"Weniger Filme durch Piraterie"

27. Oktober 2009, 15:02
21 Postings

Sony-Pictures-Chef: führende Hollywood-Studios können aufgrund von Piraterie immer weniger Filme produzieren

Michael Lynton, CEO von Sony Pictures Entertainment, beklagt, dass durch Online-Piraterie immer weniger Geld für Filmproduktionen zur Verfügung stehe. Lynton fordert daher in einem Gastkommentar in der britischen Times, dass Gesetzgeber Internetprovider in die Pflicht nehmen, notorischen Piraten nach Warnungen den Internetzugang vorübergehend zu sperren.

Weniger Filme?

Durch Online-Piraterie würden auf dem Markt Milliarden von Dollar fehlen, was weniger Budget fürs Filmemachen bedeute. Projekte würden zurückgestutzt oder gleich eingestampft werden. "Einige potentielle Blockbuster werden nicht produziert", meint der Sony-Pictures-Chef. Im vergangenen Jahr hätten die führenden Hollywood-Studios mit 162 Filmen 40 weniger als 2006 produziert. Das sei die niedrigste Zahl seit einem Jahrzehnt.

Andere Sichtweise

TorrentFreak kritisiert, dass Lynton hier ein falsches Bild zeichne, indem er nur die führenden Studios einschließe. Zusammen mit anderen US-Filmstudios seien 2008 1037 Filme veröffentlicht worden, laut einer Statistik von the-numbers.com. Selbst die Zahlen der Branchenvertretung MPAA würden mehr Filme als Lynton aufzählen. Pro Filme würde zwar weniger Geld eingespielt, was aber nicht bedeute, dass weniger Filme produziert würden, so die Blogger. Auch sei es nicht richtig, dass den Studios zu wenig Geld für die Produktion zur Verfügung stehe, da die MPAA etwa für 2008 Rekordzahlen bei Kinoeinnahmen genannt habe. "Also wohin sind diese Rekordeinnahmen verschwunden?", wundert man sich bei Torrent-Freak. (red)

 

  • Michael Lynton
    foto: sony

    Michael Lynton

Share if you care.