Steirische Wirtschaftskammer sorgt sich wegen IT-Fachkräftemangels

27. Oktober 2009, 13:59
25 Postings

Falsches Berufsbild und zu wenig Interesse bei Frauen als Ursachen

Vor einem drohenden Fachkräftemangel im Bereich "Informationstechnologie" hat die Wirtschaftskammer Steiermark am Dienstag gewarnt. Weltweit könne die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften im IT-Bereich nicht gedeckt werden. Regional will der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) mit der "IT-Offensive 2020" entgegenwirken - die Bevölkerung soll für die Branche interessiert und vor allem Frauen für IT-Berufe begeistert werden.

"IT ist in allen Geschäftsbereichen verankert"

Neben der Offensive, die dem Fachkräftemangel langfristig entgegen wirken soll, forderte UBIT-Obmannstellvertreter Wilfried Seyruck bei einer Pressekonferenz die Einrichtung eines IT-Beauftragten und die Ausrichtung eines IT-Gipfel. "Das Problem ist, dass die Bevölkerung mit IT-Berufen noch immer das Bild eines stundenlang alleine vor dem Computer sitzenden Menschen verbindet", begründete Seyruck die schwache Nachfrage nach Ausbildungen im IT-Bereich. In Wirklichkeit sei jedoch das Gegenteil der Fall: "IT ist in allen Geschäftsbereichen verankert. Man muss dazu kommunizieren, Teamarbeit leisten, ein breites Fachwissen besitzen und Fingerspitzengefühl zeigen." Aufgrund dieses Anforderungsprofils seien auch Frauen ausgezeichnet für IT-Berufe geeignet. "Schon im Kindergarten soll daher bei Mädchen das Interesse für Technik geweckt werden", forderte Seyruck.

"Amerika, Deutschland usw. haben selbst das gleiche Problem"

UBIT-Fachgruppenobmann Heinz Michalitsch wies darauf hin, dass bereits jetzt schon beinahe 50 Prozent der heimischen IT-Unternehmen an Fachkräftemangel leiden. Auch die Chance, dass Fachkräfte aus dem Ausland die Lücken schließen können, ist gering: "Amerika, Deutschland usw. haben selbst das gleiche Problem", so Seyruck. Zudem erwarte man, dass der Bedarf nach gut ausgebildeten Fachkräften in den nächsten Jahren immer weiter steigen wird.

"Personalvorrat"

Aus der Praxis lockte BearingPoint Infonova-Geschäftsführer Gerhard Greiner mit dem überdurchschnittlichen Gehalt in IT-Berufen: "Die Kollektivverträge garantieren ein sehr hohes Einkommen, und bei der hohen Nachfrage gibt es teilweise sogar Überzahlung." Er persnlöich sorge bei seinem Unternehmen für "Personalvorrat", indem er die Praktikantenplätze in den letzten Jahren erhöht habe. Um auf die Möglichkeiten im IT-Bereich aufmerksam zu machen, wird die WKO auch nächste Woche auf der Best3, der Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung, vertreten sein. (APA)

 

Share if you care.