Erhard Busek

Zu viele Studenten? Zu wenig Qualität!

27. Oktober 2009, 18:55

Die Aufregung der Studierenden ist berechtigt!

Die Aufregung der Studierenden betreffend Ansturm zu bestimmten Massenfächern ist berechtigt! Was hier sichtbar wird, ist die ideologische Blockade in den Hirnen relativ vieler Politikern: Klare Spielregeln für die Zulassung der Massenfächer wurden von der Mehrheit der Parteien - aber sehr lange auch von vielen Professoren - abgelehnt. Ebenso ideologisch überfrachtet ist die Frage der Studiengebühren: Was daran sozial sein soll, dass aus besser verdienenden Familien Studierende ohne finanziellen Beitrag an die Uni gehen können, ist mir schleierhaft. Ein Ausbau des Stipendienwesens ist vom Minister vorgeschlagen worden. Die Überfüllung einiger Fächer führt zur Lebenszeitvernichtung von jungen Menschen, außerdem leidet die Qualität und die internationale Vergleichbarkeit. Niemand diskutiert im benachbarten Deutschland den Numerus clausus, aber wir wehren uns gegen eine Eingangsphase. Wie erklärt man das?

Im Übrigen hatten die Studienbeiträge keinen Einfluss auf die Erfolgsquote. In den Fachhochschulen ist die Erfolgsquote offensichtlich infolge Zugangsregelung und Studienbeiträge höher als an den Unis. Wieso? Das Parlament wird gebeten, sich von populistischen Begründungen und dem Mega-GAU der Gesetzesnovelle vom September 2008 zu verabschieden. (Erhard Busek, DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2009)

Zur Person: Erhard Busek, Wissenschafts- und Unterrichtsminister 1989-1995

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 76
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hansb
00
7.11.2009, 07:52
Erhard ! Si tacuisses ...

The Use and Abuse of Social Science
02
5.11.2009, 01:23
Nicht jeder wird im Alter weise.

Com Pirx
00
5.11.2009, 12:33

Nicht bei allen schlägt Studieren sinnvoll an.

The Use and Abuse of Social Science
01
5.11.2009, 22:56

Deswegen auch die Forderung nach einem Schwerpunkt auf kritische Geistes-Bildung anstatt AUSbildung an den Universitäten.

dreikoepfigeraffe
01
4.11.2009, 19:29
niemand diskutiert in deutschland den nc???

niemand, den er kennt, wahrscheinlich.

Nicholas Blarney
 
00
19.11.2009, 09:14
Also bitte...

...zeigen Sie mir, in welchen Medien Deutschlands der numerus clausus so diskutiert wird.

Wild Tigres
10
4.11.2009, 11:41
scharf

analysiert!

humbert heller
00
3.11.2009, 23:04
demenz

gesellen sie sich zu ihren pensionierten ministerkollegen und züchten sie orchideen!

mirko burijan
04
3.11.2009, 20:34
das schöne UOG haben sie als wissenschaftsminister ruiniert, herr busek.

unvergessen :(

kapitän nemo
03
28.10.2009, 16:20
von einem erhard busek hätte ich mir einen intelligenteren und tiefgründigeren kommentar erwartet

für eine soziale umverteilung sind die steuern da.
da können dann auch wohlhabende, die keine kinder haben, oder die zu geizig sind ihren kindern ein studium zu ermöglichen, etwas beitragen.

Threonin
00
28.10.2009, 16:16

Gut Verdienende Studenten sind extrem selten. Wer nämlich vollzeit Studiert hat meistens ohnehin wenig Geld, da er oder sie nicht gleichzeitig arbeiten gehen kann.

teukros
24
28.10.2009, 13:15
na wenn sie wollen,

dass besserverdienende gebühren zahlen, herr busek, dann schlagen sie doch ihrer övp vor, dass ihr klientel gebühren zahlen sollen und alle anderen nicht. das wär doch was.

capcom
21
28.10.2009, 15:43

bitte sich in zukunft nicht mehr aufregen, wenn die övp ihre klientel durch geldgeschenke bedient.

Una música brutal
311
28.10.2009, 12:34

warum werden die FH immer mit unis verglichen, aber nie mit HTL?

BearJew
32
28.10.2009, 13:03

weil die htl keine hochschule ist und nicht dem tertiären bildungssektor angehört...
die htl berechtigt erst zum studieren, die fh setzt diese berechtigung voraus.

Der Kreter
 
23
28.10.2009, 12:25
Dieser Kommentar hätte genauso gut von BM Hahn kommen können.

Was uns Dr. Busek hier durch die Blume sagt ist: die Aufregung der Studierenden mag berechtigt sein, ihre Forderungen sind es nicht! Außerdem bestehe, unabhängig davon, um welches konkrete Problem es sich auch handeln mag, dessen Lösung in der Einführung von Studiengebühren.

Dr. Busek ist einer der Wegbereiter der Kommodifizierung, Bürokratisierung und Verschulung des tertiären Bildungswesens, welche von Dr. Hahn nur konsequent weitergeführt wurden und gegen welche die Proteste sich nun richten. Wenn auch nicht ganz so peinlich im Auftreten, unglaubwürdig in seinen Beteuerungen und unbeholfen in der Umsetzung wie sein Nachfolger, so ist er m.E. doch einer der meistüberschätzten Politiker der zweiten Republik.

Power Hirsch
 
01
3.11.2009, 13:53

... Ich weiß nicht. Bis jetzt war Bussek für mich immer das Parade-Beispiel, dass es in der ÖVP, zumindest früher, noch intelligente Politiker ohne neoliberalen Wahn gab. Sein Eintreten für Studiengebühren argumentiert er ja auch richtig, es sei keine soziale, sondern eine ideologische Frage, und da stimme ich überein, wenngleich ich eben den anderen Weg, nämlich den eines Staats der seinen Bürgern zumindest finanziell freien Zugang zu Ausbildung ermöglicht, anstrebe. Aber das Vergleichen von Fachhochschulen und Universitäten auf diesem Niveau hab ich Busek eigentlich nicht zugetraut, und hab ich so nicht einmal von Hahn gehört! Ich fürchte sie haben wohl doch recht.

postfuchs3
64
28.10.2009, 12:18
Studiengebühren einführen!

Ich plädiere für die Wiedereinführung von Studiengebühren und nur Studentinnen und Studenten mit einem gewissen Notendurchnitt zuzulassen. Wie soll es denn sonst funktionieren?
Qualität muss man sich eben etwas kosten lassen und ich kenne viele Studentinnen und Studenten die nebenbei einen Job ausüben. Alles nur eine Frage des Willens. Wenn man aber sieht, was die Demonstranten für einen "Saustall" machen, Party feiern und und..frag ich mich schon, wo da der Ernst im Anliegen ist?

Mork vom Ork
11
28.10.2009, 13:03

nebenbei ist Österreich eines der Länder mit der niedrigsten Akademikerquote.

Ich wäre noch immer für ein Prüfungsentgelt im vorhinein.

Wer fliegt muss noch mal zahlen, mit einer 4 gibts nix retour, mit einer 3 die hälfte, mit einer 2 alles und wer eine 1 bekommt u.U sogar eine Prämie...

Schränkt wenigstens die Glücksritter ein.

die rote baronin
01
28.10.2009, 18:14

D.h. das StudentInnen vorzugsweise Kurse mit leichten Prüfungen/Anforderungen besuchen und nicht nach Inhalten wählen. Ebenso würde dies bei den Studienrichtungen geschehen.
Zudem: die niedrige Akademikerquote kommt auch dadurch zustande, dass in anderen Ländern Berufsausbildungen akademisch sind, die es bei uns eben nicht sind. Und: nicht überall ist das sekundare Oberstufenwesen so differenziert und berufsbildend wie bei uns.

Somebody Someone
01
28.10.2009, 15:55

Und die Universität hat einen finanziellen Anreiz Studenten schlechte Noten zu geben. Etwa nach dem Schema:

70% bekommen eine 4, 30% eine 5 und kommen nächstes Mal nochmal...

capcom
00
28.10.2009, 15:46

wenn sie glauben, dass durch schönung der statistiken (bachelor für pädak- und bakip-absolventen) der akademikermangel beseitigt wird...

Schön
56
28.10.2009, 12:03
Lieber Herr Dr. Busek,

Sie liegen sowas von daneben, dass es schon schmerzt. Wie geht´s Ihnen eigentlich als Universitätsrat?

Kater Tom
03
28.10.2009, 13:09

... und, nicht zu vergessen, als FH-Rektor?

black jack
00
28.10.2009, 11:54
LOL

Ausbau des Stipendienwesens wird wohl ein mehr an Verwaltung bringen.

Grundsätzlich muss sich das Universitätssystem, dass in seinen Grundsätzen aus dem Mittelalter kommt, den Vergleich zu Fachhochschulen und (damit auch) zum angloamerikanischen Universitätssystem (wie es zB auch in Schweden besteht; gemeint sind nicht Privatunis, sondern die Art zu unterrichten!!) gefallen lassen. Der Schluss ist einfach: UNSER UNISYSTEM SIND AM ENDE!!

Und es braucht daher einiges an Geld und Commitment, die Unis fürs neue Jahrtausend fit zu machen.

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