Alte Bedrohungen für modernste Hightech-Waffen

27. Oktober 2009, 15:02
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US-Militär sieht große Bedrohung durch ausländische Chip-Hersteller, Industriespionage und Trojaner, denn diese Mittel werden auch von ihnen genutzt

Laserwaffen, intelligente Kampfroboter und unbemannte Flugdrohnen in der Größe einer Fliege - in den letzten Monaten haben sich Berichte über neue High-Tech-Waffensysteme deutlich erhöht. Weltweit wird an entsprechenden Killermaschinen gearbeitet. Doch gibt es in diesem Bereich auch nicht gerade wenige Probleme.

Trojaner und Spionage

Große Sorgen bereiten den EntwicklerInnen der High-Tech-Waffen allerdings nicht etwa neue Herausforderungen oder Gefahren, sondern alte Bekannte und Probleme - Trojaner, Spionage und die Abwanderung von Herstellern ins Ausland, sehen die US-Militärs als wesentliche Gefahrenquellen. In den USA selbst würden so etwa viel zu wenige Chips produziert, auf die man sich verlassen könne.

Einschleusen und Systeme übernehmen

Die Sorge der Armee liegt unter anderem in der Tatsache begründet, dass künftige Feinde über die Unternehmen im Ausland die Chips verseuchen und so die Waffensysteme im Falle des Falles übernehmen könnten. 

Alles schon ausprobiert

In einem Artikel mit dem Titel "Old Trick Threatens the Newest Weapons", beleuchtet die New York Times die Hintergründe für die Befürchtungen er Armee: die USA wissen wovon sich sprechen, haben sie doch selbst schon Waffensysteme über Herstellerfirmen im Ausland unterwandert.

Ein Trojaner nach Russland

Die USA haben schon vor einigen Jahrzehnten mit Trojanern Erfolge feiern können, den Cyberwar damit auch entscheidend beeinflusst und wissen also wovon sie reden. So soll unter Ronald Reagan in den 1980er Jahren ein Trojaner bei einem kanadischen Hersteller eingeschmuggelt worden sein. Dessen Produkte waren für den russischen Markt bestimmt. Auch soll in der Kryptografie-Software der Schweizer Firma Crypto AG ein NSA-Backdoor integriert gewesen sein.

Warnungen

Im Jahr 2005 warnte das US Defense Science Advisory Board in einem Bericht vor im Ausland gefertigten Chips. Man solle daran arbeiten, dass die Fertigung im Inland bliebe, hieß damals die Empfehlung. Doch wurde das Problem niicht ausreichend angegangen, so die US-MilitärexpertInnen heute. "Je öfter wir uns diese Probleme ansehen, desto besorgter sind wir", so Linton Wells II, ein früherer ranghoher Mitarbeiter in der Militär-IT. "Allerdings muss man sagen, dass wir bislang noch keinen systematischen Prozess entwickelt haben, um dieses Problem in den Griff zu bekommen."(red)

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