanz des österreichischen Bundesheers zu brechen. Das Motto lautet: "Tanz den Freien-Bildungs-Mambo“. Getanzt wird auf der Unirampe. Im Audimax wird gerade aufgerufen, dass jene Personen, die sich nicht so fit fühlen, während der Demo im Audimax bleiben, da ansonsten die Besetzung vorbei ist.

UPDATE 16.25: In Salzburg ist die Kundgebung zu Ende, jetzt wird die Uni besetzt, und zwar der Hörsaal 381 am Rudolfskai. Die Studenten strömen ins Uni-Gebäude.

UPDATE 16.10: RAUT-TV zu den Uni-Besetzungen jetzt online.

UPDATE 16.08: Bereits über 450 Demonstranten in Salzburg. Es gibt Gerüchte, dass nach der Demo Hörsäle besetzt werden sollen. Gerade ist der Demo-Zug beim Büro von Soziallandesrätin Erika Scharer vorbeimarschiert. Sie hat aus dem Fenster geschaut und ihre Sympathie bekundet, indem sie ihren Daumen nach oben gedreht hat.

UPDATE 16.05: In Wien wird es wegen der Demo zahlreiche Straßensperren geben. Laut ARBÖ wird die Ringstraße von Operngasse bis Schottenring zwischen 17.00 und 2.00 Uhr für den Verkehr unpassierbar sein, ebenso der Franz-Josefs-Kai von 20.00 bis 2.00 Uhr. Der ARBÖ empfahl den Autofahrern die Innenstadt großräumig zu umfahren. Auch die Rossauerlände, Türkenstraße, Untere Donaustraße (ab der Aspernbrücke) sind temporär gesperrt. Ab 16.00 Uhr sollten auch die Liechtensteinstraße, die Boltzmanngasse und die Währingerstraße im neunten Bezirk unpassierbar sein. Ein Sprecher des ARBÖ wies zusätzlich daraufhin, dass es auch bei Öffentlichen Verkehrsmitteln zu Ausfällen kommen könnte. Davon betroffen: die Straßenbahnlinien 1, 2, 37, 38, 40, 41, 42 und D sowie die City-Autobusse 1A und 3A.

UPDATE 15.57: Die BesetzerInnen des Audimax haben Faymann, Pröll, Hahn und Winckler eingeladen. Die Forderungen bei uns online.

UPDATE 15.50: Der Verkehr in der Innenstadt in Salzburg ist zusammengebrochen. Die rund 400 DemonstrantInnen blockieren die Staatsbrücke und halten dort eine Kundgebung ab. Sie rufen "Solidarisieren - Mitdemonstrieren".

UPDATE 15.45: Bei der Versammlung der Publizistik sind mittlerweile 120 Leute anwesend. Es wird über allgemeine Punkte diskutiert, etwa über das überlaufene Studium, aber auch darüber, wie die Lehrenden die Situation wahrnehmen und wie sich sowohl Lehrende als auch Studierende zu einer Interessensgemeinschaft zusammenschließen können. Eine Lehrende dazu: "Wir sind zach." Sie hätten Interesse, "was auf die Beine zu stellen", sind aber sehr wenige, um gemeinsam mit den Studierenden etwas umzusetzen.

UPDATE 15.35: HörerInnenversammlung der Geschichte an der Uni Wien: Der Hörsaal 41 ist voll. Forderungen aus dem Audimax werden vorgestellt und die Probleme auf der Geschichte angesprochen. Auch einige Professoren sind anwesend.

UPDATE 15.30: Die Salzburger ÖH-Vorsitzende Tatjana Markl hat soeben im Rahmen der Anfangskundgebung der Demo in Salzburg die Forderungen der Studierenden und der ÖH verlesen. Unter anderem sind sie gegen Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und die prekären Arbeitsbedingungen an den Unis. Der Demozug setzt sich in Bewegung. Die Studierenden haben Transparente mit dabei mit, auf denen zum Beispiel zu lesen ist "Schluss mit der Ökonomisierung der Bildung", "Uni brennt" oder "Reiche Eltern für alle". Es sind jetzt bis zu 400 DemonstrantInnen beteiligt.

UPDATE 15.20: Seit 15 Uhr findet übrigens auch das Plenum der TU Graz statt. Im Hörsaal BE01 (Steyrergasse 30, 8010 Graz) berichten die eingerichteten Arbeitsgruppen über ihre Tätigkeiten. Zum Plenum haben sich auch der Vorsitzende des Betriebsrates des allgemeinen Personals sowie die Vorsitzende des Betriebsrates des wissenschaftlichen Personals der TU Graz angekündigt. Das Rektorat soll später eventuell auch dazustoßen.

UPDATE 15.15: Die BesetzerInnen des Audimax der Uni Wien haben den Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Finanzminister Josef Pröll und Bundeskanzler Werner Faymann via offenen Brief eingeladen, zu ihren Forderungen öffentlich Stellung zu nehmen. "Ihre Stellungnahme soll vor dem Plenum der Studierenden im Audimax stattfinden", heißt es. "Wir erwarten einen Terminvorschlag Ihrerseits in den nächsten Tagen. Wir sind zeitlich flexibel, da wir hier ohnehin nicht weggehen."

UPDATE 15.05: Demo in Salzburg ist gestartet. Rund 200 TeilnehmerInnen - Tendenz steigend. Auch sieben Polizisten sind anwesend, sowie circa 20 Journalisten.

UPDATE 15.00: Uni Wien, Hörsaal 26, Institutsvollversammlung der Publizistik: Der Hörsaal ist mit 80 TeilnehmerInnen bereits überfüllt.

UPDATE 14.50: Salzburg, kurz vor Demo-Beginn: Vor der Geswi haben sich rund 50 Menschen eingefunden. Sie haben vier bis fünf Transparente dabei und warten auf Unterstützung.

UPDATE 14.45: In der Aula der Uni Wien haben sich inzwischen rund 30 Leute von der Publizistik eingefunden. Um 15 Uhr geht es dann in den Hörsaal 26 im Hauptgebäude. Es findet eine Instituts-Vollversammlung statt, wo es zum Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden kommen soll.

UPDATE 14.40: Terminankündigung für morgen: Vortrag und Diskussion mit der Journalistin und Buchautorin Corinna Milborn im Audimax, 16-17 Uhr.

UPDATE 14.30: LIF-Bundessprecherin Angelika Mlinar äußert in einer Aussendung Verständnis für die Proteste der Studierenden gegen die aktuellen Studienbedingungen: "Natürlich, nicht alle Forderungen der Studierenden sind berechtigt; dass kann man aber auch von einer spontanen Protestbewegung nicht erwarten. Zu hoffen bleibt, dass der Protest die hilflose österreichische Universitätspolitik endlich aufrüttelt. Eine neue Ministerin oder Minister könnte dafür ein Signal sein", wird sie zitiert.

UPDATE 14:20: Im Plenum im Audimax auf der Uni Wien wird gerade diskutiert, wer bei der Demo eine Rede halten soll. Ob es offizielle Redner geben soll oder ob jeder reden darf, der will.

UPDATE 14.10: Die Hochschülerschaft an der Montanuniversität ist gegen die Uni-Besetzungen. Vorsitzender Peter Pulm in einer Aussendung: "Die national immer weiter ausartenden Studierendenproteste der letzten Tage haben ein Maß erreicht, das für uns nicht mehr tragbar ist." Seine Stellvertreterin Marlis Zöhrer wird folgendermaßen zitiert: "Eine von jeglichem Leistungsgedanken befreite Waldorf-Universität kann nicht unsere Antwort auf die Herausforderungen sein mit denen ein Akademiker im 21. Jahrhundert konfrontiert sein wird."

UPDATE 13.55: Die Bundesjugendvertretung (BJV) unterstützt die Studierenden-Proteste und fordert zur Teilnahme an der Demo in Wien auf. "Die Situation an den Unis ist nicht mehr länger tragbar", es sei rasches Handeln gefordert, damit Studieren nicht länger von überfüllten Hörsälen, schlechtem Betreuungsverhältnis, finanziellen und prüfungsbezogenen Hürden dominiert sei, so BJV-Vorsitzende Rodaina El Batnigi.

UPDATE 13.45: Keine Demo heute in Linz. Ursprünglich war darüber diskutiert worden, wie in Wien und Salzburg auch in Linz eine Kundgebung zu organisieren, berichten Besetzer des Hörsaales 1 der Johannes Kepler Universität (JKU). Man habe sich aber nun entschieden, dass die etwa 20 Studenten weiter den Hörsaal besetzt halten.

UPDATE 13.35: Info von der Universitätsbibliothek der Uni Wien: Im Zeitschriftensaal Teinfaltstraße finden Lehrveranstaltungen statt (Audimax-Ersatz). Der Lesesaal ist daher am 28./29./30.10. nicht benützbar.

UPDATE 13.30: Hahn hat heute die Forderung nach Zugangsbeschränkungen bekräftigt. Beim morgigen Gespräch mit ÖH will er unter anderem über mögliche Hürden für die Uni-Aufnahme reden. Dass es auf den Unis keine Zugangsbeschränkungen gebe, führe zu der "skurrilen Situation", dass jene, die etwa den Eignungstest auf den Pädagogischen Hochschulen nicht schaffen, auf die Universität gehen und dort das Lehramt studieren: "Das sind die Dinge, die wir diskutieren müssen, auch im Interesse der Studierenden."

UPDATE 13.23: Auch BZÖ-Generalssekretär Stefan Petzner meldet sich zu den Uni-Besetzungen zu Wort. Allerdings hat er wenig Verständnis dafür. Er bezeichnet die Proteste als "völlig konzeptlos, inhaltslos und sinnlos". Es sei ein Widerspruch, kostenlose Bildung für alle und die Abschaffung von Zugangsbeschränkungen zu fordern, sich aber zugleich über den Massenansturm an den Unis zu beklagen.

UPDATE 13.18: ÖVP-Wissenchaftssprecherin Beatrix Karl, die als mögliche Nachfolgerin von Wissenschaftsminister Hahn gehandelt wird, tritt in einer Aussendung für die Wiedereinführung von Studiengebühren ein: "Die Studienbeiträge haben sich bewährt. Wir werden auch in Zukunft ein derartiges Steuerungsinstrument brauchen. Nur so können wir die Probleme langfristig in den Griff bekommen", schreibt sie. Die OECD empfehle für österreichische Unis Studienbeiträge und Zulassungsvoraussetzungen: "Beides sind Steuerungsinstrumente, die es an zahlreichen Top-Unis gibt und die die Qualität der Universitäten erhöhen", so Karl.

UPDATE 13.12: Auch BOKU-Studierende zeigen sich "mit der aktuellen Studierendenbewegung solidarisch", schreiben sie in einer Aussendung. "Wir wollen den bildungspolitischen Diskurs an die BOKU tragen", wird eine Aktivistin zitiert. Deshalb findet heute eine HörerInnenversammlung auf der Türkenschanze statt. Beginn war schon um 13 Uhr. Die Arbeitsgruppe will BOKU-spezifische Forderungen erarbeiten, um diese Bundesminister Hahn vorzulegen.

UPDATE 13.08: Heute um 14.30 Uhr findet eine Institutsvollversammlung der Publizistik in der Aula der Hauptuni statt. Auf der Website der Studienrichtungsvertretung heißt es: "Nachdem die Kernforderungen der Protestierenden zu Hundert Prozent dem entsprechen, was wir als IG Publizistik schon seit langem fordern, nämlich ausreichende Finanzierung der Universitäten bei offenem Hochschulzugang, unterstützen wir die Proteste rund ums AudiMax natürlich auch." Auch die IG Publizistik will jetzt überlegen, was zu tun ist, um "unser aller Situation zu verbessern".

UPDATE 13.00: In Innsbruck gibt es derzeit noch keine Besetzungen. Morgen ruft die Plattform "Unbeschränkt studieren" ab 12 Uhr zu einer Demo vor dem Hauptgebäude der Uni Innsbruck auf. Die ÖH diestanziert sich allerdings von der Veranstaltung. Die ÖH selbst plant am Freitag eine Aktion: Im Vorfeld der Eröffnung der neuen Universitäts- und Landesbibliothek Tirol durch Wissenschaftsminister Johannes Hahn sollen ab 10 Uhr unter dem Motto "Heiße Luft für Gio Hahn" Luftballons steigen.

UPDATE 12.45: Die ÖH ruft zur Teilnahme an der Demo um 17 Uhr auf: "Die Studierenden haben genug. Katastrophale Studienbedingungen, miserable Betreuungsverhältnisse und die andauernde Androhung von Zugangsbeschränkungen bewegen die Hochschülerinnen und Hochschüler in ganz Österreich" erklärten die ÖH-Vorsitzenden Sigrid Maurer und Thomas Wallerberger in einer Aussendung.

UPDATE 12.30: Salzburgs Uni-Rektor Heinrich Schmidinger wurde bei seiner Begrüßung beim "Welcome Day" für die Erstsemestrigen im Audimax an der Naturwissenschaftlichen Fakultät von einer Gruppe Studierender mit Trillerpfeifen unterbrochen. Die Salzburger ÖH-Vorsitzende Tatjana Markl ergriff per Megaphon das Wort und verlas die Forderungen der Protestierenden, unter anderem nach einer Abschaffung aller Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen.

UPDATE 12.20: Die heutige Demo in Salzburg startet um 15 Uhr vor dem Institutshaus für Gesellschaftswissenschaften am Rudolfskai. Anschließend ist eine Route durch die Innenstadt geplant: Über Mozartsteg im Giselakai zur Staatsbrücke, anschließend durch die Altstadt zum Residenzplatz und schließlich über Mozartplatz, Papagenoplatz zum Ausgangspunkt.

UPDATE 12.10: Die Polizei rechnet für heute in Wien mit 5.000 bis 10.000 Demonstranten. Zwischenzeitlich müsse man sicherlich den Ring sperren und auch die Abschlusskundgebung werde wohl bis spät in die Nacht hinein dauern, sagt ein Sprecher der Polizei. Personal sei ausreichend vorhanden.

UPDATE 11.45: Die Grünen fordern, dass die Situation an den Unis "zur Chefsache" erklärt wird. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Pröll sollten sich um die Angelegenheiten kümmern. Einen Wunschkandidaten als Nachfolger Johannes Hahns haben die Grünen nicht: "Auf die Schnelle fällt mir da keiner ein", sagt Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald bei einer Pressekonferenz.

UPDATE 11.40: An der Uni Salzburg hat gerade der "Welcome Day" für die Erstsemestrigen stattgefunden. Anwesend waren auch der Rektor, der Salzburger Bürgermeister und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Sie haben sich solidarisch mit den Studierenden erklärt und dafür Beifall geerntet.

UPDATE 11.00: Für morgen Nachmittag ist ein Treffen von Minister Hahn mit der ÖH-Spitze angesetzt. Eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums sagt gegenüber derStandard.at: "Von Seiten der ÖH gab es nie eine Gesprächsanfrage, unser Minister ist daher aktiv auf die ÖH zugegangen und hat sie eingeladen."

UPDATE 10.50: In einer Aussendung erklärt sich die globalisierungskritische Organisation attac solidarisch mit den protestierenden Uni-Studenten. "Eine Ausbildung, welche ausschließlich durch Wirtschaftsinteressen und Wettbewerbsfähigkeit definiert wird, greift zu kurz", sagt Christian Felber, der am Montag schon eine Rede im Audimax gehalten hat.

UPDATE 10.30: Die Demonstration in Wien soll heute von der Uni Wien zum Ministerium führen, dannach soll es über den Schwedenplatz und die Rossauer Brücke wieder zurück auf den Ring und zur Uni gehen.  

UPDATE 9.15: An der TU Wien wird vorgeschlagen vor dem Wissenschaftsministerium die Zelte aufzuschlagen und dort zu übernachten.

UPDATE 9.00: An der Uni Klagenfurt wird es heute um 17 Uhr - zeitgleich mit der Großdemo in Wien - auch Protestaktionen geben. An der TU Wien hat man den Freihaus Hörsaal 1 über Nacht besetzt gehalten, derzeit findet gerade das Morgenplenum statt.

UPDATE 7.45: Auch heute wird das AudiMax wieder für interessante Vorträge genutzt. Um 15 Uhr spricht Thomas Schmidinger über die "Prekarisierung an den Unis" und um 16 Uhr stattet die Autorin Marlene Streeruwitz den Studierenden einen Besuch ab.

UPDATE 7.00: Heute vormittag werden Studierende an wichtigen Verkehrsknotenpunkten in Wien die Besetzungszeitung "Morgen" verteilen. Diese ist derzeit auch schon online abrufbar. Finanziert wird die Zeitung von der Studienrichtungsvertretung der Physik. Startauflage: 1000 Stück. Die Homepage der BesetzerInnen ist übrigens seit heute unter der neuen Adresse unsereuni.at zu finden.

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Originalartikel 6:45

Seit mittlerweile einer Woche besetzen Studierende das Auditorium Maximum an der Uni Wien. Die Proteste haben sich in den vergangenen Tagen ausgeweitet und auf andere Unis übergegriffen. Derzeit sind Hörsäle in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt besetzt.

Die Studentenproteste der vergangenen Tage mit Besetzungen der Akademie der bildenden Künste und des Audimax der Universität Wien werden heute, Mittwoch, Nachmittag in einer Demonstration in Wien gipfeln. Unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" soll um 17.00 Uhr ein Demonstrationsmarsch vor der Uni Wien starten und u.a. über den Minoritenplatz, den Sitz des Wissenschaftsministeriums, wieder zum Hauptgebäude der Uni zurückführen. derStandard.at berichtet auch heute wieder live.

Nach Angaben der Organisatoren werden auch Lehrer von Universitäten, Schulen, pädagogischen Hochschulen sowie Schüler und Kindergarten-Pädagogen zu der Demo erwartet. U.a. haben die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) und die Aktion Kritischer SchülerInnen (aks) zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. In Salzburg hat die Hochschülerschaft eine Demonstration um 15.00 Uhr vor dem Haus für Gesellschaftswissenschaften angekündigt. Die protestierenden Studenten fordern u.a. "Bildung statt Ausbildung", freien Hochschulzugang, die "Ausfinanzierung der Universitäten", die Beendigung von prekären Dienstverhältnisse an den Unis und eine 50-Prozent-Frauenquote in allen Bereichen des universitären Personals. (Teresa Eder, Rosa Winkler-Hermaden, Marijana Miljkovic, Markus Peherstorfer, APA, derStandard.at, 28.10.2009)

  • Die Demonstranten in Wien verlangen lauthals mehr Geld für Bildung.
    foto: rwh/derstandard.at

    Die Demonstranten in Wien verlangen lauthals mehr Geld für Bildung.

  • Laut Veranstaltern sind es 40.000 Studierende, die über den Ring ziehen.
    foto: standard/cremer

    Laut Veranstaltern sind es 40.000 Studierende, die über den Ring ziehen.

  • Sie tragen zahlreiche Transparente mit sich.
    foto: rwh/derstandard.at

    Sie tragen zahlreiche Transparente mit sich.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auch in Salzburg wurde demonstriert. In Wien haben sich zehntausende Menschen versammelt.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Studierenden ziehen von der Uni-Rampe Richtung Parlament.

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