Nächster Tiefschlag im Pokal

28. Oktober 2009, 00:33
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Aus im Achtelfinale nach 0:1 bei Zweitligist Fürth, für Trainer Babbel wird die Lage immer kritischer - Dortmund scheiterte in Osnabrück

Wien - Für Markus Babbel wird es nun wirklich eng. Nach vier Pflichtspiel-Pleiten in Folge, war für den VfB Stuttgart am Dienstag auch im DFB-Pokal nichts zu holen. Im Achtelfinale schieden die Schwaben bei Zweitligist Greuther Fürth nach einer 0:1-Niederlage aus. Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt, der eine bevorstehende Ablöse des Trainers bisher immer in Abrede gestellt hatte, gehen diesbezüglich langsam aber sicher die Argumente aus.

Ein Angriff, ein Tor

Wie schon zuletzt war das Spiel der Stuttgarter auch in Franken phasenweise ganz hübsch anzusehen, allein es fehlte die Durchschlagskraft gegen die mit großem Herz auftretende Mannschaft von Benno Möhlmann. Babbel hatte seinen glamourösen Neuzugang Alexander Hleb zunächst auf der Bank gelassen. Fürth ging nach einer halben Stunde mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung, Nehring hatte im Strafraum Zeit und Nerven: Überlegt schob er den Ball an Keeper Lehmann vorbei ins lange Eck. Eine Reaktion des Erstligisten blieb eher aus, das Stürmerduo Marica/Progrebniak fand kaum Chancen vor.

Nach einer Stunde kam Hleb. Doch die Gäste blieben zunächst weiter farblos, wirkten stattdessen zerfahren und verunsichert. Erst in der Schlussphase erarbeitete sich Stuttgart ein immer deutliches Übergewicht. Der Ausgleich lag in der Luft, doch vor allem Marica vergab die besten Gelegenheiten. In der 87. Minute setzte er den Ball an die Stange, zwei Minuten später schob ihn der Rumäne freistehend neben das Tor. In der Nachspielzeit scheiterte auch noch Delpierre. Für die Fürther ergab sich die ein oder andere Möglichkeit zum Konter, die Gegenstöße wurden jedoch nicht clever genug zu Ende gebracht. Letztlich blieb's aber beim Sieg des Zweitliga-Achten, dem ersten gegen Stuttgarg seit 33 Jahren. VfB-Kapitän Thomas Hitzelsperger: "Wir bestrafen uns selbst." Babbel: "Ich bin verantwortlich." Am Wochenende kommt in der Bundesliga der FC Bayern nach Stuttgart.

Nächster Trick von Osnabrück

Mit Borussia Dortmund scheiterte am Dienstag ein zweiter Bundesligist. Der BVB zog in Osnabrück mit 2:3 den Kürzeren. Der Drittligist prolongierte mit diesem Sieg nach begeisterndem Match in dichter Atmosphäre vor 16.000 an der bummvollen "Bremer Brücke" seine Rolle als Pokalschreck. Die Niedersachsen können sich nach Erfolgen gegen Hansa Rostock und dem HSV nun schon den dritten Skalp eines Großkopferten an den Gürtel hängen. Ein Doppelschlag von Kapitän Angelo Barletta brachte die Violetten gegen eigentlich bessere Dortmunder vor der Pause 2:0 in Führung. Besonders das 1:0 mittels herrlichem Fallrückzieher war sehenswert.

Nuri Sahin verkürzte für den engagiert aus der Pause gekommenen Erstligisten, dem nun noch viel Zeit für den Umschwung blieb. Ein perfekter Konter, durch Siegert erfolgreich abgeschlossen, stellte dann jedoch den alten Abstand wieder her. Die Dortmunder hatten sich in dieser Situation allerdings arg unbeholfen angestellt. Ihr erneuter Anschluss in der sechsminütigen Nachspielzeit kam zu spät.

Besser als die Bundesliga-Kollegen machte es der 1. FC Köln, der sich beim Viertligisten Eintracht Trier keine Blöße gab und sich sicher 3:0 durchsetzte. Endstation für das Team von Mario Basler ("Köln hat uns nicht unterschätzt, hat mit der Stammformation und sehr konzentriert gespielt"), das zuvor Hannover und Bielefeld ausgeschaltet hatte. Für die Tore der Geißböcke waren Novakovic (25.), Youssef Mohamad (29.) und Maniche (52.) verantwortlich. Trier und sein prominenter Coach können sich nun wieder den Mühen der Ebene widmen, in der Regionalliga ist der selbst ernannte Aufstiegskandidat zuletzt auf Platz zwölf abgesackt. (rob)

Ergebnisse, DFB-Pokal (Achtelfinale): SpVgg Greuther Fürth (2. Liga) - VfB Stuttgart  1:0, Eintracht Trier (4.) - 1. FC Köln (1.) 0:3, VfL Osnabrück (3.) - Borussia Dortmund 3:2, FC Augsburg (2.) - MSV Duisburg (2.) 5:0.

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    Es sieht nicht sonderlich gut aus für VfB Stuttgart-Coach Markus Babbel.

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    Violett ist Modefarbe im deutschen Cup: Benjamin Siegert (VfL Osnabrück) jubelt über sein vorentscheidendes Goal beim Erfolg gegen Dortmund.

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