Uniqa und Erste Bank zapfen Börse an

27. Oktober 2009, 18:39
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Neue Kapitalerhöhungen an der Wiener Börse stehen unmittelbar bevor

Wien - Die Beschaffung von Eigenkapital über die Börse kommt kräftig in Schwung. Mit Uniqa und Erste Bank stünden zwei weitere Gruppen aus dem Finanzbereich ante Portas, ist in der Branche zu hören. Bei der von Raiffeisen dominierten Versicherung ist von einer Kapitalerhöhung im dreistelligen Millionenbereich die Rede, die nur von den Kernaktionären (neben Raiffeisen die Austria Stiftung und der Verein Collegialität) gezeichnet werden soll. Wenn diese wie vor einem Jahr unter zehn Prozent des Grundkapitals bliebe, ist ein vereinfachtes Verfahren ohne Prospekt und die Durchführung in wenigen Tagen möglich.

Wegen der hohen Abschreibungen auf Veranlagungen im Zusammenhang mit Lehman Brothers und strukturierten Produkten werden zudem die Gerücht um eine Übernahme durch den französischen Versicherungsriesen Axa wieder laut. Möglicherweise werde Uniqa jetzt nur aufgepäppelt und für die weltgrößte Assekuranz attraktiviert, heißt es. Andere Beobachter meinen, durch die Aufwärtsbewegung an den Finanzmärkten sei die Notwendigkeit eines Verkaufs insbesondere aus Sicht der Raiffeisen Zentralbank gesunken.

Eine Milliarde, wenn möglich

Auch bei der Erste Bank zeichnet sich nach einer Milliardenspritze vom Staat eine Kapitalerhöhung ab. Wenn möglich, will sich das Institut mindestens eine Milliarde Euro holen, vorausgesetzt, der Markt sei aufnahmefähig. Die Finanzierungsrunde soll unmittelbar bevorstehen, auch die Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan seien längst fixiert. Springender Punkt für die Maßnahme soll nach Informationen aus Bankenkreisen die Kreditaufnahmefähigkeit der Erste Stiftung sein, die 31 Prozent hält und sich schon bei den letzten Kapitalerhöhungen des Sparkassen-Spitzeninstituts kräftig verschulden musste, um den Anteil zu halten.

Ebenfalls auf eine Kapitalerhöhung bereitet sich die Immofinanz vor. Der Konzern hat sich auf der jüngsten Hauptversammlung die Genehmigung für eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von rund 229 Millionen Stück Aktien geholt. Den Markt getestet haben bereits andere Immobiliengesellschaften. Die Warimpex holte sich im vereinfachten Kapitalerhöhungs-Verfahren (unter zehn Prozent;kein Prospekt notwendig) erst vor wenigen Tagen acht Mio. Euro von institutionellen Investoren. Die CAImmo platzierte eine Anleihe über 150 Mio. Euro.

Generell gilt der Zeitpunkt für Kapitalaufnahmen als günstig. Wienerberger sammelte kürzlich 335,8 Mio. Euro an Eigenkapital ein und führte damit die heuer größte Transaktion durch. Zudem platzierten Oberbank und Bank für Kärnten und Steiermark in Summe 140 Mio. Euro. Offen ist nach wie vor, ob und wann die OMVden Kapitalmarkt anzapft. (gras, cr, DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2009)

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