Österreich hinter Uganda und Kirgistan

27. Oktober 2009, 17:48
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In den nordischen Ländern ist Gleichberechtigung am weitesten fortgeschritten

Frauen haben es in den nordischen Ländern am besten: Vier Länder der Region führen die Tabelle der internationalen Gleichberechtigung des Weltwirtschaftsforums (WEF) an. Island auf Platz eins, Finnland auf Rang zwei, Norwegen als Nummer drei und Schweden auf Position vier. Das Genfer WEF präsentierte am Dienstag seinen Gradmesser der Chancengleichheit 2009: Österreich muss sich mit einem schwachen Platz Nummer 42 begnügen. Selbst in Uganda, Namibia und Kirgistan kommen Frauen schneller voran - so das WEF. Auch die Vereinigten Staaten rutschten ab. Sie rangieren auf Position 31 und damit drei Plätze tiefer als im Vorjahr - in den USA ging die Wirtschaftsbeteiligung der Frauen zurück.

Die WEF-Fachleute messen das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in vier Bereichen: Erstens untersuchen sie die Teilhabe am Geschäftsleben und die ökonomische Chancengleichheit. Zweitens speisen sie das Bildungsniveau in den Index ein. Drittens spielt die politische Machtverteilung eine Rolle. Viertens beurteilen die Experten die Gesundheit und die Lebenserwartung.

"Von den 115 Ländern, die seit 2006 im Bericht erfasst werden, verzeichneten über zwei Drittel Verbesserungen der allgemeinen Indexbewertung, was darauf schließen lässt, dass die Welt im Allgemeinen Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung von Männern und Frauen erzielt hat", so der Mitverfasser Ricardo Hausmann, Direktor an der Harvard-Universität, USA. Kein Land allerdings kann mit einer vollen Gleichberechtigung der Geschlechter aufwarten.

Im Iran (128), in der Türkei (129), in Pakistan (132) und im Jemen (134), die schon im Vorjahr ganz unten rangierten, verschlechterten sich Repräsentanz und ökonomische Möglichkeiten der Frauen weiter.

Mit Frauen aus der Krise

Die Spezialisten betonen: Wenn Länder ihre Frauen und Mädchen gleichberechtigt in das ökonomische Leben integrieren, können sie die aktuelle Wirtschaftskrise schneller überwinden. "Eine gleichberechtigte Einbeziehung von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen ist für konkurrenzfähige und florierende Gesellschaften unabdingbar", erklärte Mitverfasserin Laura Tyson, Wirtschafts-Professorin an der University of California, Berkeley, USA. (Jan Dirk Herbermann aus Genf, DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2009)

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