Kein violetter Selbstläufer gegen Kapfenberg

27. Oktober 2009, 14:02
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Spitzenreiter Austria steuert in der Steiermark fünften vollen Erfolg en suite an - Gastgeber leiden unter Problemen in Defensive und Offensive

Wien/Kapfenberg - Nach drei erfolgreichen Heimauftritten und dem damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze will die Wiener Austria auch in Kapfenberg nachlegen. Mit der Partie in der Obersteiermark am Mittwochabend (18.30 Uhr/live Sky Konferenz) peilen die Violetten gegen den Vorletzten ihren fünften vollen Erfolg en suite an. Während die Austria nach dem Erfolgslauf mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen anreist, plagen die Kapfenberger Hausherren Probleme in Defensive und Offensive.

Von einem Selbstläufer will Karl Daxbacher im ersten von zwei Auswärtsspielen nichts wissen, nachdem die Austria in dieser Saison bereits mit einer 1:2-Niederlage bei Schlusslicht Austria Kärnten unerwartet Punkte liegenließ. Dass die Motivationskurve der Spieler vor einer Partie gegen Kapfenberg eine andere ist als gegen Salzburg oder Bremen, ist auch dem Austria-Trainer bewusst. "Bei so vielen Spielen ist es weniger ein Problem mit dem Körper als im Kopf. Aber es geht darum, dass jeder einzelne Spieler sich richtig darauf einstellt. Bei Bremen oder Salzburg kommt die Anspannung eben von selbst."

Der Blick auf die Tabelle, in der die Favoritner derzeit zwei Zähler vor Meister Salzburg rangieren, ist für Daxbacher auch ein trügerischer. "Es ist so, dass wir den Vorteil von sieben Heimspielen hatten, auswärts erst fünf Partien absolviert haben. Man muss vorsichtig sein mit der Tabelle."

Keine Schonung

Personell steht bei den Wienern neben den langzeitverletzten Okotie und Jun ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Bak. Der gegen den LASK ausgetauscht Pole laboriert an Hüftproblemen, Dragovic und Ortlechner werden voraussichtlich die Innenverteidigung der Wiener bilden. Geschont wird bei der Austria trotz der englischen Wochen mit Liga und Europacup kein Akteur. "Ich will immer mit der besten Mannschaft spielen", sagte Daxbacher.

Kapfenberg kommt trotz der auf dem Papier schwierigen Aufgabe der Auftritt im heimischen Franz-Fekete-Stadion nach drei Auswärtsspielen in Serie gelegen. Seit fünf Runden ist der Aufsteiger von 2008 sieglos, das 1:1 in Klagenfurt wurde aber fast wie ein Erfolg bejubelt. "Nicht als Letzter aus Kärnten zurückzukommen, war sehr wichtig für das Selbstvertrauen. Gegen die Austria sind wir natürlich klarer Außenseiter. Aber es ist ein Duell David gegen Goliath, wo immer eine Überraschung drin ist", meinte Trainer Werner Gregoritsch.

Eine Problemzone bei den "Falken" ist derzeit nicht nur der Angriff - in neun von zwölf Runden gelang den Minimalisten der Liga (7 Saisontore) kein Treffer -, sondern auch die Abwehr. Mit dem gesperrten Fukal fällt laut Gregoritsch der einzige "Unersetzbare" aus, Rauscher droht nach einer Knieverletzung das Ende der Herbstsaison. Ex-Austrianer Majstorovic oder Hüttenbrenner könnten deshalb in die Innenverteidigung rücken, angedacht ist auch eine Dreier-Kette. Der bisher letzte Erfolg Kapfenbergs gegen die Austria im Oberhaus liegt jedenfalls bereits lange zurück, er datiert aus dem Herbst 1957, als der KSV zu Hause 3:2 gewann. (APA)
 
Mittwoch:
Kapfenberger SV Superfund - FK Austria Wien
(Franz-Fekete-Stadion, 18.30 Uhr, SR Hameter). Bisheriges Saisonergebnis: 0:3 (a). 2008/09: 2:2 (h), 0:0 (a), 1:2 (h), 1:2 (a).

Kapfenberg: R. Wolf - Osoinik, Schönberger, Majstorovic, Schellander - Siegl - Schmid, Heinz, Sencar, Felfernig - Alar 
Ersatz: Eisl - Gansterer, Scharrer, Hüttenbrenner, Krenn, Pavlov, Kozelsky
Es fehlen: Fukal (gesperrt), Rauscher (Knie), Erkinger, Pitter, Sonko (alle langzeitverletzt)

Austria: Safar - Standfest, Dragovic/Bak, Ortlechner, Suttner - Klein, Baumgartlinger, Sulimani - Junuzovic, Acimovic - Diabang
Ersatz: Almer - Hattenberger, Madl, Krammer, Liendl, Vorisek, Topic, Schumacher
Fraglich: Bak (Hüftverletzung)
Es fehlen: Okotie, Jun (beide Knieverletzung)

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