US-Delegation soll vermitteln

27. Oktober 2009, 22:58
posten

Vater des Vize-Verteidigungsministers der international nicht anerkannten Regierung entführt

Washington - Angesichts der anhaltenden Staatskrise in Honduras schickt die US-Regierung eine hochrangige Delegation in das mittelamerikanische Land. Drei US-Vertreter, darunter der Lateinamerika-Beauftragte des Außenministeriums, Thomas Shannon, werden am Mittwoch nach Honduras reisen, teilte das State Department am Dienstag mit.

Die dortigen Konfliktparteien müssten zu einer Lösung kommen, damit das Land bald transparente und freie Präsidentschaftswahlen abhalten könne. "Die Zeit drängt", sagte Außenamtssprecher Ian Kelly. Zugleich hob er hervor, dass Washington weiter die Vermittlungsbemühungen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unterstütze.

Unterdessen wurde aus Honduras erneut ein Gewaltakt gegen einen Angehörigen eines Mitglieds der international nicht anerkannten Regierung Micheletti gemeldet. Der Vater des derzeitigen Vize-Verteidigungsministers sei am Dienstagmorgen (Ortszeit) von Unbekannten entführt worden, erklärte das Sicherheitsministerium in Tegucigalpa.

Die Frau des Entführungsopfers musste demnach mit ansehen, wie zwei Motorradfahrer ihren Mann Alfredo Jalil verschleppten. Die Ehefrau vermutete eine politisch motivierte Tat. Sie forderte den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya auf, die Freilassung ihres Mannes "anzuordnen". Am Montag war ein Neffe von Übergangspräsident Roberto Micheletti tot aufgefunden worden. Die Behörden schlossen ein politisches Motiv für den Mord an dem 25-Jährigen nicht aus.

Honduras steckt seit Monaten in einer politischen Krise. Präsident Manuel Zelaya war Ende Juni entmachtet und vom Militär außer Landes gebracht worden. Ende September kehrte er heimlich in seine Heimat zurück, wo er seitdem in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa festsitzt.

In der vergangenen Woche hatte Zelayas Delegation die Gespräche mit der Putschregierung von Micheletti im Streit über seine Wiedereinsetzung ins Präsidentenamt abgebrochen. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton habe nach Gesprächen mit Zelaya und Micheletti entschieden, die Delegation nach Honduras zu schicken, so das Ministerium. (red/APA)

Share if you care.